Instagram-Adventskalender für Coaches: 8 Ideen und machbare Planung

Instagram-Adventskalender für Coaches: 8 Ideen und machbare Planung

2025 habe ich meinen ersten Adventskalender gemacht. Er lief per Newsletter. Darüber wollte ich Kontakte für mein LinkedIn-Coaching gewinnen. Angemeldet haben sich rund elf Menschen. Das waren weniger, als ich gehofft hatte.

Die Idee für den Kalender kam mir zu spät. Ich habe zu wenig dafür geworben, und den Weg nach der Anmeldung hatte ich auch nicht fertig geplant. Plane deshalb von Anfang an auch die Bewerbung und die Zeit nach dem Kalender ein.

Wenn du einen Instagram-Adventskalender planst, findest du hier acht Ideen mit konkreten Abläufen. Manche passen zu einer kleinen Mitmach-Aktion, andere zu einer Fragerunde oder einer Serie aus deinem Arbeitsalltag.

Für den Anfang: Kläre für dich, wen du mit deinem Kalender erreichen willst und was diese Menschen davon haben. Dann wähle eine Idee, für die du im Dezember Zeit hast. Zwölf Türchen oder zwei feste Termine reichen auch. Weiter unten spielen wir einen Kalender für eine Karrierecoachin mit drei ausformulierten Türchen durch.

Was bei meinem ersten Adventskalender gefehlt hat

Ich hatte die Kalender-Inhalte im Kopf. Für die Bewerbung blieb zu wenig Zeit. Auf Instagram, LinkedIn und Facebook habe ich den Kalender zwar gezeigt, aber deutlich weniger Beiträge dazu erstellt, als ich vorhatte. Zur Anmeldung gehört eine Einladung, die deine Zielgruppe rechtzeitig erreicht.

Wenn du gerade über deine Kanäle nachdenkst: Im Artikel „Wie viele Social-Media-Kanäle brauchst du?“ gehe ich auf diese Auswahl ein.

Außerdem war offen, wie es mit den neuen Kontakten weitergeht. Welche E-Mail kommt nach dem letzten Türchen? Wie erfahren die Menschen von meinem LinkedIn-Coaching? Ich wollte über den Kalender Anfragen bekommen und hatte ausgerechnet diesen Teil nicht zu Ende gedacht. Davon erzähle ich auch in Views, aber keine Anfragen: Warum dein Reel nicht verkauft.

Zum Ende hin fiel dann auch noch der Dienst des Anbieters aus. E-Mails kamen nicht an, und die Website war zeitweise nicht erreichbar. Das kam zur knappen Vorbereitung dazu.

Beim nächsten Kalender gehört die Zeit für die Bewerbung von Anfang an in meinen Plan. Genauso wie die E-Mail danach. Beides braucht Vorbereitung.

Was soll dein Adventskalender erreichen?

Stelle dir jemanden vor, für den du den Kalender machst. Wobei helfen deine Türchen dieser Person bis zum Jahresende? „Ein Tipp von mir“ ist noch ziemlich vage. „Du sammelst Beispiele für dein nächstes Jahresgespräch“ lässt sich greifen.

Überlege dann, was du selbst erreichen willst. Wenn du mit deinen bisherigen Followern ins Gespräch kommen willst, passt eine kleine Aktion direkt in den Stories. Für neue Newsletter-Kontakte brauchst du zusätzlich eine Anmeldung und einen guten Grund, die E-Mails zu lesen.

Beide Ziele passen zusammen. Lege fest, woran du den Kalender am Ende misst. Für Newsletter-Anmeldungen brauchst du in deinen Beiträgen einen klaren Hinweis auf die Anmeldung. Für Gespräche mit deiner Community planst du passende Fragen ein.

Schreibe dir zwei Sätze auf: „Nach meinem Kalender hat die Teilnehmerin …“ und „Nach dem letzten Türchen geht es so weiter: …“. Plane dafür zum Beispiel eine Zusammenfassung per E-Mail, eine Einladung zur Fragerunde oder ein passendes Angebot ein.

Vier Stationen für deinen Adventskalender: bis Anfang November vorbereiten, danach bewerben, im Dezember begleiten und nach dem letzten Türchen auswerten und Kontakte weiterführen.

Welche Idee passt zu deiner Ausgangslage?

Für die Auswahl zählt zuerst, wen du heute schon erreichst. Eine Community besteht aus Menschen, die deine Beiträge verfolgen und sich für dein Thema interessieren. Auch Newsletter-Leserinnen und Kontakte außerhalb von Instagram helfen dir, eine Aktion bekannt zu machen.

Deine AusgangslageDiese Idee passtDarauf baust du auf
Auf deine Stories kommen bereits Antworten.Du-bist-dran-KetteDeine Follower kennen dich und beteiligen sich schon. Eine kleine öffentliche Aufgabe führt diesen Austausch weiter.
Menschen lesen bei dir mit oder stehen auf deiner Newsletter-Liste. Sie schreiben lieber für sich.Umgekehrter Adventskalender oder Rauhnächte-ReiheDie Teilnehmenden bearbeiten die Aufgaben privat. Du erreichst sie über deine vorhandenen Kanäle und lädst zur Anmeldung ein.
Du kennst verlässliche Kolleginnen mit ergänzenden Themen und einer ähnlichen Zielgruppe.Content-WichtelnIhr stellt euch gegenseitig vor. Dafür braucht ihr passende Partnerinnen, gemeinsame Absprachen und feste Termine.
Du hast ein Januar-Angebot und bereits Menschen, die sich dafür interessieren.Dein Angebot zeigen oder offene FragerundenInteressierte lernen eine Übung oder deine Art zu beraten kennen und bekommen Antworten zum Angebot.
Du baust deine Community und dein Netzwerk gerade erst auf.Eine kleine öffentliche Reihe, zum Beispiel vier Mini-Vlogs.Greife eine konkrete Frage deiner Wunschkunden auf. Beteilige dich parallel an passenden fachlichen Gesprächen, damit Menschen auf dein Thema und deine Beiträge aufmerksam werden.

Eine kleine Community ist ein guter Ausgangspunkt. Achte darauf, ob die Menschen sich für das Thema interessieren. Das sagt dir für die Planung mehr als die Followerzahl allein. Frage vorab, wer Lust auf deine Idee hat und welches Ergebnis hilfreich ist.

Wenn du Menschen ganz neu erreichen willst, plane auch den Weg zu ihnen: über passende Kolleginnen, deinen Newsletter oder fachlichen Austausch auf anderen Profilen. Dein Adventskalender gibt dir dafür ein konkretes Thema.

8 Ideen für deinen Instagram-Adventskalender

Die Abläufe sind Vorschläge für deine Planung. Übertrage die Fragen auf dein Fachgebiet und auf die Menschen, mit denen du arbeitest. Ein Kalender für Führungskräfte braucht andere Aufgaben als einer für Berufseinsteigerinnen.

Die Zeitangaben sind grobe Schätzungen. Produziere ein Probetürchen und stoppe die Zeit. Rechne anschließend auch die Antworten und die Begleitung ein. So merkst du früh, ob dein Plan in deinen Dezember passt.

Die Ideen im Überblick

IdeeZielAufwand, grob geschätztPasst, wenn …
1 · Umgekehrter AdventskalenderNeue Kontaktemitteldeine Zielgruppe lieber für sich Notizen macht
2 · Du-bist-dran-KetteAustauschgering bis mitteldeine Stories schon Antworten bekommen
3 · Mini-Vlogs aus deinem ArbeitsdezemberAustausch, Reichweitehochdu gern filmst, Zeit für die Produktion hast und eine kleine öffentliche Reihe planst
4 · Test Reels mit WochenrückblickAustauschmitteldu schon Reels machst und Test Reels in deinem Konto nutzen kannst
5 · Dein Januar-Angebot zeigenNeue Kontaktemittel bis hochdu im Januar selbst ein Angebot startest
6 · Offene Fragerunden auf ZoomNeue Kontaktegering bis mitteldu gern live erklärst und lieber an wenigen Terminen sichtbar bist
7 · Rauhnächte: zwölf Fragen zum JahresendeAustauschgering bis mitteldeine Zielgruppe zwischen den Jahren zurückschaut und du alles vorab vorbereitest
8 · Content-WichtelnAustauschmitteldu ein verlässliches Netzwerk aus verwandten Fachgebieten hast

1 · Der umgekehrte Adventskalender

Du gibst mit jedem Türchen eine kleine Aufgabe. Die Teilnehmenden sammeln ihre Notizen, Fotos oder Beobachtungen bei sich. Am Ende haben sie eine eigene Sammlung zu deinem Thema.

Für Selbstständige passt eine Sammlung für ihre nächsten Beiträge. Als Karrierecoachin lässt du zum Beispiel berufliche Erfolge sammeln. Eine Kommunikationstrainerin nutzt kurze Formulierungen für schwierige Gespräche. Entscheidend ist, dass die Sammlung zu deiner Arbeit passt.

Für den Kalender mit Beitragsideen sehen die ersten Aufgaben so aus:

  • Notiere eine Frage, die dir diese Woche eine Kundin gestellt hat.
  • Mach ein Foto von einem Werkzeug, das du für deine Arbeit nutzt.
  • Erkläre einen Fachbegriff als kurze Sprachmemo.
  • Schaue am Ende der Woche in deine Sammlung: Daraus lässt sich schon ein Beitrag machen.

Auf Instagram veröffentlichst du die Aufgaben in deinen Stories und speicherst sie in einem Highlight. So bleiben sie zum Nachholen zugänglich. Für einen Newsletter-Kalender melden sich Interessierte vorher an und bekommen die Aufgaben per E-Mail. Wähle einen dieser Wege und erkläre ihn in deiner Einladung. Ein Kalenderblatt zum Abhaken hilft beim Sammeln. Teste eine Anmeldung bis zur ersten Mail einmal selbst.

Zeit dafür: Plane als groben Startwert 4–8 Stunden Vorbereitung und im Dezember 1–2 Stunden pro Woche für Antworten und E-Mails ein. Halte die Aufgaben klein und erlaube ausdrücklich, Tage nachzuholen. Lass die Menschen nach einer Pause beim aktuellen Türchen wieder einsteigen.

Die Idee lehnt sich an #ReverseAdvent an: Dabei legen Menschen im Advent täglich etwas für eine Spende zurück. Wenn du Material für Beiträge sammelst, hilft dir zusätzlich mein Artikel Content-Ideen finden.

2 · Die Du-bist-dran-Kette

Du stellst in deiner Story eine kleine Aufgabe. Wer mitmacht, antwortet mit einer eigenen Story über den Sticker „Du bist dran“. So entsteht eine Reihe von Antworten. Das passt zu Menschen, die dir schon folgen und gern etwas von sich zeigen.

Als Kommunikationstrainerin startest du zum Beispiel eine Woche mit Formulierungen für klare Absprachen. Deine Impulse lauten:

  • „Welcher Satz hilft dir, um Bedenkzeit zu bitten?“
  • „Wie sagst du freundlich Nein zu einer zusätzlichen Aufgabe?“
  • „Zeige eine Formulierung, die eine Absprache klarer macht.“

Beantworte deinen Impuls zuerst selbst. Dann sehen andere sofort, was du meinst. Wähle Fragen, die sich ohne private Details beantworten lassen. Bevor du Antworten anderer Menschen in deiner Story zeigst, hole ihre Erlaubnis ein.

Zeit dafür: Grob 2–3 Stunden Vorbereitung und 1–3 Stunden pro Woche im Dezember. Der größere Teil der laufenden Arbeit steckt im Anschauen und Beantworten der Beiträge. Wenn schon deine normalen Stories kaum Antworten bekommen, fange mit einer einzelnen Aufgabe an und schaue, ob jemand mitmacht.

Instagram beschreibt den Sticker und die zugehörigen Vorlagen in seinen Story-Tipps. Welche Varianten dir zur Verfügung stehen, prüfst du in deiner App. Mehr zum Austausch über Stories findest du in Instagram-Stories nutzen und Kunden gewinnen.

3 · Mini-Vlogs aus deinem Arbeitsdezember

An vier, sechs oder zwölf Tagen veröffentlichst du ein kurzes Video aus deinem Arbeitsalltag. Ein einzelner Moment reicht. Erkläre dazu, was die Zuschauerinnen für sich mitnehmen.

Eine Präsentationstrainerin zeigt zum Beispiel, wie sie einen Einstieg für einen Vortrag überarbeitet. Sie spricht die lange Version vor und danach die gekürzte. Dazu gibt sie die Aufgabe: „Sage deinen ersten Satz laut. Versteht jemand ohne Vorwissen, worum es geht?“ Damit bekommt der Einblick einen konkreten Nutzen.

Weitere Folgen zeigen etwa die Vorbereitung eines Workshops, ein hilfreiches Werkzeug oder einen Fehler, aus dem du etwas gelernt hast. Entscheide vor dem Drehen, welche Frage die Folge beantwortet. So verbindet die Zuschauerin den Einblick mit einer Frage aus ihrem eigenen Alltag.

Zeit dafür: Rechne grob mit 1–2 Stunden pro Folge. Beginne mit vier Folgen, wenn du noch wenig Routine hast. Für viele Beispiele reichen deine Hände, dein Notizbuch und deine Stimme. Vertrauliche Kundendaten bleiben aus dem Bild.

Solche täglichen Dezember-Videos heißen Vlogmas; Ingrid Nilsen beschreibt sie als digitalen Adventskalender. Mit einem öffentlichen Konto kannst du Reels bis zu 30 Tage im Voraus planen. Reels über drei Minuten empfiehlt Instagram neuen Zielgruppen nicht.

4 · Mit Test Reels neue Einstiege ausprobieren

Diese Idee passt, wenn du schon regelmäßig Reels drehst. Du probierst im Dezember neue Einstiege aus und teilst einmal pro Woche, was du dabei beobachtest.

Bleibe bei einem Thema, das deine Wunschkunden interessiert. Als Karrierecoachin nimmst du etwa die Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch. In einem Reel steigst du mit einem typischen Fehler ein, in einem anderen mit einem konkreten Beispielsatz. Beide Reels vermitteln einen brauchbaren Tipp. Im Wochenrückblick erklärst du deinen Followern, was die beiden Einstiege unterscheidet und welchen Tipp sie für ihre eigene Selbstvorstellung nutzen.

Nimm für jeden Versuch ein neues Reel auf. Bereits geteilte Inhalte können als Test Reel weniger Reichweite bekommen. Die Funktion zeigt die Videos zunächst Menschen, die dir nicht folgen. Deine bestehenden Follower holst du deshalb mit dem Wochenrückblick dazu.

Zeit dafür: Grob 2–4 Stunden pro Woche. Wenn du erst mit Reels anfängst, plane eine einfachere Reihe. So übst du zuerst das Drehen und planst die Auswertung neuer Einstiege als nächsten Schritt.

Prüfe zuerst, ob Test Reels in deinem Konto verfügbar sind. Für die reguläre Nutzung brauchst du ein professionelles Konto; einzelne andere Konten erhalten die Funktion in Tests. Insights erscheinen innerhalb von 24 Stunden. Du kannst ein Test Reel später mit allen teilen. Lies die Zahlen als Hinweise: Die Reels erreichen unterschiedliche Menschen. Erkläre im Rückblick, was du beobachtest und welche Fragen offenbleiben.

5 · Zeige, wie dein Januar-Angebot entsteht

Du startest im Januar einen Kurs oder eine Gruppe und erreichst bereits Menschen, die sich für das Thema interessieren? Dann lässt sich die Vorbereitung als Adventsserie erzählen. An bis zu zwölf Tagen zeigst du, woran du gerade arbeitest und was die Teilnehmenden später erwartet.

Für einen Kurs zu beruflicher Neuorientierung passt dieser Ablauf:

  • Du erklärst eine Frage, mit der die erste Kurseinheit beginnt, und gibst sie zum Nachdenken mit.
  • Du zeigst eine kleine Übung aus dem Kurs und erklärst, wofür sie hilft.
  • Du beantwortest eine häufige Frage zum Ablauf.
  • Du stellst die Anmeldung vor und sagst klar, für wen der Kurs passt.

So bekommen Interessierte einen Eindruck von deiner Arbeit. Bereite die Themenfolge und Vorlagen vorher vor. Was tatsächlich während der Vorbereitung passiert, ergänzt du im Dezember.

Zeit dafür: Grob 3–5 Stunden pro Woche. Diese Reihe passt zu einem Angebot, das bereits steht. Reserviere für die Beiträge eigene Produktionszeit neben deiner Arbeit am Angebot.

Verlinke die Angebotsseite dort, wo du die Anmeldung erklärst. In den anderen Folgen hilfst du mit einem konkreten Einblick. Zeige in den übrigen Folgen mit einer kleinen Übung oder einer beantworteten Frage, wie du arbeitest.

6 · Offene Fragerunden auf Zoom

Vielleicht redest du lieber mit Menschen, als zwölf Videos zu drehen. Dann plane zwei oder drei Fragerunden im Advent. Nutze Instagram, deinen Newsletter oder passende Kolleginnen für die Einladung und die Erinnerung.

Grenze das Thema so ein, dass deine Wunschkunden wissen, was sie fragen können. Eine Karriereberaterin lädt zum Beispiel zu Fragen rund um das Jahresgespräch ein. Eine Kommunikationstrainerin bespricht klare Absprachen im Team.

Für jeden Termin brauchst du einen Zoom-Link, eine Anmeldung und eine kurze Beschreibung des Ablaufs. Sammle Fragen vorab. Dann hast du einen Einstieg, auch wenn am Anfang niemand direkt losredet.

  • Kündige Thema, Termin und Dauer im Feed und im Newsletter an.
  • Plane etwa 45 Minuten für Fragen, die mehrere Teilnehmende interessieren.
  • Schicke danach eine kurze Zusammenfassung. Wenn dein Angebot zu den besprochenen Fragen passt, verlinkst du es dort.

Zeit dafür: Grob 1–2 Stunden Vorbereitung für die Reihe und 1,5–2 Stunden pro Termin samt Nachbereitung. Sage in der Einladung, dass die Runde Fragen zum gemeinsamen Thema behandelt. Vertrauliche Einzelfälle besprichst du im Einzelgespräch. Zeichne nur auf, wenn alle zugestimmt haben.

Ein veröffentlichtes Beispiel: Im Adventskalender 2025 von OverTheMaze ergänzten drei Zoom-Treffen die Inhalte. Sie gehörten zu einem kostenpflichtigen Zusatzangebot.

7 · Rauhnächte: zwölf Fragen zum Jahresende

Diese Reihe beginnt nach Weihnachten und läuft bis Anfang Januar. Sie passt, wenn deine Zielgruppe zwischen den Jahren gern zurückschaut. Du wählst zwölf Abende und ordnest jedem einen Monat des vergangenen Jahres zu.

Für Selbstständige lässt sich daraus eine Content-Inventur machen. Jeden Abend schauen sie auf einen Beitrag aus dem jeweiligen Monat. Die Fragen dazu lauten zum Beispiel:

  • Welche Frage haben mir Menschen zu diesem Beitrag gestellt?
  • Was passt davon noch zu meiner Arbeit?
  • Was ändere ich, bevor ich den Beitrag noch einmal nutze?

Als Karriereberaterin überträgst du den Rückblick auf Situationen aus dem Berufsalltag: Was ist im jeweiligen Monat gut gelaufen? Was hat gefehlt? Welche Aufgabe passt auch im neuen Jahr? Halte die Fragen so klein, dass ein paar Notizen reichen.

Zeit dafür: Grob 3–5 Stunden für die Vorbereitung und weniger als eine Stunde pro Woche für allgemeine Hinweise zur Reihe. Persönliche Rückmeldungen brauchen zusätzliche Zeit. Die zwölf E-Mails schreibst du im September oder Oktober fertig. Schreibe in die Einladung, wann die Reihe beginnt und wie viel Zeit die Fragen ungefähr brauchen.

Eine Inspiration ist Rauhnächte fürs Business bei tippdichfrei. Für die Variante mit alten Beiträgen hilft mein Content-Recycling-Leitfaden.

8 · Content-Wichteln mit deinem Netzwerk

Das Content-Wichteln finde ich von diesen Ideen am coolsten. Es passt, wenn du bereits mit Kolleginnen vernetzt bist, deren Arbeit du kennst und gern empfiehlst. Eure Themen ergänzen sich, und ihr sprecht ähnliche Menschen an.

Jede stellt eine andere Person mit einem hilfreichen Rat vor. Als Beispiel tun sich eine Karrierecoachin, eine Präsentationstrainerin, eine Beraterin für Bewerbungsunterlagen und eine Bewerbungsfotografin zusammen. Euer gemeinsames Thema lautet: „Gut vorbereitet in den nächsten beruflichen Schritt“.

So setzt ihr das um:

  1. Partnerinnen auswählen: Sprich vier bis acht Menschen aus deinem Netzwerk an. Klärt, für wen eure Reihe gedacht ist und was eure Follower daraus mitnehmen.
  2. Termine festlegen: Bei vier Personen passt etwa je ein Beitrag am 1., 8., 15. und 22. Dezember. Jede übernimmt einen Beitrag.
  3. Die Reihenfolge auslosen: Lost eine Reihenfolge aus. Jede stellt die nächste Person vor, die letzte die erste. So kommt jede einmal vor.
  4. Einen konkreten Rat sammeln: Frage deine zugeteilte Partnerin nach einer kleinen Aufgabe zu eurem Thema. Die Präsentationstrainerin erklärt zum Beispiel, wie eine klare Selbstvorstellung beginnt.
  5. Beitrag vorbereiten und abstimmen: Erkläre kurz, wobei deine Partnerin hilft, gib ihren Rat weiter und zeige, wie die Leserin ihn anwendet. Hole vor dem Veröffentlichen ihre Freigabe ein.
  6. Gemeinsam veröffentlichen: Erstelle den Beitrag und lade die vorgestellte Person als Mitautorin ein. Ergänzt eine Story, die auf den Beitrag aufmerksam macht.

Für diese gemeinsamen Beiträge nutzt ihr Instagram Collabs. Aktuell kannst du bis zu fünf Konten als Mitautorinnen einladen. Für euren Wichtel-Beitrag lädst du jeweils die Person ein, die du vorstellst. Sobald sie annimmt, erscheint der Beitrag auch in ihrem Profil und kann ihre Follower erreichen.

Collabs lassen sich aktuell nicht vorplanen. Reserviert die Veröffentlichungstermine deshalb fest im Kalender. In Stories erwähnt ihr die jeweils andere Person. Mehr zur Partnerwahl und zum gemeinsamen Beitrag findest du in Instagram Collab-Post erstellen.

Zeit dafür: Rechne grob mit 3–5 Stunden für die gemeinsamen Absprachen und die Vorbereitung deines Beitrags. Im Dezember kommen das Veröffentlichen, die Stories und eure Antworten hinzu. Bis Anfang November stehen die Beiträge samt Freigaben. Die Aufgaben und Veröffentlichungstermine klärt ihr vorher.

Auch mit einem kleinen eigenen Account passt diese Idee, wenn deine Partnerinnen passende Menschen erreichen und eure Reihe mittragen. Plane als Ergebnis zunächst das gegenseitige Kennenlernen. Zeige auf deinem Profil klar, wobei du hilfst und wie Interessierte mit dir in Kontakt kommen.

Varianten für Newsletter und LinkedIn

Du kannst die Aufgaben auch per E-Mail schicken und Instagram für die Bewerbung nutzen. Das bietet sich an, wenn deine Zielgruppe lieber für sich etwas aufschreibt, als öffentlich zu antworten.

Für einen LinkedIn-Kalender mit Selbstständigen passt zum Beispiel eine kleine Kommentieraufgabe: einen fachlich passenden Beitrag finden, die eigene Sicht ergänzen und auf Antworten eingehen. Dafür braucht niemand jeden Tag einen eigenen Post.

So steht dein Kalender bis Anfang November

Für mich gehört die Vorbereitung in den September oder Oktober. Anfang November stehen die Inhalte und der Ablauf. Dann bleibt der November, um Menschen mehrmals auf den Kalender aufmerksam zu machen und zur Teilnahme einzuladen.

ZeitraumDas bereitest du vorDaran erkennst du, dass es steht
September und OktoberErgebnis für die Teilnehmenden festlegen, passende Idee auswählen und Zeit reservieren.Du kennst Thema, Umfang und den Weg, über den du Menschen einlädst. Beim Wichteln sagen die Partnerinnen zu.
Bis Anfang NovemberTexte und Vorlagen erstellen, Anmeldung und E-Mails testen, Anschluss nach dem letzten Türchen planen.Die vorbereiteten Türchen sind fertig. Für Live-Termine und Einblicke stehen Ablauf und Vorlagen. Beim Wichteln sind Aufgaben, Termine und Freigaben geklärt.
Ab Anfang NovemberDen Kalender mehrfach in Beiträgen, Stories und im Newsletter vorstellen. Die Partnerinnen beziehen ihre eigenen Kanäle ein.Interessierte wissen, für wen der Kalender ist, was sie davon haben, wann er beginnt und wo sie mitmachen.
Im DezemberVeröffentlichen, Antworten lesen und die Teilnehmenden begleiten.Du hast dafür feste Zeitfenster. Bei Collabs veröffentlichst du den fertigen Beitrag am vereinbarten Termin selbst.
Nach dem letzten TürchenDen angekündigten nächsten Schritt schicken und die Aktion auswerten.Du schaust auf dein Ziel und auf den tatsächlichen Aufwand. Die Rauhnächte-Reihe beginnt erst nach Weihnachten und endet Anfang Januar.

Vorplanen in Instagram: Mit einem öffentlichen Konto kannst du Fotos, Karussells und Reels bis zu 30 Tage im Voraus planen. Deine Dateien und Texte bereitest du schon früher vor. Ab dem 24. November liegt auch Heiligabend im Planungszeitraum. Collabs veröffentlichst du selbst am vereinbarten Tag.

Halte außerdem zwei oder drei Reserve-Inhalte bereit. Für eine Live-Runde bereitest du eine kurze Nachricht vor, mit der du bei einem Ausfall einen Ersatztermin ankündigst.

Du fängst später an? Wähle eine kleine Version: vier vorbereitete Impulse oder ein gemeinsamer Termin. Plane zuerst den Weg zur Teilnahme und den Inhalt der ersten Aufgabe. Daran erkennst du, wie viel du dieses Jahr gut begleiten kannst.

Dein Plan passt auf ein Blatt

Bevor du gestaltest oder drehst, schreibe diese Punkte auf:

  • Für wen? Beschreib die Menschen, denen dein Kalender hilft, und ihre konkrete Frage.
  • Was haben sie am Ende? Zum Beispiel Notizen für ein Jahresgespräch, eine Sammlung hilfreicher Sätze oder erste Ideen für Januar-Beiträge.
  • Wie läuft der Kalender? Wähle eine Idee und lege die Zahl der Türchen oder Termine fest.
  • Wie viel Zeit hast du? Trage Vorbereitung und Begleitung als Termine ein.
  • Wie erfahren Menschen davon? Notiere, wann du wo zur Teilnahme einlädst.
  • Was kommt danach? Plane die Abschlussmail und den nächsten passenden Schritt.

Kläre diese Punkte, bevor du die Türchen gestaltest. Dann passt die Vorlage zu deinem fertigen Plan.

Nach dem letzten Türchen: auswerten und weiterverwenden

Schaue nach dem Kalender auf das Ziel, das du am Anfang aufgeschrieben hast. Bei einer Mitmach-Aktion interessieren dich die Antworten und Gespräche. Bei einem Newsletter-Kalender schaust du auf Anmeldungen, Rückmeldungen und passende Anfragen. Halte auch fest, wie viel Arbeit du tatsächlich damit hattest.

Notiere die Fragen, die mehrmals auftauchen. Daraus entstehen neue Beiträge oder Themen für deine Beratung. Und sichere gute Türchen für später. Damit hast du für den Januar schon Material und konkrete Fragen.

Plane deine ersten drei Türchen

Deine nächsten Schritte

1. Lege das Ergebnis fest

Beende den Satz: „Nach meinem Kalender hat die Teilnehmerin …“ Wähle dann anhand deiner Ausgangslage eine der acht Ideen. Behalte die Formate, für die du im Dezember feste Zeitfenster hast.

2. Schreibe drei kleine Aufgaben

Schreibe den Wortlaut deiner ersten drei Türchen auf. Bei jedem Türchen steht, was die Person konkret tut und was danach vor ihr liegt. Teste die erste Aufgabe selbst. Formuliere die Aufgabe als kleine Handlung, zum Beispiel eine Notiz zu schreiben oder einen Satz auszuprobieren.

3. Trage Bewerbung und Abschluss ein

Lege fest, wann du erstmals einlädst und wie du bis zum Start daran erinnerst. Schreibe außerdem auf, was du nach dem letzten Türchen verschickst. So gehört der Anschluss diesmal zum Plan.

Ein Planungsbeispiel für eine Karrierecoachin

Die Ausgangslage: In diesem Planungsbeispiel erreicht die Karrierecoachin bereits interessierte Menschen über Instagram und ihren Newsletter. Ihr Angebot hilft bei der Vorbereitung auf berufliche Gespräche. Sie nutzt die vorhandenen Kontakte, um zur Anmeldung einzuladen.

Die Idee: Zwölf kurze E-Mails vom 1. bis zum 23. Dezember, jeweils eine alle zwei Tage. Die Teilnehmenden sammeln Notizen für ihr nächstes Jahresgespräch. Die Coachin bewirbt den Kalender auf Instagram. Nach dem letzten Türchen folgt eine Zusammenfassung mit einem Hinweis auf die Beratung im Januar.

Die ersten drei Türchen sind schon ausformuliert:

  1. 1. Dezember: Ein beruflicher Erfolg
    „Notiere eine Aufgabe, die dir dieses Jahr gut gelungen ist. Was genau hast du beigetragen? Schreibe zwei Sätze auf, die du im Jahresgespräch dazu sagen kannst.“

  2. 3. Dezember: Davon willst du mehr
    „Welche Aufgabe hast du dieses Jahr besonders gern übernommen? Notiere ein konkretes Beispiel und ergänze: Im nächsten Jahr will ich häufiger …“

  3. 5. Dezember: Eine klarere Absprache
    „Denke an eine Aufgabe, bei der unklar war, wer was übernimmt. Welche Absprache brauchst du beim nächsten Mal? Schreibe den Satz auf, mit dem du das ansprichst.“

So lässt sich der Kalender ankündigen: „Was willst du in deinem nächsten Jahresgespräch ansprechen? Ab dem 1. Dezember schicke ich dir zwölf kurze Aufgaben per E-Mail. Du sammelst Beispiele aus deinem Arbeitsjahr und formulierst, was du im nächsten Jahr verändern willst.“ Ergänze in deiner Einladung, wo sich Interessierte anmelden.

Die Coachin nutzt ein Thema aus ihrer bestehenden Beratung und verteilt kleine Aufgaben auf mehrere Tage. Übertrage das auf dein Fachgebiet: Welche drei Notizen, Sätze oder Entscheidungen helfen deinen Wunschkunden schon jetzt weiter?

Fazit

Wenn du jetzt eine Idee im Kopf hast, schreibe die ersten drei Türchen auf, bevor du nach einer Vorlage suchst. Daran merkst du schnell, ob deine Idee trägt. Und reserviere gleich die Zeit für die Bewerbung. Genau die hat bei meinem ersten Kalender gefehlt.

Häufige Fragen

Brauche ich eine bestehende Community für meinen Adventskalender?

Eine bestehende Community erleichtert dir den Start, weil du bereits interessierte Menschen erreichst. Für eine öffentliche Mitmach-Kette helfen Follower, die schon auf deine Stories antworten. Für Aufgaben per E-Mail reichen auch stille Mitleserinnen, die sich anmelden. Beim Content-Wichteln brauchst du ein passendes Netzwerk. Wenn du gerade erst beginnst, starte mit einer kleinen öffentlichen Reihe und baue parallel Kontakte auf.

Welche Adventskalender-Idee passt, wenn ich wenig Zeit habe?

Ein vorbereiteter Sammelkalender passt, wenn du die Inhalte früh fertigstellst und im Dezember vor allem Antworten begleitest. Wenn du lieber live erklärst, plane einen oder zwei feste Fragetermine samt Nachbereitung. Wähle den Umfang anhand deiner freien Zeitfenster.

Wie gewinne ich mit einem Adventskalender neue Kontakte?

Zeige ein konkretes Ergebnis für die Teilnehmenden und erkläre die Anmeldung. Nutze vorhandene Kanäle oder passende Kooperationen für die Einladung. Plane auch die Abschlussmail und den nächsten Schritt danach. So gibst du Interessierten einen klaren Weg vom ersten Beitrag bis zum Gespräch oder Angebot.

Wie viel Zeit brauche ich für die Vorbereitung?

Die Stundenangaben im Artikel sind grobe Schätzungen. Produziere ein Probetürchen und miss deine Zeit. Rechne die restlichen Inhalte, die Anmeldung und die Bewerbung dazu. Reserviere im Dezember zusätzlich Zeit für Antworten, Absprachen oder Live-Termine.

Wann beginne ich mit der Planung?

Plane die Inhalte und den Ablauf im September oder Oktober. Bis Anfang November stehen die vorbereiteten Türchen, die Anmeldung und der Anschluss nach der Aktion. Ab Anfang November bewirbst du den Kalender mehrfach.

Was passt, wenn ich erst später im November anfange?

Wähle eine kleine Aktion mit vier Impulsen oder einem festen Termin. Nutze vorhandene Inhalte und die Kontakte, die du bereits erreichst. Teste die Anmeldung und bereite die erste Aufgabe vor, bevor du einlädst. Wenn du von vornherein wenig Zeit hast, passt auch eine vorbereitete Reihe zwischen Weihnachten und Anfang Januar.

Muss ein Adventskalender 24 Türchen haben?

Du kannst zwölf Impulse, sechs Videos, vier gemeinsame Beiträge oder einzelne Fragerunden als Adventsaktion planen. Sage in der Einladung, wann und wie oft etwas kommt. So wissen die Teilnehmenden, was sie erwartet.

Kann ich meine Adventskalender-Beiträge vorplanen?

Mit einem öffentlichen Konto kannst du Fotos, Karussells und Reels in der Instagram-App bis zu 30 Tage im Voraus planen. Collabs lassen sich aktuell nicht vorplanen. Bereite sie vollständig vor und reserviere den Veröffentlichungstermin im Kalender.

Kann ich zwei Ideen kombinieren?

Ja. Ergänze deine Hauptreihe um eine kleine Aktion, zum Beispiel eine einzelne Du-bist-dran-Story zu einem Sammelkalender. Plane erst die Hauptreihe fertig und rechne die Zeit für die Ergänzung dazu.

Instagram-Newsletter

Instagram darf leichter werden.

Ich schreibe regelmäßig über Instagram und probiere vieles vorher selbst aus. Was dabei hängen bleibt, schicke ich dir per Mail.

In meinem Instagram-Newsletter bekommst du:

  • meine neuesten Artikel rund um Instagram
  • Tipps aus der täglichen Arbeit mit meinen Kundinnen
  • kleine Kniffe und Einstellungen, die es nicht in den Blog schaffen

Für Coaches, BeraterInnen & TrainerInnen, die auf ihre Art sichtbar werden wollen.