Mein erster KI-Text liegt ein paar Jahre zurück. Das Tool hieß Jasper, davor hieß es mal anders, und Deutsch konnte es auch nicht. Von ChatGPT hat damals noch niemand geredet.
Ich habe englische Absätze generiert, übersetzt, umgebaut und am Ende fast alles selbst neu geschrieben. Eine Tonalität einstellen? Gab es nicht. Was rauskam, klang nach allem Möglichen, nur nicht nach mir.
Heute ist das anders. Du kannst der KI deine Stimme beibringen und dir beim Social-Media-Content ernsthaft Arbeit abnehmen lassen. Falls du also denkst, du hättest den KI-Zug verpasst: Der steht noch am Bahnsteig.
58 Prozent der Deutschen nutzen inzwischen KI, aber nur 15 Prozent täglich. Das zeigt eine Bitkom-Befragung vom April 2026. Die meisten probieren also noch herum. Wenn du jetzt einsteigst, bist du keine Nachzüglerin. Du bist mittendrin.
Und du musst dafür kein Berufsprompter werden. Vor drei Jahren brauchte man tatsächlich Bastelgeschick, um brauchbare Texte aus einer KI zu kitzeln. Heute reicht es, wenn du dich mit ihr unterhalten kannst wie mit einer Kollegin: Du beschreibst, was du brauchst, und besserst so lange nach, bis es passt.
Meine Kundinnen und Kunden haben durchaus Berührungsängste. Aber weißt du, was mir noch niemand gesagt hat? „Ich bin zu alt für KI.“ Zu alt für Instagram, das höre ich öfter. 🙂 Warum das genauso wenig stimmt, liest du in meinem Artikel über Reels drehen ab 40.
Gerade deine Lebens- und Berufserfahrung ist beim Thema KI ein Trumpf. KI liefert Durchschnitt, wenn man sie mit Durchschnitt füttert. Wer zwanzig Jahre Praxis, echte Kundengeschichten und eine klare Haltung mitbringt, hat genau das Material, das aus einem KI-Entwurf eigenständigen Content macht.
Was ich dagegen häufig erlebe: Jemand lässt sich von ChatGPT einen kompletten Redaktionsplan erstellen. Ohne eigene Themen und ohne die eigene Stimme, von einer Verbindung zum Angebot ganz zu schweigen. Das Ergebnis sieht ordentlich aus und könnte trotzdem bei jedem anderen Coach in Deutschland hängen.
Genau daran erkennst du KI-Content: austauschbare Weisheiten in glatten Sätzen, ohne Ecken und ohne eine einzige Geschichte, die nur diese eine Person erzählen kann. Ich sehe diese Spuren oft nach zwei Zeilen.
Und das kostet dich mehr als Stil-Punkte. LinkedIn drosselt Beiträge, die nach maschinell erzeugtem Einheitsbrei aussehen, mittlerweile ganz offiziell. Auf Instagram übernimmt deine Zielgruppe das Aussortieren selbst: Wer beim Lesen an ChatGPT denkt statt an dich, hat keinen Grund, dir zu folgen.
Dein Account ist dein Wohnzimmer. Wenn dort nur noch Text von der Stange steht, merkt das jeder Gast. Was Content stattdessen echt macht, habe ich im Artikel über authentischen Content auf Instagram aufgeschrieben.
Der häufigste Fehler: ChatGPT öffnen und tippen „Schreib mir einen Instagram-Post über Selbstzweifel“. Dann bekommst du eben auch den Post, den alle bekommen.
Mach es andersrum. Bevor die KI für dich schreibt, muss sie dich kennen. So gehst du vor:
Der vierte Punkt ist der entscheidende. Durch das Interview landet deine Erfahrung im Text, und trotzdem hattest du Hilfe bei der Erstellung. Aus dem Zufallsgenerator wird ein Sparringspartner.
Auf dieser Basis kannst du dir dann auch einen Redaktionsplan entwickeln lassen, der wirklich zu dir passt. Welche Inhalte da hineingehören, zeige ich dir im Leitfaden zur Content-Strategie.
Damit das nicht theoretisch bleibt, zeige ich dir, wie es bei mir aussieht.
Die wenigsten Prompts schreibe ich noch selbst. Ich lasse die KI erst zu einem Thema recherchieren und mir auf dieser Basis den Prompt bauen. Klingt faul, spart aber richtig Zeit. 🙂
Mit Claude habe ich beispielsweise ein kleines Programm gebaut, ohne eine Zeile Code zu verstehen. Es analysiert erfolgreiche Reels: Warum funktioniert das Video, wie ist der Hook aufgebaut? Danach bekomme ich Vorschläge für eigene Reels zu meinen Themen, angepasst an meine Art.
Meine Blogartikel landen automatisch in einer Tabelle und werden dort zu Posting-Vorschlägen recycelt. Ich muss nicht mehr überlegen, was ich aus einem Artikel machen könnte, sondern nur noch auswählen und verfeinern.
Und wenn ich ein erfolgreiches Format entdecke, das mit meinem Thema gar nichts zu tun hat, lasse ich mir daraus Ideen für mich entwickeln, bis hin zu einer kompletten Content-Serie.
Nur das Visuelle erstelle ich aktuell noch selbst. Beim Aufbau einer Expertenmarke gehört ein Stück Handarbeit für mich dazu.
Im Gruppencoaching bekommst du das KI-Bildstudio dazu: 70 fertige Bild-Prompts plus Anleitung für deinen eigenen Bild-Assistenten, abgestimmt auf deine Marke. Die nächste Runde startet im Oktober.
Zum GruppencoachingBei aller Begeisterung: Zwei Regeln sind bei mir nicht verhandelbar.
Erstens übernehme ich nichts ungefragt. Copy-and-paste ohne Prüfung ist für mich ein No-Go. Deine Expertenmarke lebt von Vertrauen, und das verspielst du mit Inhalten, hinter denen du nicht stehst oder die du selbst nie so sagen würdest.
Zweitens haben Kundendaten in Cloud-KI-Tools nichts verloren. Was Menschen dir im Coaching anvertrauen, gehört nicht in ein Chatfenster.
Trotzdem bin ich überzeugt: Selbstständige, die KI komplett ignorieren, werden es in den nächsten Jahren schwer haben. Nicht weil KI den besseren Content schreibt, sondern weil sie anderen jede Woche Stunden schenkt, die du dann woanders aufholen musst.
Falls du beim Lesen merkst, dass dir weniger die KI fehlt als die Strategie dahinter: Genau daran arbeiten wir gemeinsam im Instagram-Coaching.
Du bist nicht zu spät dran. Die Werkzeuge sind heute so zugänglich wie nie, und deine Erfahrung ist genau das, was deinen Content vom KI-Einheitsbrei unterscheidet.
Fang klein an: Such dir ein Tool aus und bring ihm deine Tonalität bei. Vor dem nächsten Post lässt du dich einmal interviewen. Den Rest verbesserst du unterwegs.
Wie stehst du zu KI: Neugier oder Bauchschmerzen? Schreib es mir gern.
Im Gruppencoaching entwickelst du deine Sichtbarkeits-Strategie Schritt für Schritt, inklusive KI-Bildstudio als Bonusmodul. Die nächste Runde startet im Oktober.
Infos zum GruppencoachingKönnen ja, sollten nein. Ungeprüfte KI-Texte klingen generisch und beschädigen auf Dauer dein Vertrauen bei der Zielgruppe. Nutze KI für Entwurf und Struktur, aber lass deine Beispiele, Meinungen und Formulierungen einfließen, bevor etwas online geht.
Für den Einstieg reicht ein einziges Tool, zum Beispiel Claude oder ChatGPT. Entscheidend ist, dass du ihm deine Tonalität und dein Business beibringst. Ich selbst nutze ChatGPT eher zum Brainstormen und für Bilder, Claude für alles Textliche.
LinkedIn reduziert die Reichweite von Beiträgen mit typischen KI-Schreibmustern inzwischen gezielt. Auf Instagram gibt es keine offizielle Text-Abstrafung, aber deine Follower erkennen generische Inhalte trotzdem und reagieren mit Desinteresse.
Nein. Nur 15 Prozent der Deutschen nutzen KI täglich, die große Mehrheit fängt gerade erst an. Deine Berufserfahrung ist dabei ein Vorteil, denn mit echten Geschichten und klarer Haltung wird KI-gestützter Content deutlich weniger austauschbar.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026