
Ich mag Instagram-Karussells, weil sie unglaublich unterschiedlich sein können. Manchmal reichen ein paar Fotos mit kurzen Texten. Manchmal entstehen daraus Infografiken, kleine Videos oder ein Mix aus allem.
Ich nutze Karussells besonders gern für Tool-Empfehlungen und Content-Ideen. Bei solchen Themen möchte ich meist etwas mehr erklären, als auf ein einzelnes Bild passt. Gleichzeitig können die Menschen selbst entscheiden, wie schnell sie sich durch den Beitrag bewegen.
Was ich heute allerdings nicht mehr pauschal sagen würde: Ein Karussell ist automatisch das schnelle und einfache Gegenstück zum Reel. Manchmal bin ich nach einer halben Stunde fertig. An anderen sitze ich bis zu drei Stunden. Es kommt darauf an, wie klar meine Idee schon ist, ob ich eine Vorlage habe und ob ich mit Fotos, Grafiken oder Videos arbeite.
Für mich beginnt ein gutes Karussell deshalb nicht mit dem Design, sondern mit einer klaren Geschichte. Das Thema sollte auf dem ersten Slide verständlich sein. Gleichzeitig darf man dort schon merken, warum gerade du etwas dazu zu sagen hast.
Ein Instagram-Karussell ist ein Feed-Beitrag mit mehreren Fotos oder Videos. Wer den Beitrag sieht, kann nach links wischen und sich die einzelnen Slides nacheinander ansehen.
Aktuell sind bis zu 20 Fotos oder Videos in einem Karussell möglich. Du musst diese Zahl natürlich nicht ausreizen. Je nach Thema kann dein Beitrag ganz unterschiedlich aussehen:
Gerade der Mix aus Fotos und Videos kann spannend sein. Er ist aber meist auch aufwendiger als ein schlichtes Foto-Karussell. Das Format allein sagt also noch wenig darüber aus, wie schnell ein Beitrag produziert ist.
Karussells geben mir mehr Raum als ein einzelnes Bild. Ich kann einen Gedanken entwickeln, Beispiele zeigen oder eine kleine Geschichte erzählen, ohne alles in eine lange Bildunterschrift zu packen.
Auch bei gespeicherten Beiträgen finde ich sie praktisch. Am Titelbild erkenne ich später meistens sofort, worum es ging. Bei einem gespeicherten Video ist das für mich nicht immer so eindeutig.
Ob ein Karussell wirklich schnell fertig ist, hängt stark von der Idee ab. Ein paar Fotos mit Text-Overlays sind oft in überschaubarer Zeit gemacht. Bei individuell gestalteten Infografiken oder kleinen Videos sieht das anders aus. Meine eigene Produktionszeit liegt ungefähr zwischen 30 Minuten und drei Stunden.
Der größte Zeitunterschied entsteht bei mir nicht einmal durch Canva. Es geht vielmehr darum, ob ich schon genau weiß, was ich erzählen möchte. Wenn die Ursprungsidee noch schwammig ist, wird auch das Gestalten zäh.
Bevor ich mit dem Gestalten anfange, versuche ich meine Idee in einen Satz zu bekommen: Was soll jemand nach diesem Karussell verstanden haben?
Wenn daraus sofort fünf Nebenthemen werden, weiß ich meistens schon, dass die Idee noch zu groß ist. Gerade Menschen mit viel Fachwissen kennen das: Man möchte zeigen, was man alles weiß, und packt am Ende viel zu viel in einen Beitrag.
Dann steckt zwar jede Menge Wissen im Karussell, aber die Geschichte geht verloren. Mir hilft deshalb der Gedanke: ein Karussell, ein Thema. Alles, was darüber hinausgeht, kann ein weiterer Beitrag werden.
Das ist für mich übrigens auch der Punkt, an dem KI hilfreich sein kann. Nicht, um mir irgendeine Tippsammlung auszuspucken, sondern um eine vorhandene Idee kleiner zu machen und eine sinnvolle Reihenfolge zu finden.
Du brauchst am Anfang kein ausgefeiltes Framework. Ein Titel, eine nachvollziehbare Geschichte und ein richtiger Abschluss reichen als Grundgerüst völlig aus.
Auf dem ersten Slide sollte man sofort erkennen, worum es geht. Ein rein sachlicher Titel wie „7 Tipps für bessere Instagram-Karussells“ ist zwar nicht falsch. Er wirkt inzwischen aber schnell wie eine Liste, die genauso gut aus irgendeinem KI-Tool stammen könnte.
Spannender wird es, wenn bereits der Titel zeigt, welche Erfahrung, Beobachtung oder Haltung hinter deinen Tipps steckt. Besonders bei Menschen mit Expertenwissen sehe ich sonst die Gefahr, dass sie sich hinter fachlich richtigen Tipps verstecken. Dabei sind gerade die eigenen Erfolge, Fehler und Zweifel das, was einen Beitrag unverwechselbar macht.
Persönlich muss dabei nicht privat heißen. Eine Erfahrung aus deiner Arbeit oder eine klare Meinung reicht oft schon. Aus „7 Tipps für bessere Karussells“ könnte zum Beispiel werden:
„7 Tipps“ darf also ruhig auf dem Titel stehen. Interessant wird die Liste durch die Antwort auf die Frage: Warum lohnt es sich, gerade deine sieben Tipps zu lesen?
Instagram kann ein Karussell später noch einmal zeigen und dabei mit einem anderen Slide beginnen. Das passiert nicht immer und es muss auch nicht zwingend Slide zwei sein. Trotzdem gestalte ich den zweiten Slide so, dass er auch ohne das Titelbild verständlich ist.
Dort kann das Problem etwas genauer werden, eine überraschende Beobachtung stehen oder eine typische Situation beginnen. Ein bloßes „Slide 2 von 8“ verschenkt diese Chance.
In der Mitte wird die eigentliche Geschichte erzählt. Meine wichtigste Regel dafür ist nach wie vor: ein Gedanke pro Slide.
Das heißt nicht, dass dort nur ein einziger Satz stehen darf. Aber ein Karussell ist eben auch kein Blogartikel in kleinen Kästchen. Wenn ich beim Gestalten merke, dass die Schrift immer kleiner werden muss, ist das für mich ein ziemlich sicheres Zeichen, den Inhalt aufzuteilen oder zu kürzen.
Kurze Absätze, ein guter Kontrast und etwas freie Fläche machen oft mehr Unterschied als noch ein zusätzliches Gestaltungselement.
Ich plane immer einen Abschlussslide ein. Dort kann der wichtigste Gedanke noch einmal stehen – und vor allem das, was anschließend passieren soll.
Je nach Ziel kann das eine Frage sein, die Bitte, den Beitrag zu speichern, oder der Hinweis auf ein passendes Angebot. Mehrere Aufforderungen auf einmal würde ich mir sparen. Eine klare nächste Handlung ist meistens genug.
Acht bis zehn Slides sind für viele Themen ein guter Orientierungsrahmen. Ich behandle diese Zahl aber nicht als Pflicht.
So viele Slides wie nötig und so wenige wie möglich.
Wenn die Geschichte nach sechs Slides erzählt ist, darf sie dort enden. Wenn eine verständliche Anleitung zwölf braucht, ist das genauso in Ordnung. Wichtig sind für mich der Titel, eine nachvollziehbare Reihenfolge und ein Abschlussslide mit einer passenden Handlungsaufforderung.
Im Instagram-Sparring schauen wir uns deine konkrete Idee gemeinsam an. Wir grenzen das Thema ein, entwickeln eine sinnvolle Slidefolge und prüfen, wie du den Beitrag realistisch umsetzen kannst.
Ich erstelle meine Karussells aktuell hauptsächlich in Canva. Dort kann ich mit meinen Markenfarben, wiederkehrenden Vorlagen und unterschiedlichen Medien arbeiten.
Für den Anfang muss das Design nicht kompliziert sein. Ein paar Fotos mit kurzen Texten können vollkommen reichen. Ich kann Canva-Elemente ergänzen, mit einer festen Hintergrundfarbe arbeiten oder später einzelne Slides mit Videos mischen.
Was mir wichtiger ist als ein besonders spektakuläres Design: Der Stil sollte wiedererkennbar sein. Vor allem der erste Slide bleibt als Vorschaubild im Profil sichtbar. Dort müssen deshalb nicht nur Thema und persönliche Perspektive passen, sondern auch die Gestaltung zum restlichen Auftritt.
Ich habe inzwischen auch Claude Skills für Designs ausprobiert. Grundsätzlich finde ich es spannend, mir mit KI erste Entwürfe bauen zu lassen. Gleichzeitig bin ich noch dabei, das so zu individualisieren, dass es wirklich nach mir aussieht.
Viele KI-generierte Karussells erkennt man ziemlich schnell: ähnliche Illustrationen, ähnliche Anordnungen, ähnliche Formulierungen. Alles sieht ordentlich aus, aber wenig davon verrät, wer hinter dem Account steckt.
Für mich bleibt KI deshalb ein Sparringspartner. Ich schaue mir jeden Entwurf noch einmal an und frage mich: Klingt das wirklich nach mir? Passt es zu meinem Markenauftritt? Oder könnte derselbe Beitrag morgen genauso auf zehn anderen Accounts erscheinen?
Instagram unterstützt bei Fotos inzwischen auch das Seitenverhältnis 3:4. Viele Karussells werden weiterhin im Hochformat 4:5 gestaltet, zum Beispiel mit 1080 × 1350 Pixeln.
Unabhängig vom Format lasse ich bei Texten, Logos und Gesichtern genügend Abstand zum Rand. Instagram stellt Beiträge im Feed und in der Profilvorschau unterschiedlich dar. Zusätzlich liegen in der App Bedienelemente über Teilen des Bildes.
Vor dem Veröffentlichen schaue ich mir deshalb besonders den ersten Slide in der Vorschau an: Ist der Titel gut lesbar? Wird nichts Wichtiges abgeschnitten? Passen Bildqualität, Farben und Abstände über alle Slides hinweg zusammen? Dieser kurze Check spart später oft Ärger.
Bei vielen Karussells ist nicht das Design das eigentliche Problem. Meist steckt schlicht zu viel darin. Das Thema wird zu groß, die einzelnen Slides werden voller und der rote Faden verschwindet.
Auch in Canva passiert das schnell. Wenn jede Seite eine neue Schrift, Farbe oder Illustration bekommt, wirkt der Beitrag unruhig – und die Produktion dauert unnötig lange. Ein wiederkehrender, eher ruhiger Aufbau ist für mich deshalb nicht nur eine Designfrage, sondern auch eine echte Arbeitserleichterung.
Ein weiterer Punkt ist die persönliche Perspektive. Fachlich korrekte Tipps sind natürlich wichtig. Aber wenn nicht deutlich wird, was du selbst erlebt, ausprobiert oder beobachtet hast, bleibt der Beitrag austauschbar. Das gilt für positive Ergebnisse genauso wie für Dinge, die nicht funktioniert haben.
Und dann gibt es noch die ganz praktischen Stolpersteine: zu kleine Schrift, wichtige Elemente am Rand, unterschiedliche Bildqualität oder ein Karussell, das ohne Abschlussslide einfach aufhört. Vieles davon fällt sofort auf, wenn du vor dem Posten einmal in Ruhe durch alle Slides wischst.
Mit KI kannst du eine Idee eingrenzen und einen ersten roten Faden entwickeln. Je mehr eigene Haltung du mitgibst, desto geringer ist die Gefahr, dass daraus die nächste austauschbare Tippsammlung wird.
Ich möchte ein Instagram-Karussell für mein Business entwickeln. Mein Thema: [Thema eintragen] Meine Zielgruppe: [Zielgruppe möglichst konkret beschreiben] Das soll nach dem Karussell verstanden worden sein: [eine zentrale Aussage] Meine persönliche Perspektive: [Beschreibe eine eigene Erfahrung, ein positives oder negatives Ergebnis, einen Fehler, eine Beobachtung aus deiner Arbeit oder eine klare Meinung.] Das Ziel des Beitrags: [zum Beispiel speichern, kommentieren, Newsletter-Anmeldung, Profilbesuch oder Anfrage] Meine Tonalität: [zum Beispiel direkt, freundlich, sachlich, humorvoll] Vorhandenes Material: [zum Beispiel Blogartikel, Notizen, Fotos, Videos oder noch nichts] Prüfe zuerst, ob das Thema für ein einzelnes Karussell konkret genug ist. Falls es zu breit ist, schlage mir drei kleinere Blickwinkel vor und warte auf meine Auswahl. Falls meine persönliche Perspektive noch zu allgemein ist, stelle mir zuerst gezielte Rückfragen. Erfinde keine persönliche Geschichte. Entwickle anschließend einen Entwurf mit so vielen Slides wie nötig und so wenigen wie möglich. Orientiere dich an acht bis zehn Slides, wenn es zum Thema passt. Beachte dabei: - Das Karussell behandelt nur ein Thema. - Entwickle drei Titelvarianten, die das Thema mit meiner persönlichen Perspektive verbinden. - Mindestens eine Titelvariante soll auf einer positiven Erfahrung beruhen und eine auf einem Fehler, Zweifel oder negativen Erlebnis. - Erstelle keine austauschbare Tippsammlung, die genauso von jedem anderen Account stammen könnte. - Slide 1 enthält einen konkreten, gut verständlichen Titel. - Slide 2 funktioniert auch dann, wenn jemand Slide 1 nicht gesehen hat. - Jeder weitere Slide enthält nur einen Hauptgedanken. - Die Slides erzählen eine nachvollziehbare Geschichte. - Der letzte Slide enthält genau eine Handlungsaufforderung, die zum Beitragsziel passt. - Erfinde keine Erfahrungen, Kundengeschichten, Zahlen oder Ergebnisse. - Vermeide allgemeine Marketingfloskeln. Gib mir für jeden Slide: 1. die Funktion des Slides, 2. einen kurzen Textentwurf, 3. eine passende visuelle Idee. Formuliere den Entwurf so, dass er wie ein menschlicher Beitrag klingt. Markiere Stellen, an denen noch meine persönliche Erfahrung oder ein konkretes Beispiel fehlt.
Ich würde den Entwurf danach immer laut lesen. Dabei merke ich ziemlich schnell, ob ich mich in den Formulierungen wiedererkenne. Häufig entsteht der gute Beitrag erst im Hin und Her zwischen dem eigenen Gedanken und den Vorschlägen der KI.
Wenn du schon einige Karussells erstellt hast, können Frameworks dabei helfen, Geschichten bewusster aufzubauen. Zum Beispiel:
Ich würde mit diesen Modellen aber nicht anfangen. Zuerst muss klar sein, was du überhaupt erzählen möchtest. Ein Framework kann diese Geschichte ordnen, aber es kann sie dir nicht abnehmen.
Auch dafür nutze ich KI gern als Sparringspartner: Ich gebe ihr meinen vorhandenen Gedanken und lasse mir zeigen, wie er in zwei verschiedenen Aufbauten wirken würde. Danach entscheide ich, welche Variante zum Thema und zu mir passt.
Ein gutes Instagram-Karussell beginnt für mich mit einer klaren Idee – und mit der Frage, was ich persönlich zu diesem Thema beitragen kann.
Erst danach kommt das Design. Ein Foto-Karussell mit Text-Overlays kann für den Anfang völlig ausreichen. Wenn du Lust hast, kannst du später Infografiken, unterschiedliche Fotos oder kurze Videos ergänzen.
Ich würde dabei nicht versuchen, jeden Tipp und jede Designidee in einen Beitrag zu packen. Ein klares Thema, ein starker erster Slide, ein Gedanke pro Seite und ein richtiger Abschluss sind eine gute Basis. Und wenn das Ganze dann noch nach deiner Erfahrung und nicht nach einer beliebigen KI-Liste klingt, ist schon sehr viel gewonnen.
Im Instagram-Gruppencoaching „Sichtbar mit System“ arbeitest du zwölf Wochen lang an deinem Profil, deiner Content-Strategie und einer Umsetzung, die zu deinem Alltag passt. Dabei schauen wir auch darauf, welche Formate du regelmäßig produzieren kannst, ohne dass jeder Beitrag zum Tagesprojekt wird.
Aktuell kannst du bis zu 20 Fotos oder Videos in einem Karussell veröffentlichen. Du musst diese Zahl nicht ausschöpfen. Wenn dein Gedanke erzählt ist, darf das Karussell enden.
Acht bis zehn Slides sind ein guter Orientierungswert. Für mich bleibt es trotzdem bei: so viele wie nötig und so wenige wie möglich. Titel und Abschlussslide plane ich immer ein.
Ja. Du kannst mehrere Fotos oder Videos direkt in Instagram auswählen und veröffentlichen. Für wiederkehrende Text-Overlays, Markenfarben und Vorlagen finde ich Canva allerdings praktischer.
Nein. Ein Karussell kann vollständig aus Text, Grafiken, Illustrationen, Canva-Elementen oder Produktbildern bestehen. Fotos von dir können für mehr Wiedererkennung sorgen, sind aber keine Voraussetzung.
Das kommt auf die Umsetzung an. Ein einfaches Foto-Karussell kann schnell fertig sein. Mit individuell gestalteten Infografiken oder Videos kann ein Karussell genauso aufwendig oder sogar aufwendiger als ein Reel werden.
Instagram kann ein Karussell später erneut im Feed ausspielen und dabei mit einem anderen Slide beginnen. Darauf würde ich mich nicht verlassen. Trotzdem ist es sinnvoll, den zweiten Slide so zu schreiben, dass er auch ohne den ersten verständlich ist.
Inhalte von öffentlichen professionellen Instagram-Konten können unter bestimmten Voraussetzungen von Suchmaschinen indexiert werden. Eine Garantie für ein einzelnes Karussell gibt es nicht.
In der Bildunterschrift würde ich deshalb klare Begriffe verwenden, die das Thema beschreiben. Der Alt-Text ist dagegen vor allem für die Barrierefreiheit da. Dort beschreibst du verständlich, was auf dem Bild zu sehen ist, statt einfach den kompletten Slide-Text hineinzukopieren.
Du musst nicht ausschließlich Karussells veröffentlichen. Sie können Teil deiner Mischung aus Reels, Einzelbildern und Stories sein.
Für Instagram empfehle ich insgesamt mindestens drei Feed-Beiträge pro Woche. Bei drei Beiträgen würde ich allerdings kein besonders schnelles Wachstum erwarten. Wenn du stärker wachsen möchtest, würde ich möglichst werktäglich posten. Und wenn Zeit und Material da sind, können es auch zwei Beiträge am Tag sein.
Wichtig ist, dass du diese Frequenz nicht nur eine Woche schaffst, sondern auch dann noch, wenn der Alltag wieder voller wird.