
Die App ist auf dem Handy. Vielleicht hast du sogar schon einen Account erstellt. Und jetzt sitzt du da, starrst auf dieses leere Profil und denkst: Was soll ich da bloß reinschreiben?
Ich kenne das Gefühl. Ich habe mein eigenes Instagram-Profil so oft überarbeitet, dass ich die Bio vermutlich im Schlaf aufsagen könnte. Jedes Mal mit dem Anspruch, dass jetzt alles perfekt sitzen muss. Und jedes Mal hat mich das eher gebremst als vorangebracht.
Dabei ist die Sache viel simpler, als sie sich anfühlt. Dein Instagram-Profil macht dich nicht sichtbar. Es sorgt dafür, dass du professionell wirkst, wenn dich jemand findet. Denk an eine Eingangstür: Und eine gute Eingangstür zu bauen, dafür brauchst du weder Technik-Wissen noch 1.000 Follower. Du brauchst einen Nachmittag und diesen Artikel.
Die meisten denken, der erste Schritt auf Instagram sei: einen Post veröffentlichen. Und genau da setzt die Panik ein. Was soll ich überhaupt posten, und was, wenn niemand reagiert?
Dabei liegt der eigentliche erste Schritt viel weiter vorn. Er hat null mit dem Algorithmus zu tun.
Dein Profil ist deine Landingpage auf Instagram. Jemand klickt auf deinen Namen, weil du irgendwo einen Kommentar hinterlassen hast oder weil dich jemand empfohlen hat. Diese Person landet auf deinem Profil und entscheidet in 3 bis 4 Sekunden, ob sie dir folgt oder weiterzieht.
3 bis 4 Sekunden. Das ist weniger Zeit, als du brauchst, um deinen Kaffee umzurühren.
Die gute Nachricht: Am Profil kannst du in Ruhe arbeiten. Kein Algorithmus bewertet dich dabei, und niemand schaut zu, während du deine Bio zum dritten Mal umschreibst. Es ist wie eine Visitenkarte gestalten, nur eben digital.
Wenn du von LinkedIn kommst, kennst du das Prinzip schon: Profil optimieren, bevor du aktiv wirst. Auf Instagram gilt das genauso, nur dass hier der visuelle Ersteindruck noch stärker zählt.
Ich erlebe es in fast jedem Coaching: Jemand will sein Profil aufsetzen, aber die grundlegenden Fragen sind noch nicht beantwortet:
Ohne Klarheit in der Positionierung wird jede Bio zum Krampf. Jede Überschrift fühlt sich falsch an, und am Ende postest du gar nichts. Deshalb fangen wir hier an, nicht bei der Technik, sondern bei dir.
Nimm dir ein Blatt Papier oder öffne ein Notizdokument. Beantworte diese fünf Fragen, kurz und in deinen Worten, ohne Marketingsprache:
1. Wer bist du? Nicht dein Lebenslauf, sondern: Wofür bist du die Experte oder Expertinin? Was ist das Thema, bei dem Leute sagen „Ruf mal die Sandra an, die kennt sich damit aus"?
2. Wem hilfst du? Beschreib eine konkrete Person. Nicht „alle Frauen mit Stress", sondern: Wer sitzt bei dir im Erstgespräch? In welcher Situation steckt diese Person, und was ist ihr größtes Problem?
3. Wobei genau hilfst du? Was verändert sich für deine Kunden durch die Zusammenarbeit mit dir? Je konkreter du die Transformation benennen kannst, desto besser wird nachher deine Bio.
4. Wie machst du das? Was ist dein Ansatz, deine Methode? Das muss kein ausgefeiltes Framework sein. „Ich begleite im 1:1 über 8 Wochen" reicht als Anfang.
5. Was macht dich besonders? Warum du und nicht die 50 anderen Coaches in deinem Bereich? Vielleicht ist es dein Hintergrund, deine Erfahrung oder einfach die Kombination aus allem, die so nur du mitbringst.
Wenn du merkst, dass du bei der Positionierung allein nicht weiterkommst, kann ein Sparring von außen helfen. Manchmal reicht ein einziges Gespräch, um den Knoten zu lösen. Im Instagram-Coaching starten wir genau hier.
Wenn du Instagram zum ersten Mal öffnest, startest du automatisch mit einem privaten Account. Das ist der Normalzustand – aber als Coach brauchst du ein professionelles Konto. Daher lohnt es sich, hier früh richtig zu entscheiden.
Meta bietet dafür zwei Varianten: den Business‑Account und den Creator‑Account. Bei meinen Kunden sehe ich oft Unsicherheit genau an dieser Stelle. Also klären wir das kurz.
Der Umschaltweg ist für beide gleich: Du gehst in die Einstellungen, tippst auf „Konto“ und dann auf „Zu professionellem Konto wechseln“. Dort wählst du zwischen Business und Creator.
Der Wechsel ist kostenlos, und du verlierst keine Follower, Posts oder Insights – das ist wichtig, wenn du später doch die Meinung änderst.
Der Business‑Account ist klassisch gedacht für Unternehmen, Marken und Dienstleister mit Fokus auf Verkauf, Leads und physische Kontakte.
Für dich als Coach passt er besonders, wenn du:
Der Creator‑Account bietet fast die gleichen Grundfunktionen wie der Business‑Account, ist aber stärker auf Einzelpersonen, Personenmarken und Kreativ‑Accounts zugeschnitten.
Er eignet sich für Influencer, Freiberufler, Künstler, Content‑Creator – und damit auch sehr gut für Coaches und Beraterinnen, die mit ihrem eigenen Namen arbeiten.
Für Coaching‑Persönlichkeitsmarken ist der Creator‑Account in vielen Fällen die bessere Basis, weil:
Unabhängig von deiner Wahl:
Wichtig: Wähle eine passende Kategorie wie „Coach“, „Karriere‑Coach“, „Persönlichkeitsentwicklung“ oder „Beratung/Dienstleistung“, je nachdem, was am besten zu deinem Business passt.
Diese Kategorie wird unter deinem Namen angezeigt und hilft deiner Zielgruppe, dich sofort einzuordnen – ideal für Coaches, die sich spezifisch positionieren wollen.
Meta priorisiert 2026 stärker authentische Creation, Community‑Gespräche und langfristige Beziehungen – das passt perfekt zu einem Creator‑Account als Basis für eine Personenmarke.
Faustregel für Coaches:
Was du auf jeden Fall tun solltest: Wähle eine passende Kategorie wie „Coach" oder „Beratung/Dienstleistung", je nachdem, was am besten zu deinem Business passt. Die Kategorie wird unter deinem Namen angezeigt und hilft Besuchern, dich einzuordnen.
Ich verstehe den Impuls total. Du hast dir vielleicht gerade erst ein schönes Logo gestalten lassen, bist stolz darauf und willst es überall verwenden. Auch auf Instagram.
Tu es bitte nicht.
Menschen kaufen von Menschen. Gerade im Coaching-Bereich, wo es um Vertrauen und persönliche Begleitung geht, ist ein Gesicht durch nichts zu ersetzen. Ein Logo ist für größere Unternehmen mit Teamstrukturen sinnvoll. Aber als selbstständige Coach arbeitest du unter deinem eigenen Namen und verschenkst mit einem Logo eine Chance.
Und bevor jetzt das Kopfkino losgeht: „Aber mein Foto ist nicht professionell genug!" Du brauchst kein Fotoshooting. Stell dich ans Fenster mit Tageslicht von vorn, halte das Handy auf Augenhöhe und zeig Schultern und Gesicht. Fertig. Du kannst jederzeit ein Shooting nachholen.
Was zählt: Man erkennt dein Gesicht, und das Bild ist hell und freundlich. Und es passt zu dem Eindruck, den du auch bei einem echten Treffen machen würdest.
Auf Instagram hast du zwei Namensfelder. Die werden gern verwechselt, sind aber grundverschieden.
Dein Benutzername (auch Handle genannt, das mit dem @-Zeichen) hat maximal 30 Zeichen. Er taucht in deiner Profil-URL auf und ist das, was Leute eintippen, wenn sie dich suchen. Idealerweise ist das dein echter Name, ohne Unterstriche und ohne Zahlen, leicht zu merken und zu buchstabieren. Also eher @nicolekempe als @nicole_kempe_coaching_2025.
Dein Name (das fettgedruckte Feld im Profil) hat maximal 64 Zeichen. Das ist deutlich mehr als beim Benutzernamen und gibt dir Spielraum. Dieses Feld wird von Instagram durchsucht. Wenn jemand „Stresscoach Berlin" in die Suche eintippt, findet Instagram dich nur, wenn diese Wörter in deinem Namensfeld stehen.
Ins Namensfeld gehören also Keywords rein. Nicht dein Lieblingszitat und nicht drei Emojis, sondern das, was dich beschreibt und wonach deine Zielgruppe sucht. Am besten eine Kombination aus deinem Namen, deinem Keyword und gegebenenfalls deinem Standort, wenn du lokal arbeitest.
Ein paar Beispiele, wie das aussehen kann:
Du siehst das Muster: Dein Name plus ein Keyword, das beschreibt, was du tust. Und wenn du lokal arbeitest, noch der Ort dazu. Bei 64 Zeichen passt das alles rein.
150 Zeichen. Mehr Platz gibt dir Instagram nicht für deine Bio. Das fühlt sich an wie ein Witz, wenn du dein ganzes Business da reinquetschen sollst.
Aber genau diese Begrenzung ist dein Freund. Sie zwingt dich zur Klarheit. Und Klarheit ist das, was Profilbesucher brauchen, nicht Kreativität oder poetische Selbstbeschreibung.
Deine Bio beantwortet drei Fragen:
1. Was machst du? In welchem Bereich bietest du Coaching oder Beratung an?
2. Für wen? Welche Menschen kommen zu dir, und in welcher Situation stecken sie?
3. Was ist die Transformation? Was verändert sich für deine Kundinnen durch die Arbeit mit dir?
Emojis kannst du sparsam als optische Gliederung nutzen, einen Pfeil hier oder einen Punkt da. Aber bitte keine Emoji-Ketten als Ersatz für Aussagen.
Instagram erlaubt dir bis zu fünf Links in deinem Profil, von denen einer sichtbar angezeigt wird. Für den Start reicht ein einziger Link, der zu deiner Website oder deiner Buchungsseite führt.
Wenn du aber mehr verlinken willst (deinen Blog, dein Angebot, eine Terminbuchung und dein Freebie), dann brauchst du eine andere Lösung. Du kannst dir eine einfache Unterseite auf deiner eigenen Website bauen, auf der alle Links stehen. Oder du nutzt ein Tool wie Alfima oder Wonderlink, das dir eine Art Mini-Landingpage baut. Beide Tools sind DSGVO-konform.
Der Vorteil von Alfima: Du brauchst kein separates Kalender-Tool, weil die Terminbuchung direkt integriert ist. Gerade für Coaches, die eine Online-Terminbuchung anbieten, spart das einen ganzen Arbeitsschritt.
Direkt unter deiner Bio siehst du kleine runde Kreise. Das sind Story-Highlights, und sie sind mächtiger, als die meisten denken.
Normale Instagram-Stories verschwinden nach 24 Stunden. Highlights bleiben dauerhaft sichtbar auf deinem Profil. Neue Profilbesucher schauen hier vielleicht rein, um dich besser kennenzulernen.
Jetzt denkst du vielleicht: „Ich habe doch noch gar keine Stories." Und genau da liegt der Haken. Um ein Highlight zu erstellen, musst du die Story vorher als normale Story veröffentlichen. Du kannst nicht einfach ein Bild direkt ins Highlight laden.
Mach dir deshalb vorher Gedanken, welche Highlight-Kategorien du haben willst. Und dann erstelle gezielt Stories, die du anschließend in die passenden Highlights verschiebst.
Vier Kategorien für den Start:
Du brauchst nicht zehn Highlights zum Start, denn drei oder vier reichen völlig. Und die Cover-Bilder erstellst du einheitlich in deinen Farben in Canva, das ist in 10 Minuten erledigt.
Jetzt wird es ernst, oder? Jetzt muss ich doch posten!
Ja. Aber nicht so, wie du denkst.
Ein komplett leeres Profil wirkt wie ein geschlossener Laden. Wenn du jemanden auf deinen Account aufmerksam machst und die Person dort null Beiträge findet, springt sie weg – schneller, als du „Algorithmus“ sagen kannst.
Die Lösung: Starte mit 5–9 Beiträgen als Grundstock. Es geht nicht um ein magisches Zahlenmuster, sondern darum, dass dein Profil auf einen Blick vollständig wirkt und deine Besucherinnen verstehen, wer du bist.
Ein Vorteil von Instagram gegenüber LinkedIn: Auf deinem Profil sieht man nur die Bilder - kein Text, kein Datum. Daher spielt das Veröffentlichungsdatum praktisch keine Rolle. Niemand merkt, ob du diese 5–9 Posts an einem Nachmittag erstellt hast oder über Wochen verteilt.
Drei einfache Formate für den Anfang
Vorstellungspost: „Das bin ich.“
Expertise‑Posts (3–4 Stück)
Zitate oder Kernaussagen (2–4 Stück)
Diese Posts müssen weder viral gehen noch perfekt sein. Sie sind Kontext für dein Profil, damit Besucherinnen verstehen, wer du bist, was du veränderst und was sie bei dir finden.
Ein Detail, das die meisten beim Profil‑Setup überspringen: die Frage, wem du selbst folgst.
Das klingt erstmal nebensächlich – ist es aber nicht.
Die Accounts, denen du folgst, bestimmen zum Teil, was dir Instagram in deinem Feed zeigt. Sie beeinflussen also, welche Inhalte du jeden Tag konsumierst, welche Themen für dich „normal“ werden und welche Formate du als Inspiration übernimmst.
Außerdem sagt dein „Abonniert“‑Tab etwas über dich aus, wenn jemand auf deinem Profil draufklickt.
Wer dort deine Influencer‑Lieblingskanäle, Kolleginnen‑Accounts und relevante Branchen‑Accounts findet, versteht schneller, was dich inspiriert, wer dein Umfeld ist und welche Qualität dir wichtig ist.
Folge gezielt:
Ein Collab‑Post oder ein gemeinsames Instagram‑Live ist bis heute eine der effektivsten Möglichkeiten, deine Reichweite zu vergrößern und neue Zielgruppen zu erreichen.
Das muss jetzt nicht perfekt durchgeplant sein. Aber ein bewusster Blick darauf, wem du folgst – und warum – schadet dir definitiv nicht.
Lass uns zusammenfassen, was du heute schaffen kannst: Du wandelst deinen privaten Account in ein professionelles Konto um, lädst ein Profilbild mit deinem Gesicht hoch, füllst das Name-Feld mit Keywords und schreibst deine Bio. Dann richtest du deine Links ein, überlegst dir Highlight-Kategorien und bereitest 5 bis 9 Starter-Beiträge vor.
Das ist kein Marathon, sondern ein Nachmittag mit Kaffee und Canva.
Dein Profil muss nicht perfekt sein, es muss stehen. Einmal ordentlich aufsetzen, dann loslegen. Einmal im Quartal schaust du drüber, ob die Bio noch passt und die Highlights aktuell sind. Mehr braucht es nicht.
Den Rest verbesserst du unterwegs: deinen ersten richtigen Post, deine Content-Strategie und den Umgang mit Reels, Stories und Carousels. In deinem Tempo.
Und wenn du merkst, dass du dich dabei im Kreis drehst oder nicht weiterkommst, schreib mir. Ich schaue mir dein Profil gern an und sag dir, wo du stehst und was der nächste sinnvolle Schritt wäre.
Im Instagram-Coaching gehen wir dein Profil gemeinsam durch, von der Bio bis zur Content-Strategie. In deinem Tempo und ohne Druck.
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