Instagram-Content: Warum einfache Tipps oft die besten Beiträge sind

Instagram-Content: Warum einfache Tipps oft die besten Beiträge sind

Du hast einen guten Tipp im Kopf, willst ihn auf Instagram posten, und dann kommt dieser eine Gedanke: „Ach, das ist doch viel zu banal." Und schon legst du das Handy wieder weg.

Ich kenne dieses Gefühl gut. Je mehr du kannst, desto kleiner kommt dir das Einfache vor, und desto seltener landet es auf deinem Profil.

Aber genau da steckt der Denkfehler. Dein Grundwissen ist nicht banal. Für deinen Wunschkunden ist es oft das Wertvollste, was du zu geben hast.

Warum sich dein Grundwissen banal anfühlt

Je länger du etwas machst, desto langweiliger wird dir die Basis. Du hast sie tausendmal angewendet, also juckt sie dich nicht mehr. Du willst lieber die Feinheiten und die kniffligen Spezialfälle.

Ich merke das in meinen Workshops immer an den Fragen. Oft sind es ganz simple Anfängerfragen, und genau daran sehe ich, dass ich selbst manchmal viel zu kompliziert denke.

Dazu kommt ein leiser Drang, zu zeigen, wie viel du kannst. Also packst du immer mehr rein, machst es komplizierter, als es sein müsste.

Ich beobachte das bei mir selbst am besten, wenn ich ein Video ohne Skript aufnehme. Dann komme ich vom Hölzchen aufs Stöckchen, ein Gedanke jagt den nächsten. Am Ende steckt jede Menge Wissen drin, nur holt es keinen mehr ab. 

Dabei gilt für Social Media ein einfacher Grundsatz: pro Beitrag ein Thema. Alles andere verpufft.

Mein eigener banalster Tipp lautet übrigens: einfach machen. Schau dir an, was bei anderen funktioniert, aber bitte nicht bei Influencern, wenn du selbstständig bist. Das ist ein ganz anderes Geschäftsmodell. Und schau dabei weniger auf Reichweite und Follower, sondern darauf, ob dir Leute schreiben und nach deinem Angebot fragen. Klingt simpel, und genau deshalb sagt es kaum jemand.

Wichtig: Dein Können macht dich blind für den Wert deiner Basics. Was dich langweilt, ist für andere oft der fehlende Schlüssel.

Klarheit schlägt Komplexität

Klar, für komplexe Arbeit bezahlen dich deine Kunden. Aber auf Social Media ist genau das oft zu viel. Hier gewinnst du nicht mit dem kompliziertesten Gedanken, sondern mit Klarheit.

Bleib dafür bei deinen Themen. Stell dir einen Regenschirm vor, unter dem alles Platz hat, was zu dir gehört. Bei mir spannt sich dieser Schirm über Instagram, LinkedIn und Social Media ganz allgemein, immer mit dem Fokus auf zeitlose Inhalte, die zum Angebot passen und Menschen entlang ihrer Customer Journey abholen.

Und keine Sorge, dass du dich wiederholst. Die meisten sehen deinen Beitrag beim ersten Mal gar nicht, und oft kommen Leute erst nach der X-Wiederholung zu dir. Greif deine Themen also ruhig wieder auf und bereite sie neu auf, aber bleib in deinen Themen konsistent.

Die echte Veränderung passiert ohnehin auf der einfachen Ebene. Nicht beim ausgefallenen Spezialfall, sondern bei dem einen Grundprinzip, das jemand endlich verstanden und umgesetzt hat.

Mach das Einfache auf Instagram sichtbar

Der Trick ist nicht, das Einfache aufzublasen, bis es kompliziert klingt. Der Trick ist, es mit Überzeugung zu zeigen, statt dich dafür zu entschuldigen.

Nimm deinen scheinbar banalsten Tipp und sag dazu, warum er wichtig ist. Pack ein Beispiel aus deinem Alltag dazu und deine eigene Haltung, gern mit einem Augenzwinkern. So wird aus einer Selbstverständlichkeit ein Beitrag, den nur du so erzählen kannst.

Und genau hier liegt der Punkt: Poste nicht den Tipp, den dir auch ChatGPT oder Claude in zwei Sekunden liefern würde. Den gibt es tausendfach. Erst wenn du ihn mit deiner eigenen Erfahrung würzt, ist er nicht mehr kopierbar.

Wenn ich KI nutze, brief ich sie deshalb genau. Ich sage ihr, wer meine Zielgruppe ist und was meine Themen sind, und ich gebe meinen eigenen Hintergrund mit. Und ich breche es runter. 

Es macht einen Unterschied, ob du Fitness-Tipps für gestresste Selbstständige mit kleinen Zeitfenstern gibst oder für Senioren, die beweglich bleiben wollen. Je klarer dein Fokus, desto weniger generisch wird das, was du von KI-Tools zurückbekommst.

Aus meinem Alltag: Ich erinnere mich an ein Reel, das ich total spontan aufgenommen habe, während ich auf meinen Sohn gewartet habe. Er ist samstags bei den Pfadfindern im Wald, und ich nutze die Zeit sonst zum Wandern mit dem Hund. Ich hab mich einfach hingesetzt, ohne Skript, ein eigentlich banaler Tipp, weder perfekt gestylt noch in Arbeitsumgebung. Und ausgerechnet der kam super an und hat Diskussionen ausgelöst. Manchmal ist es gut, nicht so viel nachzudenken.
Schnapp dir den einen Tipp, bei dem du am ehesten denkst „das weiß doch jeder", und poste ihn diese Woche. Ein Satz dazu, warum er wichtig ist, reicht völlig.

Mehr dazu, warum deine Jahre an Erfahrung dein größtes Pfund sind, liest du in meinem Artikel über die Personal Brand ab 40.

Fazit

Dein Grundwissen ist nicht unter deinem Niveau. Es ist die Brücke zu den Menschen, die dich gerade jetzt brauchen.

Mein konkreter Rat, wenn dich der „zu banal"-Gedanke bremst: Schreib dir auf, welche Fragen zu deinen Themen immer wieder aufkommen, und mach genau daraus deine Inhalte. Wenn jemand fragt, dann fehlt die Antwort da draußen ja offensichtlich.

Pass nur auf, dass du nicht zu tief in deiner eigenen Bubble feststeckst. Bei mir arbeiten gefühlt alle mit KI, also kommt mir das ganz normal vor. In Workshops merke ich dann, dass viele gerade erst anfangen. Wer den Boden unter den Füßen verliert, hält sein Wissen schnell für wertlos, dabei ist es genau das, was die eigenen Kunden gerade brauchen.

Wichtig: Jeder Beitrag, den du doch rausschickst, ist eine neue Chance, gesehen zu werden. Vielleicht ist dein „banaler" Tipp für jemanden genau der Anstoß, der ihn ins Tun bringt. Was gut für andere ist, kannst du ohnehin nicht für sie entscheiden.

Welcher deiner Tipps fühlt sich für dich am banalsten an? Schreib ihn mir, ich sage dir, ob ich daraus einen starken Beitrag machen würde.

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