Was Content-Erstellung mit dir macht (neben Reichweite und Kunden)

Was Content-Erstellung mit dir macht (neben Reichweite und Kunden)

Wenn ich heute mit jemandem über mein Thema spreche, fällt mir das Erklären leichter. Ich finde einfachere Wörter und bekomme besser auf den Punkt, was ich meine. Das habe ich auch durchs Content-Erstellen gelernt.

Wobei: Das hat gedauert. Meine Videos wurden zwischendurch erst mal immer länger. Mir fiel beim Aufnehmen noch dies ein und dann noch das. Gehört ja alles irgendwie dazu. Am Ende hatte ich ziemlich viel erklärt und musste trotzdem noch mal überlegen, was ich mit diesem einen Video eigentlich sagen wollte.

Genau darum geht es hier. Beim Content-Erstellen übst du, dein Wissen verständlich zu machen. Du bekommst Rückmeldungen, lernst deine Themen besser kennen und findest nach und nach einen Ablauf, der dir leichter von der Hand geht. Das kann dir auch außerhalb von Instagram helfen. In einem Kundengespräch zum Beispiel.

Nur sollte sich die Zeit irgendwann auch für dein Business rechnen. Wenn du seit Monaten veröffentlichst und kaum etwas zurückkommt, lohnt sich ein genauer Blick. Dass du inzwischen schneller eine Caption schreiben kannst, ist schön. Allein dafür betreibst du den Aufwand vermutlich nicht.

Du lernst, dein Thema einfacher zu erklären

Wenn du dich lange mit einem Thema beschäftigst, ist vieles für dich selbstverständlich. Du kennst die Zusammenhänge, die Ausnahmen und die drei Fälle, in denen dein Tipp doch nicht passt. Das alles hast du beim Erklären im Hinterkopf. Dein Gegenüber möchte vielleicht erst mal wissen, womit es anfangen soll.

Beim Schreiben oder Aufnehmen merke ich ziemlich schnell, wo ich mich verzettele. Dann muss ich entscheiden: Was gehört in diesen Beitrag? Was braucht eine eigene Erklärung? Und welches Wort würde ich benutzen, wenn die Person noch nie von dem Thema gehört hat?

Bei meinen Videos habe ich genau das lernen müssen. Ich konnte immer noch etwas ergänzen. Irgendwann musste ich anfangen, Gedanken auf mehrere Inhalte zu verteilen. Das fällt mir heute leichter, auch wenn ich mit jemandem direkt spreche.

Du brauchst dafür übrigens kein besonders ausgefallenes Thema. Eine einfache Frage aus deinem Arbeitsalltag reicht zum Üben. Wenn du dabei denkst, dass dein Tipp doch viel zu banal ist: Darüber habe ich im Artikel warum einfache Tipps oft die besten Beiträge sind ausführlicher geschrieben.

Du findest heraus, welche Themen tragen

Mir ist durch die Content-Erstellung auch klarer geworden, in welche Richtung ich möchte. Beim Formulieren beschäftige ich mich ja mit meiner eigenen Meinung: Wie sehe ich das eigentlich? Was empfehle ich? Und warum?

Dazu kommt das Feedback. Kommt das an? Wird nachgefragt? Entsteht daraus ein Gespräch? An solchen Rückmeldungen merke ich, wo ich verständlich war und wo noch etwas fehlt. Manches, das für mich nur ein kleiner Nebengedanke war, interessiert andere offenbar sehr.

In der Arbeit mit Kunden geht es deshalb oft erst mal um die Themensäulen: Welche Themen gehören zu ihrem Angebot? Was können sie dazu zeigen und erklären? Und wie wird daraus ein Beitrag, bei dem auch verständlich wird, wofür man sie buchen kann?

Viele möchten nicht marktschreierisch auftreten. Kann ich gut verstehen. Gleichzeitig kann man sich wunderbar hinter lauter fachlichen Tipps verstecken. Dann wissen die Leute irgendwann, dass man Ahnung hat. Was man konkret anbietet, bleibt womöglich offen.

Auch über das eigene Angebot zu sprechen lässt sich üben. Du kannst zum Beispiel erklären, bei welcher Frage du unterstützt oder wie eine Zusammenarbeit abläuft. Wenn du solche Inhalte regelmäßig erstellst, beschäftigst du dich immer wieder damit, was deine Kunden eigentlich von deiner Arbeit haben.

Ein einzelner Beitrag mit wenig Reaktion sagt dabei noch nicht, dass dein Thema oder Angebot nichts taugt. Ich würde mehrere Beiträge und die tatsächlichen Rückmeldungen anschauen, bevor ich meine gesamte Richtung infrage stelle.

Content erstellen lernen: mit kleinen Schritten

Ich sehe das ein bisschen wie Fahrradfahrenlernen. Als Kind setzt du dich ja normalerweise auch nicht aufs Fahrrad und fährst einfach los. Du übst erst mal. Irgendwann klappt es besser, und dann traust du dir die nächste Sache zu.

So würde ich auch mit Social Media anfangen. Nimm ein einfaches Format und einen überschaubaren Gedanken. Erstelle den Beitrag, veröffentliche ihn und schau, was passiert. Wiederhole das. Wenn dir der Ablauf leichter fällt, kannst du etwas Komplizierteres ausprobieren.

Vier Schritte beim Content-Erstellen: einfach anfangen, wiederholen, Feedback prüfen und gezielt verbessern.

Das ist auch das, was ich bei Kunden und Kundinnen beobachte: Wenn sie erst mal drin sind und eine Regelmäßigkeit haben, wird es leichter. Sie müssen nicht bei jedem Beitrag wieder ganz von vorn anfangen.

Bei mir gehören inzwischen Canva-Vorlagen dazu. Wenn ich unterwegs bin, mache ich Fotos und kurze Videoaufnahmen, die ich später verwenden kann. Wobei mich das bis heute Überwindung kostet. Ich suche mir dafür lieber ein ruhiges Plätzchen als eine belebte Ecke. 🙂 Routine bedeutet bei mir also auch, herausgefunden zu haben, unter welchen Bedingungen ich es tatsächlich mache.

Wie mühsam es sein kann, nach einer längeren Pause wieder einen Rhythmus zu finden, habe ich schon in meinem Artikel warum mein Selbstmarketing zwölf Monate stagnierte beschrieben. Heute helfen mir außerdem feste Abläufe: Meine Blogartikel wandern nach der Veröffentlichung automatisch in eine Redaktionstabelle. Von dort aus bereite ich sie für weitere Netzwerke auf. Wie sich vorhandene Inhalte weiterverwenden lassen, findest du in meinem Leitfaden zum Content-Recycling.

Wie mir KI beim Denken und Formulieren hilft

Ich gehe mit KI ins Sparring. Das reicht von Formulierungshilfen bis zu Kampagnenideen. Manchmal führe ich tatsächlich längere Unterhaltungen, weil ich bei einem Gedanken noch nicht weiterkomme.

Für mich gehört das inzwischen zur Content-Erstellung dazu. Ich bringe meine Erfahrungen und Überlegungen ein, schaue auf die Vorschläge und merke dabei auch, wenn etwas noch nicht stimmt. Oder wenn ich es ganz anders sagen würde.

Deshalb würde ich niemandem erzählen, dass sie jeden Satz allein tippen muss, um beim Content-Erstellen etwas zu lernen. Du kannst dir helfen lassen und dich dabei sehr gründlich mit deinem Thema beschäftigen.

Wichtig ist mir, dass ich am Ende sagen kann: Ja, das ist meine Aussage. So sehe ich das, und so würde ich es auch jemandem erklären. Wenn ich einen fertigen Text ungeprüft übernehme, habe ich mich mit dieser Frage kaum beschäftigt.

Was ich prüfe, wenn die Resonanz ausbleibt

Wenn mir eine Freundin erzählt, dass sie seit Monaten postet und kaum Resonanz bekommt, würde ich sagen: Lass uns mal auf deine Inhalte schauen. Und zuerst klären, welche Resonanz du dir überhaupt wünschst.

Möchtest du mehr Menschen erreichen? Sollen sie mit dir ins Gespräch kommen, sich für deinen Newsletter anmelden oder dein Angebot buchen? Davon hängt ab, worauf wir schauen. Ein Beitrag, der eine passende Anfrage auslöst, kann seinen Zweck erfüllt haben, auch wenn unter ihm wenig los ist.

Wenn über längere Zeit kaum etwas in die gewünschte Richtung passiert, würde ich den Aufbau der Beiträge prüfen: Wird schnell verständlich, worum es geht? Bleiben die Themen nachvollziehbar? Ist klar, für wen die Inhalte gedacht sind und welcher nächste Schritt möglich ist? Auch den Veröffentlichungsrhythmus würde ich mir anschauen. Gibt es einen Ablauf, den du halten kannst, oder immer wieder lange Unterbrechungen?

Das sind mögliche Ansatzpunkte, keine Diagnose aus der Ferne. Regelmäßiges Posten allein garantiert keine Anfragen. Es gibt dir aber Beiträge und Rückmeldungen, mit denen du arbeiten kannst. Daraus lässt sich der nächste Versuch ableiten.

Meine schwächeren Beiträge lasse ich meistens stehen. Ich habe zwar schon darüber nachgedacht, sie zu löschen, es dann aber gelassen. Eine größere Ladung TikTok- und Instagram-Videos habe ich einmal wegen der hinterlegten Musik entfernt. Ich wollte damals nicht jedes Video einzeln auf die Musiknutzung prüfen. Schade um die Arbeit war es schon. An meiner fachlichen Kompetenz habe ich deshalb nicht gezweifelt.

Falls dich vor allem beschäftigt, wer deine Beiträge sehen und was diese Person denken könnte, passt mein Artikel über Sichtbarkeits-Scham, wenn Bekannte zusehen. Das kann zusätzlich zur eigentlichen Content-Arbeit ganz schön im Weg stehen.

Wann Content zur Beschäftigungstherapie wird

Ich habe mich selbst eine Zeit lang hinter dem Schreiben von Blogartikeln versteckt. Dabei konnte ich mich herrlich produktiv fühlen. Es entstand ja etwas. Auf Social Media für mich selbst hatte ich trotzdem wenig Lust, und mein Instagram-Coaching habe ich lange kaum angeboten. Ich habe vor allem auf das kleinere Sparring hingewiesen.

Das Coachingangebot fühlte sich für mich nicht rund an, obwohl ich wusste, was alles darin steckte. Klarer wurde mir das durch ein Coaching, das ich selbst gebucht habe. Danach habe ich mein Eins-zu-eins- und mein Gruppencoaching neu strukturiert. Das hat mir geholfen, hinter meinen Angeboten zu stehen und damit rauszugehen.

Ich hätte in der Zeit vermutlich noch etliche Blogartikel schreiben können. Die offene Frage nach meinem Angebot wäre geblieben.

Content kostet Zeit und manchmal auch Geld. Die Stunden stehen dir dann für Kundenarbeit oder andere Aufgaben im Business nicht zur Verfügung. Deshalb gehört für mich zum Content-Erstellen auch der Blick darauf, was sich durch den Aufwand entwickelt.

Du musst nicht jeden Beitrag sofort in Umsatz umrechnen. Aber wenn du ständig produzierst und dein Angebot dabei nie vorkommt, würde ich genauer hinsehen. Vielleicht fehlt dir noch eine verständliche Erklärung. Vielleicht möchtest du etwas am Angebot ändern. Dann lohnt es sich, genau daran zu arbeiten.

Selbstcheck: Was sollten deine letzten drei Beiträge leisten?

Nimm dir drei deiner letzten Beiträge vor. Damit bekommst du einen ersten Überblick. Für ein Urteil über deine gesamte Strategie ist das zu wenig, für einen konkreten nächsten Versuch reicht es.

Dein Content-Check

1. Benenne die Aufgabe

Schreibe zu jedem Beitrag einen Satz: „Mit diesem Beitrag wollte ich …“ Zum Beispiel neue Menschen erreichen, ein Gespräch anstoßen, Newsletter-Anmeldungen gewinnen oder auf dein Angebot aufmerksam machen. Wenn du es nicht weißt, notiere genau das.

2. Schau auf die passende Rückmeldung

Was ist tatsächlich passiert? Für Reichweite schaust du auf erreichte Menschen, für Austausch auf inhaltliche Kommentare und Nachrichten. Für Newsletter-Anmeldungen oder Verkäufe zählen die entsprechenden Anmeldungen, Anfragen und Buchungen, soweit du sie nachvollziehen kannst. Klicks sind ein Zwischenschritt. Sie sind noch keine Anmeldung oder Buchung.

Notiere auch, was du nicht zuordnen kannst. Menschen lesen womöglich mehrere Beiträge, bevor sie sich melden. Du musst keine eindeutige Ursache erfinden, wenn du sie nicht kennst.

3. Halte fest, was dir klarer geworden ist

Konntest du etwas verständlicher erklären? Hat eine Rückfrage gezeigt, dass eine Information fehlt? Oder ist dir aufgefallen, dass dein Angebot im Beitrag gar nicht erkennbar wird? Eine konkrete Beobachtung pro Beitrag genügt.

4. Wähle eine Verbesserung für den nächsten Beitrag

Nimm dir eine Sache vor: einen verständlicheren Einstieg, ein konkretes Beispiel oder einen klaren Hinweis auf den nächsten Schritt. Nutze möglichst ein vertrautes Format. So übst du gezielt weiter, ohne wieder alles neu aufzubauen.

Fazit: erst mal ins Machen kommen

Für mich ist Content-Erstellung auch Übung darin, meine Arbeit zu erklären. Durchs Machen und die Rückmeldungen wird mir klarer, was ich sagen möchte und wie es ankommt. Und mit einem vertrauten Ablauf fällt es leichter, den nächsten Beitrag tatsächlich fertigzustellen.

Du brauchst am Anfang keine aufwendige Kampagne. Fang mit etwas Einfachem an, schau dir die Reaktion an und verbessere den nächsten Versuch. So trainierst du deinen Content-Muskel. Wenn das sitzt, kannst du dir mehr vornehmen. Beim Fahrradfahren hast du vermutlich auch erst mal die nächste Kurve geübt.

Häufige Fragen

Lohnt sich Content-Erstellung auch bei wenig Reichweite?

Du kannst dabei üben, dein Thema verständlicher zu erklären und einen Ablauf zu entwickeln. Schau zusätzlich darauf, ob der Beitrag seine Aufgabe erfüllt hat: Eine passende Anfrage ist auch bei wenig Reichweite wertvoll. Wenn über längere Zeit die gewünschten Ergebnisse ausbleiben, solltest du Inhalte, Ziel und Vorgehen prüfen.

Wie oft muss ich posten, um mehr Routine zu bekommen?

Für diesen Übungseffekt würde ich keine feste Zahl vorgeben. Wähle einen Rhythmus, den du in deinem Arbeitsalltag halten kannst. Wiederhole ein einfaches Format und nimm dir Zeit für die Auswertung. Wie viel Veröffentlichung für deine Marketingziele sinnvoll ist, musst du zusätzlich betrachten.

Kann ich KI nutzen und trotzdem beim Content-Erstellen dazulernen?

Ja. Ich nutze KI selbst für Sparring, Kampagnenideen und Formulierungshilfen. Du kannst dabei deine Gedanken klären, Vorschläge hinterfragen und verständlichere Erklärungen entwickeln. Entscheidend ist, dass du dich mit der Aussage beschäftigst und hinter dem fertigen Inhalt stehst.

Woran merke ich, dass ich mich hinter Content verstecke?

Schau darauf, welche wichtigen Aufgaben du immer wieder verschiebst. Wenn du laufend Beiträge erstellst, aber dein Angebot ungeklärt bleibt oder nie vorkommt, lohnt sich eine Pause zur Bestandsaufnahme. Lege fest, welche offene Aufgabe du als Nächstes bearbeitest.

Zuletzt aktualisiert: September 2026

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