
Ich gebe es gleich zu: Einen Collab-Post habe ich selbst noch nicht gemacht.
Meinen Kunden empfehle ich ihn ständig, aber ich bin da selbst noch ein bisschen zögerlich. Wahrscheinlich aus demselben Grund wie du: Man muss ja jemanden fragen. Und genau da wird es unangenehm.
Trotzdem, oder gerade deshalb, will ich dir zeigen, warum ein Collab-Post eine der klügsten Sachen ist, die du auf Instagram machen kannst, wenn du wachsen willst, ohne dich zu verausgaben. Denn die Rechnung dahinter ist fast schon unfair gut.
Ein normaler Beitrag gehört einem Account. Ein Collab-Post gehört mehreren gemeinsam. Oben im Beitrag stehen dann alle beteiligten Namen, und er taucht im Profil und im Feed von allen auf.
Der eigentliche Hebel steckt in den Zahlen. Likes, Kommentare und Views werden nicht aufgeteilt, sondern gebündelt. Bekommt ein Collab-Post 3.000 Likes, zeigen beide Profile 3.000 Likes, nicht 1.500 pro Kopf. Für den Algorithmus ist dieses geballte Engagement ein starkes Signal, und er spielt den Beitrag weiter aus.
Und dann ist da etwas, das viel zu selten gesagt wird: Deine stärkste Sichtbarkeit entsteht selten in deiner eigenen Community. Sie entsteht, wenn jemand anderes über dich spricht. Wenn die Community von deinem Gegenüber sieht, dass ihr gemeinsam postet, überträgt sich ein Stück ihres Vertrauens auf dich. Aus einem fremden Namen wird jemand, mit dem ihr geschätzter Coach zusammenarbeitet.
Genau deshalb sind Collab-Posts so stark, gerade wenn du gerade erst sichtbar wirst oder ein Programm launchst. Und weil bis zu fünf Mitgestalter mitmachen können, bleibt es nicht bei zwei Communitys. Ein gemeinsames Reel von vier Coaches landet eben in vier Feeds gleichzeitig.
Eine Einschränkung noch: Für Stories gibt es diese Funktion nicht. Collab-Posts gehen für einen normalen Feed-Beitrag, also ein einzelnes Bild, für ein Karussell und für ein Reel. In der Story kannst du dein Gegenüber nur markieren.
Die Einladung ist schneller gemacht, als du denkst.
Du erstellst deinen Beitrag oder dein Reel ganz normal, wählst dein Bild oder Video und schreibst deine Bildunterschrift. Auf der letzten Seite vor dem Posten tippst du auf „Personen markieren" und dann auf „Mitgestalter einladen". Jetzt gibst du den Namen der Person ein, wählst sie aus und postest.
Dein Gegenüber bekommt eine Benachrichtigung, tippt bei den Herz-Meldungen auf die Einladung und wählt „Einladung annehmen". Erst danach erscheint der Beitrag auch dort. Wird die Einladung nicht angenommen, bleibt er einfach bei dir, als ganz normaler Post.
Damit das klappt, sollten beide Konten öffentlich sein. Bei privaten Konten müsst ihr euch gegenseitig folgen. Eine Mindestzahl an Followern brauchst du nicht, das geht auch ganz am Anfang.
Falls die Option „Mitgestalter einladen" bei dir gar nicht auftaucht, liegt es meist an einer veralteten App, einem privaten Konto oder daran, dass die Funktion bei dir noch nicht ausgerollt ist. Ein Wechsel zum Professional-Konto und ein App-Update lösen das oft. Ob eine offene Einladung nach einer Weile verfällt, ist je nach App-Version unterschiedlich. Im Zweifel fragst du einfach nochmal an.
Die spannendere Frage ist ohnehin nicht das Wie, sondern das Mit wem. Und da gibt es ein paar Überlegungen, die dir viel Frust ersparen.
Such dir jemanden auf Augenhöhe. Gerade für deine ersten Collabs sollte dein Gegenüber ungefähr in der gleichen Größenordnung spielen. Denn eine Kollaboration ist ein Geben und Nehmen, und du musst dem anderen auch etwas bieten können. Für einen großen Account ist das leicht, da kommen die Anfragen von selbst. Bist du noch kleiner, gehst du eben selbst auf die Suche und machst klar, was für den anderen drin ist.
Geh in eine andere Nische, aber nicht in Konkurrenz. Am schönsten funktioniert es, wenn sich eure Zielgruppen überschneiden, ihr euch aber nicht die Kunden wegnehmt. Das kann sogar innerhalb meines eigenen Felds sein. Jemand, der auch Instagram-Marketing macht, aber einen ganz eigenen Schwerpunkt hat, zum Beispiel das Verkaufen über Stories, das Livestreaming, Talking-Head-Reels oder den psychologischen Aufbau von Karussells. Da ergänzen wir uns, statt uns in die Quere zu kommen.
So fragst du an, ohne aufdringlich zu wirken. Schick niemandem einfach eine Collab-Einladung rein. Wärm die Verbindung erst an, indem du eine Weile ehrlich unter den Beiträgen des anderen kommentierst, sodass dein Name kein Fremdwort mehr ist.
Dann schreibst du eine kurze, persönliche Nachricht. Sag in ein, zwei Sätzen, wer du bist, und beziehe dich auf etwas Konkretes von der Person, damit klar ist, dass das keine Copy-Paste-Nachricht ist. Dann kommst du zu deiner Idee: welches Format schwebt dir vor, und was hat der andere davon? Halt die Nachricht kurz. Und wenn nach etwa einer Woche keine Antwort kommt, hak einmal freundlich nach, öfter aber nicht.
Und wenn eine Zusammenarbeit gut lief, wiederhol sie ruhig. Eine Verbindung, die einmal funktioniert hat, ist Gold wert, gerade wenn du noch nicht die Reichweite hast, zu der die Leute von selbst kommen.
Wenn du erst mal jemanden aus deinem Netzwerk hast, ist der Content der leichteste Teil.
Ihr könnt ein gemeinsames Reel drehen, in dem einer fragt und der andere antwortet. Ihr macht ein kleines Experten-Interview, geht zusammen live oder verlost etwas gemeinsam. Auch ein Karussell, in dem jeder einen kurzen Tipp zu einem Thema beisteuert, funktioniert gut, so bekommen alle Communitys geballtes Wissen auf einmal. Und die Ankündigung eines gemeinsamen Webinars ist ein perfekter Anlass.
Ein paar Stolperfallen solltest du kennen. Poste denselben Beitrag nicht doppelt, wenn ihr auch die Collab-Funktion nutzen könnt, denn identische Doppelposts mag der Algorithmus nicht. Kollaborier nicht mit deiner direkten Konkurrenz, sondern mit jemandem, der dich ergänzt. Und vergiss nicht, dass dein Gegenüber die Einladung erst annehmen muss, sonst wunderst du dich, warum der Beitrag dort noch nicht auftaucht.
Der wichtigste Punkt bleibt das ehrliche Geben und Nehmen. Wer nur die Reichweite des anderen abgreifen will, wird beim nächsten Mal nicht wieder gefragt.
Ich bin bei Collabs selbst noch am Anfang, ehrlich gesagt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird: Der Aufwand ist klein, und der Effekt kann riesig sein. Deine stärkste Sichtbarkeit entsteht eben selten allein, sondern dann, wenn jemand anderes dich in seine Welt holt.
Fang mit jemandem an, der ungefähr so groß ist wie du und dessen Zielgruppe zu deiner passt, ohne dass ihr euch Kunden streitig macht. Wärm die Verbindung an und frag dann persönlich, mit einem echten Angebot. Der Rest ist ein Beitrag, den ihr euch teilt.
Vielleicht bin ich beim nächsten Mal ja dabei. 🙂
Im Instagram-Intensiv-Coaching bauen wir deine Strategie, deine Formate und dein Netzwerk so auf, dass Wachstum machbar wird, auch wenn du gerade erst anfängst.
Zum Instagram-CoachingMeistens an einem dieser Punkte: dein Konto ist privat, deine App ist veraltet, du hast ein persönliches statt ein Professional-Konto, oder die Funktion ist bei dir noch nicht ausgerollt. Ein App-Update und der Wechsel zum Professional-Konto lösen das in den allermeisten Fällen.
Ja, weil dein Beitrag in zwei oder mehr Follower-Kreisen ausgespielt wird und das gebündelte Engagement dem Algorithmus ein starkes Signal gibt. Voraussetzung ist, dass eure Zielgruppen wirklich zusammenpassen, sonst verpufft der Effekt.
Beim Markieren erscheint der Beitrag nur bei dir, die markierte Person landet nur in ihrem Markiert-Reiter. Beim Collab gehört euch der Beitrag gemeinsam, er steht in beiden Profilen, die Zahlen sind gebündelt, und dein Gegenüber muss zustimmen.
Bei öffentlichen Konten ja, ihr müsst euch nicht gegenseitig folgen. Nur bei privaten Konten braucht es das gegenseitige Folgen, damit es funktioniert.
Nein. Likes, Kommentare und Views werden gebündelt, nicht geteilt. Jeder beteiligte Account zeigt die volle Zahl an.
Ja. Öffne den Beitrag, geh über die drei Punkte auf Bearbeiten, dann auf „Personen markieren" und „Mitgestalter einladen". Deine bisherigen Likes und Kommentare bleiben erhalten.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026