
Wenn ich ein Reel von Anfang an als Test-Reel plane, nehme ich inzwischen meistens drei verschiedene Einstiege auf. Der mittlere Teil und das Ende bleiben gleich. Nur der Anfang verändert sich.
Der Grund ist ziemlich simpel: Ich gehe davon aus, dass der eigentliche Inhalt werthaltig ist. Aber wenn der Einstieg nicht liefert und niemanden beim Scrollen kurz aufhält, wird auch der beste Inhalt nicht angehört.
Genau dafür nutze ich Test-Reels aktuell am häufigsten. Ich möchte herausfinden:
Test-Reels können dir aber auch helfen, neue Menschen zu erreichen, Follower zu gewinnen oder einfach etwas entspannter mit Reels anzufangen.
Ein Test-Reel – auf Englisch Trial Reel – wird von Instagram zunächst vor allem Menschen gezeigt, die dir noch nicht folgen.
Deine Follower sehen es normalerweise nicht in ihrem Feed oder im Reels-Tab. Auch auf deinem Profil erscheint es zunächst nicht öffentlich. Ganz ausschließen lässt sich allerdings nicht, dass jemand aus deiner Community es trotzdem entdeckt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn das Reel per Direktnachricht weitergeleitet wird oder auf einer Seite mit demselben Audio, Standort oder Filter auftaucht.
Nach ungefähr 24 Stunden kannst du dir erste Kennzahlen anschauen. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, kannst du das Reel anschließend für alle freigeben. Du kannst auch einstellen, dass Instagram ein gut laufendes Test-Reel automatisch teilt. Dafür berücksichtigt Instagram laut Meta die Aufrufe innerhalb der ersten 72 Stunden.
Wie du Test-Reels aktivierst und welche Voraussetzungen dein Konto erfüllen muss, erkläre ich dir im Glossar-Eintrag zu Test-Reels.
Meine bestehenden Follower kennen mich häufig schon aus Veranstaltungen, über meine Website oder aus anderen Zusammenhängen. Sie wissen, wer ich bin, womit ich mich beschäftige und wie ich arbeite.
Bei einem Test-Reel ist das anders.
Die Menschen, denen Instagram das Reel zeigt, haben diesen Hintergrund nicht. Sie sehen das Video beim Scrollen und entscheiden innerhalb kurzer Zeit, ob sie dabeibleiben oder weiterscrollen.
Für mich ist das ein bisschen die ungeschminkte Wahrheit. Ich bekomme relativ direkt den Spiegel vorgehalten: Funktioniert der Inhalt beziehungsweise der Einstieg auch bei Menschen, die mich noch nicht kennen?
Natürlich ist ein einzelnes Test-Reel kein endgültiges Urteil über ein Thema. Aber ich bekomme ein ehrlicheres Gefühl dafür, ob mein Einstieg stark genug ist, um fremde Menschen überhaupt erst in den Inhalt hineinzuholen.
Aktuell nutze ich Test-Reels deshalb in erster Linie zum Testen. Der mögliche Reichweitenaufbau ist für mich ein zusätzlicher Vorteil, aber momentan nicht mein Hauptziel.
Im Moment teste ich bei meinen Reels hauptsächlich den Anfang.
Vielleicht probiere ich später auch verschiedene Schnitte oder andere Veränderungen aus. Aktuell konzentriere ich mich aber auf die ersten Sekunden, weil dort entschieden wird, ob jemand weiterschaut.
Mein Vorgehen sieht so aus:
Dadurch verändere ich nicht gleichzeitig Thema, Länge, Aufbau und Format. Ich sehe wesentlich besser, welcher Anfang Menschen beim Scrollen tatsächlich kurz aufhält.
Denn wenn der Einstieg nicht funktioniert, wird der restliche Inhalt gar nicht erst gehört. Und dann hilft es wenig, dass der Tipp am Ende richtig gut gewesen wäre.
Für mich sind vor allem zwei Werte wichtig:
Bei der Wiedergabedauer schaue ich darauf, wie lange Menschen tatsächlich dabeibleiben. Die Zahl muss natürlich immer im Verhältnis zur Länge des Reels betrachtet werden. Acht Sekunden bei einem zehn Sekunden langen Reel sind etwas anderes als acht Sekunden bei einem einminütigen Video.
Likes und Kommentare schaue ich mir ebenfalls an. Wie wichtig sie für meine Bewertung sind, hängt aber davon ab, was ich mit dem jeweiligen Reel erreichen wollte.
Bei einem polarisierenden Reel erwarte ich eher Kommentare. Bei einem speziellen Tipp kann es sein, dass Menschen einfach nur zuhören, ihn speichern oder weiterleiten. Deshalb würde ich ein Reel nie nur anhand einer einzelnen Zahl bewerten.
Die entscheidende Frage lautet für mich immer:
Hat das Reel die Reaktion ausgelöst, für die ich es erstellt habe?
Ich teile ein Test-Reel nicht automatisch mit meinen bestehenden Followern.
Wenn ich mir von einem Reel deutlich mehr versprochen habe und die Zahlen zeigen, dass es nicht so gut angekommen ist, teile ich es anschließend auch nicht aus Pflichtgefühl. Dann denke ich vielleicht kurz: „Shit, das kam doch nicht so gut an.“ Aber genau dafür war es schließlich ein Test.
Ich kann mir anschließend überlegen:
Wenn ein Test-Reel gut funktioniert und auch zu meiner bestehenden Community passt, kann ich es für alle freigeben.
Ein gutes Ergebnis bei Nicht-Followern bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die eigenen Follower genauso reagieren werden. Sie kennen mich anders und bringen einen anderen Hintergrund mit. Trotzdem ist das Testergebnis ein hilfreicher Hinweis darauf, dass der Einstieg auch ohne diesen Vertrauensvorschuss funktioniert.
Ich finde tatsächlich, dass Test-Reels ein Stück weit die Angst vor dem Veröffentlichen nehmen können.
Das Reel erscheint zunächst nicht öffentlich auf dem eigenen Profil. Die Menschen, denen es ausgespielt wird, kennen mich in der Regel nicht. Sie kennen weder meine Website noch meine bisherigen Beiträge und haben mich auch nicht bei einer Veranstaltung getroffen.
Dadurch fühlt sich das Testen für mich etwas weniger persönlich an. Ich sehe einfach: Funktioniert es oder funktioniert es nicht?
Gerade wenn du bei Reels noch unsicher bist und dir viele Gedanken darüber machst, was deine bestehende Community von deinem Video hält, kann ein Test-Reel ein guter erster Schritt sein.
Es ist allerdings keine Garantie dafür, dass wirklich niemand aus deinem Umfeld das Reel entdeckt. Meta weist ausdrücklich darauf hin, dass Test-Reels beispielsweise über Direktnachrichten, Audios oder Filter auch von einzelnen Followern gefunden werden können. Der öffentliche Druck ist trotzdem deutlich geringer, weil das Reel nicht regulär auf deinem Profil und im Feed deiner Follower erscheint.
Test-Reels eignen sich nicht nur zum Vergleichen verschiedener Einstiege. Du kannst sie auch gezielt nutzen, um neue Menschen zu erreichen.
Sie werden zunächst Nicht-Followern gezeigt. Wenn diese Menschen dein Reel interessant finden und erkennen, dass deine weiteren Inhalte zu ihnen passen, können sie dir direkt folgen.
Wenn du möglichst schnell Reichweite und Follower aufbauen möchtest, kannst du durchaus ein, zwei oder auch drei Test-Reels am Tag veröffentlichen.
Das ist allerdings ein anderes Ziel als mein aktueller Hook-Test. Wenn du mehrere Test-Reels täglich veröffentlichst, brauchst du genügend passende Inhalte und solltest trotzdem wissen, was du aus den Ergebnissen lernen möchtest. Einfach nur möglichst viele Reels hochzuladen, liefert dir nicht automatisch verwertbare Erkenntnisse.
Nicht jedes Reel braucht vorher einen Test.
Eines meiner erfolgreichsten Reels ist beispielsweise völlig spontan entstanden. Mein Sohn war bei seinem Pfadfinder-Treffen, ich stand mitten im Wald und musste Zeit überbrücken. Also habe ich mein Handy herausgeholt und ein Reel aufgenommen.
Es gab kein ausgearbeitetes Konzept und kein Skript. Über die Frisur reden wir besser nicht. Trotzdem entstand unter dem Reel anschließend eine richtig rege Diskussion.
Wenn du gar keine konkrete Frage testen möchtest und dein Reel vor allem für deine bestehende Community gedacht ist, kannst du es deshalb auch einfach normal veröffentlichen.
Das gilt besonders dann, wenn der Inhalt einen Zusammenhang voraussetzt, den deine Follower bereits kennen, oder wenn du bewusst ihre Reaktion möchtest.
Ein Test-Reel ist kein notwendiger Zwischenschritt vor jeder Veröffentlichung. Es ist ein Werkzeug, das du einsetzen kannst, wenn du eine bestimmte Frage beantworten möchtest.
Ich nutze Test-Reels momentan vor allem, um meine Einstiege zu überprüfen.
Dabei nehme ich drei verschiedene Anfänge auf und lasse den restlichen Teil des Reels gleich. So sehe ich wesentlich besser, welcher Einstieg Menschen erreicht, die mich noch nicht kennen.
Für mich liegt genau darin der größte Vorteil: Ich muss nicht mehr nur vermuten, welche Formulierung funktioniert. Ich kann es ausprobieren und bekomme ziemlich direkt eine Rückmeldung.
Wenn du das selbst testen möchtest, nimm dein nächstes Reel und schreibe dafür drei unterschiedliche erste Sätze. Verändere anschließend nur den Einstieg und vergleiche die Wiedergabedauer und die Aufrufe.
Mehr brauchst du für deinen ersten Test nicht.
Ich würde mit dem Einstieg anfangen. Nimm dasselbe Reel mit unterschiedlichen Anfängen auf und lasse den mittleren Teil und das Ende unverändert. So kannst du wesentlich besser erkennen, welcher Einstieg Menschen zum Weiterschauen bringt.
Test-Reels werden zunächst vor allem Nicht-Followern gezeigt. Sie erscheinen nicht regulär im Feed deiner Follower oder im Reels-Tab deines Profils. Einzelne Follower können das Reel aber trotzdem entdecken, beispielsweise über eine Direktnachricht oder eine Seite mit demselben Audio, Standort oder Filter.
Für mich sind vor allem die Wiedergabedauer und die Aufrufe interessant. Likes, Kommentare und geteilte Inhalte können ebenfalls wichtig sein. Welche Kennzahl du stärker gewichtest, hängt davon ab, welche Reaktion du mit dem Reel auslösen wolltest.
Du musst es nicht mit deinen Followern teilen. Überlege zuerst, ob du einen anderen Einstieg testen möchtest oder ob du die Erkenntnis einfach für dein nächstes Reel nutzt. Ein schwaches Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass das Thema schlecht ist. Es zeigt zunächst nur, dass diese Variante bei den erreichten Menschen nicht wie erhofft funktioniert hat.
Wenn die Zahlen zu deinem Ziel passen und das Reel auch für deine bestehende Community relevant ist, kannst du es für alle teilen. Ich würde das aber nicht automatisch mit jedem Test-Reel machen.
Wenn du gezielt Reichweite und neue Follower aufbauen möchtest, kannst du auch mehrere Test-Reels pro Tag veröffentlichen. Ein bis drei Test-Reels täglich sind durchaus möglich. Wenn du wie ich hauptsächlich Einstiege vergleichen möchtest, reichen wenige bewusst geplante Varianten.
Die Option findest du beim Veröffentlichen eines Reels auf der letzten Seite vor dem Teilen. Dort kannst du „Test“ beziehungsweise „Trial“ aktivieren, sofern die Funktion für dein Konto verfügbar ist. Weitere Einzelheiten findest du im Glossar-Eintrag zu Test-Reels auf Instagram.