
Ich habe die Collab-Funktion bei Instagram bisher nur im privaten Rahmen getestet. Ich wollte einfach wissen: Wie funktioniert das technisch? Wo landet die Anfrage? Und was sieht die andere Person?
Einen Collab-Post für meinen eigenen Business-Account habe ich noch nicht veröffentlicht. Ganz neu ist das Thema für mich trotzdem nicht. Im Social-Media-Management habe ich bereits Kollaborationen begleitet, unter anderem mit Messeveranstaltern und Influencern.
Und wenn die beteiligten Accounts wirklich zusammenpassen, kann das sehr gut funktionieren. Bei einigen Collab-Posts konnte man an den Followerzahlen ziemlich genau erkennen, wann der Beitrag online gegangen ist.
Ich habe aber auch schon das Gegenteil erlebt: Eine Kollaboration brachte einem Kunden viele Profilbesucher aus Indien. Für diesen Account waren diese Menschen überhaupt nicht interessant. Sie interessierten sich weder für das Angebot noch für die Inhalte, die danach kamen.
Genau deshalb würde ich nicht einfach nur nach einem möglichst großen Account suchen. Viel wichtiger ist, ob du mit der Collab auch die richtigen Menschen erreichst.
Bei einem Collab-Post veröffentlichst du einen Feed-Beitrag, ein Karussell oder ein Reel gemeinsam mit anderen Instagram-Accounts.
Ein Account erstellt den Beitrag und lädt die anderen als Mitgestalter beziehungsweise Co-Autoren ein. Je nach App-Version kann die Bezeichnung bei dir etwas anders aussehen.
Sobald die Einladung angenommen wurde,
Derzeit kannst du bis zu fünf weitere Accounts einladen. Zusammen mit deinem eigenen Account können also bis zu sechs Accounts an einem Collab-Post beteiligt sein.
Der Account, der den Beitrag erstellt hat, bleibt dabei der Hauptaccount. Weitere Informationen findest du im offiziellen Hilfebereich von Instagram.
Für Stories gibt es diese Funktion nicht. Dort kannst du andere Accounts lediglich erwähnen. Collab-Posts sind für einzelne Feed-Bilder, Instagram-Karussells und Reels möglich.
Du kannst die Einladung direkt beim Erstellen des Beitrags verschicken:
Die andere Person bekommt anschließend eine Benachrichtigung und muss die Einladung annehmen. Erst dann erscheint der Beitrag auch in ihrem Profil.
Nimmt sie die Einladung nicht an, bleibt der Beitrag als ganz normaler Beitrag auf deinem Account veröffentlicht.
Ja, du kannst auch bei einem bereits veröffentlichten Beitrag noch Co-Autoren einladen.
Öffne dazu den Beitrag und gehe über die drei Punkte auf „Bearbeiten“. Unter „Personen markieren“ kannst du weitere Co-Autoren einladen.
Instagram verändert allerdings immer wieder Funktionen und Bezeichnungen. Es kann deshalb sein, dass es bei dir ein bisschen anders aussieht. Wenn dir die Möglichkeit nicht angezeigt wird, richte die Zusammenarbeit am besten direkt vor der Veröffentlichung ein.
Mit einem Collab-Post kannst du Menschen erreichen, die dich bisher vielleicht noch gar nicht kennen. Der Beitrag wird nicht nur über deinen eigenen Account ausgespielt, sondern kann auch die Follower der beteiligten Accounts erreichen.
Das klingt natürlich erst einmal ziemlich gut.
Es heißt aber nicht, dass Instagram den Beitrag automatisch allen Followern zeigt oder plötzlich besonders vielen Nicht-Followern ausspielt. Die mögliche Reichweite ist größer. Wie viele Menschen den Beitrag am Ende wirklich sehen, ist trotzdem nicht garantiert.
Für mich liegt der Nutzen deshalb auch nicht nur in den Reichweitenzahlen.
Wenn die Zielgruppen gut zusammenpassen, lernen Menschen deinen Account kennen, die sich tatsächlich für deine Themen interessieren könnten.
Bei den Kollaborationen, die ich begleitet habe, waren zum Teil deutliche Follower-Sprünge zu sehen. Der Collab-Post ging online und kurz darauf kamen merklich neue Follower hinzu.
Genau das kann passieren, wenn Thema, Accounts und Zielgruppen zusammenpassen.
Wenn zwei bekannte oder fachlich passende Accounts gemeinsam auftreten, hat das auch etwas von einer Empfehlung.
Die andere Person zeigt ihrer Community schließlich: Wir kennen uns, wir arbeiten zusammen und wir finden dieses Thema wichtig genug, um gemeinsam darüber zu sprechen.
Das kann einen ganz anderen Eindruck hinterlassen, als wenn jemand deinen Account zufällig zum ersten Mal entdeckt.
Aus einer Kollaboration kann mehr entstehen als ein einzelner Beitrag. Vielleicht entwickelt ihr später weitere Inhalte, empfehlt euch gegenseitig oder plant irgendwann eine gemeinsame Veranstaltung.
Gerade bei einem Launch, einem Webinar, einer Messe oder einer Konferenz kann ein Collab-Post gut passen.
Ich würde damit allerdings nicht erst drei Tage vor einem Launch anfangen. Probiert vorher schon einmal aus, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Dann wisst ihr, wie ihr euch abstimmt, und müsst euch nicht ausgerechnet in der stressigsten Phase erst kennenlernen.
Natürlich ist es schön, wenn du für eine Collab einen Account mit deutlich mehr Reichweite gewinnen kannst.
Aber dann musst du auch überlegen: Was hat dieser Account eigentlich davon?
Vielleicht kennt und mag die Person dich und möchte dich unterstützen. Vielleicht bringst du eine Erfahrung mit, die ihr fehlt. Oder du hast Zugang zu einer anderen Zielgruppe, die für sie interessant ist.
Es muss nicht alles exakt ausgeglichen sein. Aber es sollte einen guten Grund geben, warum beide Seiten diese Zusammenarbeit eingehen.
Eine Collab sollte für alle Beteiligten etwas bringen. Sonst wird es auf Dauer schwierig.
Die Communitys müssen nicht komplett identisch sein. Es sollte aber genügend Menschen geben, für die beide Themen interessant sind.
Ich könnte mir zum Beispiel gut eine Zusammenarbeit mit jemandem vorstellen, der sich auf Instagram Stories oder Talking-Head-Reels spezialisiert hat.
Ich helfe Menschen dabei, mit Instagram durchzustarten und erst einmal das große Ganze zu verstehen. Jemand anderes unterstützt sie vielleicht später dabei, ihre Talking-Head-Reels gezielt zu verbessern.
Wir bewegen uns beide im Instagram-Marketing, bieten aber nicht genau das Gleiche an. Und genau dadurch kann es für beide Seiten interessant werden.
Menschen aus meiner Community möchten irgendwann vielleicht tiefer in das Thema Reels einsteigen. Die andere Community braucht möglicherweise erst einmal Unterstützung bei der grundlegenden Instagram-Strategie.
Ein großer Account bringt dir nicht automatisch etwas.
Vielleicht kommen die Follower aus einer Region, die für dein Angebot gar nicht interessant ist. Vielleicht gibt es kaum echte Gespräche unter den Beiträgen. Oder ein Teil der Follower und Interaktionen wurde gekauft.
Das ist leider leichter, als man denkt.
Bevor du dich von einer großen Zahl beeindrucken lässt, würde ich deshalb ein bisschen genauer hinsehen:
Ich habe selbst erlebt, dass eine Kollaboration viele Profilbesucher gebracht hat, die für den Account vollkommen uninteressant waren.
Auf den ersten Blick sah das natürlich toll aus. Viele neue Profilaufrufe, viel Bewegung in den Statistiken. Für das weitere Instagram-Marketing hatte es aber kaum einen Wert.
Bei der Zusammenarbeit mit Influencern läuft es häufig etwas anders. Dort spricht man sich vorher ab, vereinbart die Leistungen und zahlt einen entsprechenden Preis.
Das ist aber nicht die Art von Collab, um die es mir hier hauptsächlich geht.
Ein Collab-Post kann genauso gut ohne Bezahlung entstehen. Dann braucht es allerdings eine Idee, bei der beide Seiten etwas beitragen und auch beide von der gemeinsamen Veröffentlichung profitieren.
Was ich nicht machen würde: einen Beitrag fertigstellen und anschließend ohne ein Wort irgendeinen Account als Co-Autor einladen.
Ganz ehrlich: Wenn so eine Einladung aus dem Nichts bei mir auftaucht, fühlt sich das für mich nicht nach Zusammenarbeit an. Es fühlt sich nach Kaltakquise an.
Und ja, das ist mir schon passiert. Ich habe die Einladung abgelehnt.
Ich möchte vorher wissen, wer mich da anfragt, worum es gehen soll und warum die Person ausgerechnet an mich gedacht hat.
Außerdem möchte ich wissen:
Am liebsten arbeite ich mit Menschen zusammen, die ich bereits kenne und denen ich vertraue. Der Beitrag erscheint schließlich später auch in meinem Profil.
Da möchte ich schon sicher sein, dass kein Nonsens dabei herauskommt und der Inhalt meine Zielgruppe wirklich einen Schritt weiterbringt.
Wenn ihr bisher noch überhaupt keinen Kontakt hattet, würde ich nicht direkt mit einer Collab-Anfrage in die Tür fallen.
Du kannst dich erst einmal mit den Inhalten der Person beschäftigen, passende Beiträge kommentieren und ins Gespräch kommen. Dann ist dein Name zumindest nicht völlig unbekannt, wenn du später deine Idee vorstellst.
Damit meine ich nicht, dass du vier Wochen lang strategisch Kommentare verteilen sollst, nur um anschließend etwas zu wollen. So etwas merkt man meistens sowieso.
Es geht eher darum, echtes Interesse zu zeigen und nicht so zu tun, als bestünde bereits eine Beziehung, obwohl ihr noch nie ein Wort miteinander gewechselt habt.
Deine Anfrage könnte zum Beispiel so aussehen:
„Hallo [Name], ich beschäftige mich schon länger mit deinen Inhalten zum Thema [Thema]. Besonders dein Beitrag zu [konkreter Inhalt] ist mir im Gedächtnis geblieben. Ich glaube, dass sich unsere Themen bei [gemeinsames Thema] gut ergänzen. Ich könnte mir dazu ein gemeinsames Karussell beziehungsweise Webinar vorstellen. Für deine Community wäre [Nutzen] dabei, meine Follower würden deine Perspektive zu [Thema] kennenlernen. Hättest du grundsätzlich Interesse, darüber zu sprechen?“
Der Beitrag muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht komplett ausgearbeitet sein. Ich würde aber schon so konkret werden, dass die andere Person versteht, was du vorhast und was die Zusammenarbeit für beide Seiten interessant macht.
Im Instagram-Sparring schauen wir gemeinsam darauf, wen du sinnvoll anfragen könntest, welches Format zu eurem Thema passt und wie daraus ein Beitrag mit echtem Nutzen für beide Communitys wird.
Natürlich könnt ihr einen Collab-Post einfach dafür nutzen, euch gegenseitig mehr Reichweite zu verschaffen.
Spannender finde ich es aber, wenn eure unterschiedlichen Erfahrungen den Beitrag wirklich besser machen. Wenn also nicht beide mehr oder weniger das Gleiche erzählen, sondern jeder etwas Eigenes mitbringt.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
In einem Karussell könnt ihr eine Frage aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Das passt gut, wenn eure Fachgebiete zusammengehören, aber nicht identisch sind.
Ein Beispiel wäre ein Karussell über die ersten Talking-Head-Reels: Ich ordne das Ganze in die Instagram-Strategie ein. Jemand mit einer Spezialisierung auf Reels zeigt, worauf es bei Einstieg, Kameraperspektive und Umsetzung ankommt.
So bringt jeder seine eigene Erfahrung ein und der Beitrag wird hilfreicher, als wenn einer allein versucht, alle Bereiche abzudecken.
In einem gemeinsamen Reel kann einer eine Frage stellen und der andere antworten. Ihr könnt kurze Aussagen abwechseln oder zwei unterschiedliche Herangehensweisen zeigen.
Das muss nicht kompliziert werden.
Ihr solltet euch nur vorher darüber verständigen, wer das Reel aufnimmt, wer es schneidet und über welchen Account es veröffentlicht wird. Sonst wartet am Ende jeder darauf, dass der andere anfängt.
Webinare finde ich für Kollaborationen besonders passend. Beide Seiten können ihr Wissen einbringen und das gemeinsame Thema in ihren Communitys bekannt machen.
Wenn das Webinar zu einem Launch gehört, würde ich die Zusammenarbeit trotzdem vorher schon einmal testen. Kurz vor dem Verkauf ist nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, um herauszufinden, dass ihr völlig unterschiedlich arbeitet oder euch bei jeder Kleinigkeit abstimmen müsst.
Auch bei einer Messe oder Konferenz bietet sich ein Collab-Post an. Zum Beispiel zwischen dem Veranstalter und einem Vortragenden oder Aussteller.
Der Veranstalter macht das Event bekannter. Der beteiligte Account erreicht Menschen, die sich bereits für das Thema oder die Branche interessieren.
Ich habe solche Kooperationen selbst im Social-Media-Management begleitet. Wenn die Communitys zusammenpassen, kann das wirklich gut funktionieren.
Technisch erstellt und veröffentlicht immer ein Account den Beitrag. Dieser Account gibt damit zwangsläufig ein Stück weit den Ton an.
Deshalb würde ich vorher kurz klären:
Das muss keine stundenlange Besprechung werden. Einmal sauber abgestimmt erspart euch aber später einiges an Hin und Her.
Denkt dabei auch an die Gestaltung.
Wenn jemand einen sehr einheitlichen Look auf seinem Profil hat, kann ein anders gestalteter Collab-Post das Gesamtbild im Grid verändern.
Für manche ist das überhaupt kein Problem. Andere stört es sehr. Beides ist völlig in Ordnung – ihr solltet nur vorher darüber sprechen.
Vielleicht findet ihr eine Gestaltung, die für beide passt. Oder ihr sagt ganz bewusst: Der Nutzen dieser Zusammenarbeit ist uns wichtiger als ein vollkommen einheitliches Profilgrid.
Nach der Veröffentlichung würde ich nicht nur auf die Reichweite schauen.
Viel interessanter ist:
So kannst du besser einschätzen, ob die Collab tatsächlich etwas gebracht hat oder ob nur für einen kurzen Moment eine größere Zahl in den Statistiken stand.
Mit einem Collab-Post kannst du mehr Menschen erreichen, Vertrauen aufbauen und zeigen, mit wem du zusammenarbeitest.
Nur: Das passiert nicht automatisch, sobald ein großer Account beteiligt ist.
Wenn die Zielgruppen nicht zusammenpassen, bringt dir auch die zusätzliche Reichweite wenig. Und wenn der Inhalt nur erstellt wurde, damit ihr gegenseitig eure Follower erreicht, merkt man das meistens auch.
Ich würde deshalb mit einer anderen Frage anfangen:
Mit wem könnte ich einen Beitrag erstellen, der für meine Zielgruppe wirklich hilfreicher wird, weil wir ihn gemeinsam machen?
Wenn dir dazu jemand einfällt, schick nicht sofort die technische Einladung raus. Sprich die Person erst an, erzähl von deiner Idee und schaut gemeinsam, ob daraus etwas werden kann, das für euch beide passt.
Im Instagram-Sparring schauen wir gemeinsam auf deine Idee, mögliche Partner und den konkreten Beitrag. So gehst du nicht mit einer beliebigen Anfrage raus, sondern mit einem Vorschlag, der zu deinem Angebot und zur Zielgruppe beider Accounts passt.
Aktuell kannst du laut Instagram bis zu fünf weitere Accounts als Mitgestalter einladen. Zusammen mit dem Account, der den Beitrag erstellt, können damit bis zu sechs Accounts beteiligt sein.
Ja, das ist in meiner aktuellen Instagram-App möglich.
Öffne den veröffentlichten Beitrag und tippe auf die drei Punkte. Unter „Bearbeiten“ und „Personen markieren“ kannst du weitere Co-Autoren einladen.
Instagram verändert allerdings immer wieder Funktionen und Bezeichnungen. Wenn dir diese Möglichkeit nicht angezeigt wird, richtest du die Collab am besten bereits vor der Veröffentlichung ein.
Ja, private Accounts sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Wenn ein privater Account einen Collab-Post startet, muss der eingeladene Account ihm laut Meta zurückfolgen. Meta erklärt die Regel für private Accounts hier.
Instagram nennt ein Business- oder Creator-Konto nicht als allgemeine Voraussetzung.
Wenn du die Funktion nicht findest, heißt das also nicht automatisch, dass du dein Kontomodell wechseln musst. Prüfe zunächst, ob deine Instagram-App aktuell ist und ob du die Funktion unter „Personen markieren“ findest.
Nein. Der Beitrag kann über mehrere Accounts und deren Communitys ausgespielt werden. Wie viele Menschen ihn tatsächlich sehen, ist aber nicht garantiert.
Und selbst eine hohe Reichweite bringt dir wenig, wenn du damit Menschen erreichst, die überhaupt nicht zu deinem Angebot passen.
Bei einer normalen Markierung bleibt der Beitrag auf dem Account, der ihn veröffentlicht hat. Die markierte Person wird lediglich mit dem Beitrag verknüpft.
Nimmt sie dagegen eine Collab-Einladung an, erscheint der Beitrag auch in ihrem Profil. Likes, Kommentare und Aufrufe werden am gemeinsamen Beitrag gesammelt.
Bei öffentlichen Accounts ist gegenseitiges Folgen nicht grundsätzlich erforderlich.
Startet ein privater Account die Collab, muss der eingeladene Account diesem laut Meta zurückfolgen.