
„Ich weiß, dass meine Kunden irgendwo da draußen sind. Ich weiß nur nicht, auf welcher Plattform.“ Das höre ich in meinen Beratungen immer wieder.
Bevor ich eine Plattform empfehle, schaue ich auf dein Angebot und deine Kunden. Dazu kommen deine Vorerfahrung, die Inhalte, auf die du Lust hast, und deine Zeit. Instagram und LinkedIn sind dabei zwei Möglichkeiten. Es gibt noch andere Plattformen, und die Auswahl hängt von deiner Situation ab.
Viele Kundengruppen sind auf Social Media erreichbar. Welche Plattform zu deinem Angebot passt, prüfst du an deinen konkreten Kunden und deinem Arbeitsalltag. Dazu gehört auch, wer sich vor einer Buchung informiert. Das ist manchmal jemand anderes als die Person, für die deine Leistung am Ende gedacht ist.
Die meisten Anfragen kommen bei mir über den Blog. Interessenten buchen dort über den eingebundenen Kalender einen Termin. Vereinzelt kommen auch Anfragen über LinkedIn.
Wenn wir über Kundengewinnung sprechen, gehört dieser Weg für mich dazu. Ein Blogartikel erklärt ein Thema ausführlich, und über den Kalender gibt es eine Möglichkeit, mit mir ins Gespräch zu kommen. Bei der Frage nach deinen eigenen Kunden lohnt sich deshalb auch der Blick darauf, was zwischen dem ersten Interesse und einer Anfrage passiert.
Schau dir an, woher deine Anfragen tatsächlich kommen. Frag neue Kunden, wie sie auf dich aufmerksam geworden sind und wo sie sich vorher informiert haben. Daraus erfährst du mehr über ihren Weg als aus der Zahl der Likes unter einem einzelnen Beitrag.
Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 nutzen 61 Prozent der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren mindestens wöchentlich Social Media. Bei den 50- bis 69-Jährigen sind es 53 Prozent, ab 70 Jahren 22 Prozent.
Auch ältere Kunden sind also auf Social Media unterwegs. Wie gut du deine konkrete Zielgruppe dort erreichst, hängt aber von mehr als ihrem Alter ab. Für die Plattformwahl interessiert mich auch, in welcher Situation jemand Unterstützung sucht. Ein berufliches Anliegen führt möglicherweise auf andere Wege als die Suche nach Hilfe für einen Angehörigen.
Für die Plattformwahl sind die Zahlen ein Anhaltspunkt. Aus einer hohen allgemeinen Nutzung lässt sich noch nicht ablesen, ob jemand gerade nach deinem Angebot sucht.
Eine meiner Kundinnen ist Immobilienmaklerin. In einer Redaktionsbesprechung erzählte sie, dass häufig die Kinder älterer Eigentümer nach Lösungen suchen. Es geht dabei um Fragen rund ums Vererben, Sanieren und um den Umgang mit einer geerbten Immobilie.
Diese Kinder und Erben beschäftigen sich damit, ob sie eine Erbschaft annehmen, die Immobilie behalten oder verkaufen und was sie damit machen. Für die redaktionelle Planung sind genau diese Fragen interessant. Wenn wir nur auf die älteren Eigentümer schauen, übersehen wir einen Teil der Personen, die sich mit dem Thema befassen.
Zur Zielgruppe können auch die Personen gehören, die sich für jemanden mitinformieren oder später selbst betroffen sind. Im Immobilienbeispiel sind das die Kinder und Erben. Bei anderen Angeboten sind vielleicht Angehörige oder Kollegen beteiligt. Schau dir an, wer die Fragen stellt und welche Rolle diese Person bei der Entscheidung spielt.
So werden auch die Inhalte konkreter. Ein Beitrag zur Frage, was mit einer geerbten Immobilie passiert, spricht ein anderes Anliegen an als ein allgemeiner Beitrag über Immobilien. Für deine eigene Arbeit lohnt sich dieser Blick ebenso: Welche Fragen haben die Personen, die dein Angebot recherchieren?
Bei der Plattformwahl schaue ich mir diese Punkte an:
Instagram ist für mich ein größerer Zeitfresser als LinkedIn. Das ist meine eigene Erfahrung. Bei dir spielen deine Vorkenntnisse und deine Art, Inhalte zu erstellen, mit hinein. Deshalb schauen wir auf deinen Alltag und darauf, wie viel Arbeit du regelmäßig unterbringst.
Meine Empfehlung für den Einstieg: Wähle zunächst eine Plattform und lerne sie beim Umsetzen kennen. Im Vergleich Welche Social-Media-Plattform passt zu dir? findest du weitere Entscheidungshilfen. Wie du später weitere Kanäle dazunimmst, erkläre ich im Artikel über die Aufgaben deiner Marketingkanäle.
Wenn du noch keine Kunden hast, fehlen dir deren Rückmeldungen. Für den Einstieg kannst du dich an meinem Social-Media-Fahrplan für die ersten 90 Tage orientieren. Darin gehe ich vom Angebot und den Wunschkunden über das Profil zu den ersten Beiträgen und zum Rückblick auf die Ergebnisse.
Auf LinkedIn beginnst du mit dem Profil. Danach suchst du passende aktive Accounts, vernetzt dich und bringst dich mit hilfreichen Kommentaren ein. Eigene Beiträge gehören dazu; dafür brauchst du keine wochenlange Wartezeit. Ein Text zu einer Frage aus deiner Arbeit reicht für den Anfang.
Auf Instagram empfehle ich, früh eigene Beiträge zu veröffentlichen. Starte beispielsweise mit einem Bild und einem Text zu einer Frage deiner Wunschkunden. Dein Profil verbesserst du nach und nach. Antworte auf Kommentare unter deinen Beiträgen.
Auf Instagram schaust du nach einem Monat mit eigenen Beiträgen zum ersten Mal genauer auf die Ergebnisse. Nach 90 Tagen betrachtest du den bisherigen Verlauf. Dazu gehören passende Kontakte und Anfragen ebenso wie die Arbeit, die du in deine Inhalte gesteckt hast. Der Zeitraum hilft beim Ausprobieren und Auswerten; er ist kein Versprechen, dass du danach Kunden gewinnst.
Wenn jemand durch einen Beitrag oder eine Empfehlung auf dein Profil kommt, braucht er dort eine verständliche Erklärung deiner Arbeit. Beschreibe, wobei du hilfst und für wen dein Angebot gedacht ist. Zeige auch, wie Interessenten mehr erfahren oder Kontakt aufnehmen.
Schau dafür auf dein Profil, als kennst du dich selbst noch nicht. Versteht jemand ohne dein Fachwissen, was du anbietest? Ein schöner Spruch in der Bio erklärt die Leistung oft noch nicht. Eine konkrete Beschreibung hilft bei der Orientierung.
Dein Profil muss zum Start noch nicht perfekt sein. Verbessere es beim Arbeiten weiter. Für Instagram findest du dafür meine Checkliste zum Optimieren deines Profils.
Nimm ein konkretes Angebot und schreib deine Überlegungen auf. Beziehe auch die Personen ein, die sich für deine Kunden informieren. Stichpunkte reichen.
Du brauchst für den Anfang eine Plattform, mit der du arbeiten willst und für die du Zeit hast. Dort zeigst du dein Angebot und lernst beim Umsetzen dazu. Ob du die richtigen Interessenten ansprichst und wie du mit der Arbeit zurechtkommst, schaust du dir anschließend genauer an.
Frag bestehende Kunden nach ihrem Rechercheweg und ihren Plattformen. Schau dir passende Profile und Gespräche zu deinem Thema an. Beziehe auch Personen ein, die sich für jemanden informieren oder bei einer Kaufentscheidung mitreden. Allgemeine Nutzungszahlen geben eine erste Orientierung.
Lege dein Angebot und deine Wunschkunden fest und wähle eine Plattform für den Einstieg. Richte dein Profil ein und beginne mit eigenen Inhalten. Auf LinkedIn gehören Vernetzung und hilfreiche Kommentare dazu. Auf Instagram schaust du nach einem Monat mit eigenen Beiträgen auf erste Ergebnisse, nach 90 Tagen auf den bisherigen Verlauf.
Die Zielgruppe ist ein wichtiger Teil der Entscheidung. Ich berücksichtige außerdem deine Vorerfahrung, deine Lust auf die Inhalte und deine verfügbare Zeit. Die Arbeit auf der Plattform muss sich regelmäßig in deinem Alltag unterbringen lassen.
Wenige Likes allein beantworten diese Frage nicht. Interessenten können mitlesen, ohne sichtbar zu reagieren. Schau auch auf passende Anfragen und frag neue Kunden, wie sie dich gefunden haben. So erfährst du mehr über den Weg zu einer Buchung.
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