
Wenn ich nur ein einziges Format empfehlen dürfte, um auf Instagram Beziehungen aufzubauen und am Ende auch zu verkaufen, dann wäre es die Story.
Kurz zur Einordnung, weil das oft durcheinandergeht: Es gibt zwei Arten. Die normalen Stories verschwinden nach 24 Stunden, das ist dein tägliches, spontanes Format hinter den Kulissen. Und es gibt die Highlights, die dauerhaft auf deinem Profil bleiben. Wie du die aufbaust, steht in meinem Profil-Artikel.
Heute geht es vor allem um die normalen Instagram-Stories. Denn die werden am meisten unterschätzt, dabei sind sie dein stärkstes Werkzeug für Nähe und Verkauf.
Reels bringen dir neue Leute. Stories sind für die, die dir schon folgen, also für deine wärmste Zielgruppe. Genau die Menschen, die kurz vor einem Ja stehen, erreichst du hier.
Laut Meta fühlen sich 57 Prozent der Nutzer durch Stories mit einer Community verbunden. Das liegt daran, dass Stories zeigen, wer hinter dem Account steckt. Kein Hochglanz, sondern Mensch.
Und noch etwas, gerade wenn du Angst hast, dich auf Video aufzunehmen: Stories sind dafür perfekt. Du kannst dich zum ersten Mal im Bewegtbild zeigen, dich selbst sehen, und nach 24 Stunden ist es einfach wieder weg. Eine sanftere Übungsfläche gibt es kaum.
Behind-the-Scenes ist das vertrauensstärkste, was du auf Instagram zeigen kannst. Dein Arbeitsalltag, die Vorbereitung auf ein Gespräch, ein ehrlicher Moment zwischendurch. Wer dich ein paar Wochen begleitet, hat das Gefühl, dich zu kennen. Und Vertrauen ist die halbe Miete, wenn jemand überlegt, mit dir zu arbeiten.
Stories sind außerdem wunderbar, um deine Community wirklich kennenzulernen. Du startest eine Umfrage, bekommst Feedback und verstehst nach und nach, was deine Leute bewegt. Und das funktioniert, weil meistens genau die Follower deine Stories anschauen, die ohnehin schon Interesse an deinem Thema haben. Vorausgesetzt, deine Follower sind nicht nur Freunde und Bekannte.
Ich teile in meinen Stories zum Beispiel oft Beiträge, die ich geschrieben habe, und stelle Fragen dazu oder mache eine kleine Umfrage. Das bringt gleich zweierlei: mehr Sichtbarkeit für den Beitrag und einen besseren Draht zu meiner Community.
Eine Frage kommt früher oder später: Wie viel zeige ich eigentlich von mir? Mein Grundsatz ist simpel. Alles, was ich morgen nicht auf Seite 1 der Bildzeitung lesen möchte, gehört nicht in meine Stories. Themen wie Sex, Religion oder Politik lasse ich außen vor. Und aus dem Urlaub poste ich nicht live, ich gebe ungern preis, wenn ich nicht zu Hause bin. Du weißt nie, wer am Ende zuschaut.
Die interaktiven Sticker sind dein bestes Werkzeug, um aus stillen Zuschauern Gesprächspartner zu machen. Es gibt verschiedene Arten: das Quiz, mit dem du Wissen oder den Typ deiner Leute abfragst, die offene Frage zum Eintippen, den Emoji-Slider für Zustimmung und die Auswahl, etwa „Bist du eher Typ A, B, C oder D?".
Wenn deine Community noch klein ist, würde ich eher mit Emoji-Slider, Auswahl oder Quiz arbeiten. Da genügt ein einziger Tipp. Offene Fragen verlangen, dass jemand selbst etwas schreibt, und das klappt meist erst mit ein paar mehr Followern, weil sich ohnehin nur ein kleiner Teil beteiligt.
Jetzt kommt der Punkt, den die meisten übersehen: Stories sind das Verkaufsformat auf Instagram. Aus zwei Gründen.
Erstens holst du über Stories Menschen in private Nachrichten. Und Verkaufen passiert im Gespräch, nicht im Schaufenster. Der einfachste Einstieg ist ein Frage- oder Umfrage-Sticker. Wer darauf antwortet, ist schon im Dialog mit dir. Die Info oder den Link schickst du dann persönlich hinterher.
Zweitens kannst du in Stories klickbare Links setzen. Seit 2021 hat jeder den Link-Sticker, egal wie klein dein Account ist. Pro Slide ein Link, und wenn du mehrere Slides hintereinander baust, kannst du auch mehrere Ziele verlinken.
Ein paar Dinge machen den Unterschied. Beschrifte den Link-Sticker mit Mehrwert, also „Hol dir die Anleitung" statt „hier klicken". Setz ihn nicht auf den allerersten Slide, da sind die Leute noch nicht warm, und auch nicht auf den letzten, den erreichen viele gar nicht. Die Mitte einer kleinen Abfolge wirkt am besten. Und pack nicht in jede Story einen Link, sonst gewöhnen sich deine Leute an, sie zu überblättern.
Eine ehrliche Randnotiz aus eigener Erfahrung: Wenn das Verkaufen über Stories nicht läuft, liegt es selten an der Story selbst. Meistens ist die Positionierung oder das Angebot noch nicht klar genug. Ich kenne das von mir, ich schärfe mein eigenes Angebot gerade nach, damit es in den Stories dann auch wirklich zieht.
Die häufigste Bremse ist nicht die Technik, sondern der leere Kopf: Was soll ich denn bitte zeigen?
Fang mit Fotos an. Wenn du dich noch nicht mit Gesicht traust, starte mit deiner Arbeitsumgebung, deinem Schreibtisch, deinem Kaffee. Aber geh möglichst bald dazu über, dich auch selbst zu zeigen. Wenn Videos noch nichts für dich sind, arbeite mit Fotos und Text-Overlays. Und leg dir ein, zwei Marken-Templates in deinen Farben an oder lass sie dir erstellen. Das gibt dir Wiedererkennung und nimmt dir das tägliche Gestalten ab.
Vor allem aber: Nimm Stories nicht zu ernst. Sie sind nach 24 Stunden wieder weg, der Druck darf also klein bleiben.
Normale Stories sind kein Nebenschauplatz. Sie sind der Ort, an dem aus Followern echte Beziehungen werden und aus Beziehungen Kunden. Behind-the-Scenes baut Vertrauen auf, die Sticker bringen euch ins Gespräch, und über DMs und Links verkaufst du, ohne marktschreierisch zu werden.
Fang einfach mit einer Story am Tag an, gern mit einem Foto und deinen Markenfarben. Du musst nicht perfekt sein, nach 24 Stunden ist sie sowieso wieder weg. Genau das macht Stories so angenehm zum Üben.
Und wenn du magst, schau mal in meine Stories, wie ich das selbst mache, und schreib mir gern eine Nachricht. Genau dafür sind sie ja da.
Im Instagram-Intensiv-Coaching bauen wir gemeinsam deine Formate und eine Routine auf, mit der du regelmäßig in Stories präsent bist, ohne Stress und ohne dich zu verbiegen.
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