
Instagram-SEO klingt erst einmal nach einem ziemlich großen Thema. In meinem eigenen Marketing läuft es ehrlich gesagt eher nebenbei mit.
Wenn ich einen Beitrag oder ein Reel erstelle, schaue ich schon, dass bestimmte Begriffe vorkommen. In der Caption, auf dem Reel-Cover oder auch in dem, was ich im Video sage.
Ich würde einen Beitrag aber nie nur für die Suche schreiben. Er soll die richtigen Menschen ansprechen, Vertrauen aufbauen und etwas auslösen. Wenn er gut gefunden wird, aber danach nichts passiert, bringt mir die ganze Optimierung herzlich wenig.
Es geht also nicht darum, möglichst viele Keywords in einem Beitrag unterzubringen. Viel wichtiger ist, dass du die Begriffe verwendest, die deine Kunden kennen und selbst benutzen.
SEO steht für Suchmaschinenoptimierung. Bei Instagram bedeutet das im Grunde nur, dass dein Profil und deine Beiträge so klar aufgebaut sind, dass Instagram dein Thema einordnen kann.
Gefunden werden kannst du dabei auf zwei Wegen:
Mehr würde ich daraus erst einmal gar nicht machen.
Instagram ist schließlich immer noch ein soziales Netzwerk. Die meisten Inhalte werden im Feed, über Reels oder durch Empfehlungen entdeckt und nicht gezielt gesucht.
Für mich ist Instagram-SEO deshalb eine Ergänzung. Es kann helfen, ersetzt aber keine guten Inhalte und auch keine verständliche Positionierung.
Wenn jemand einen Begriff in die Instagram-Suche eingibt, versucht die Plattform, dazu passende Konten und Inhalte zu zeigen.
Instagram schaut dabei unter anderem auf den eingegebenen Suchbegriff, die Informationen in Profilen und Beiträgen, die bisherigen Aktivitäten der suchenden Person und darauf, wie bekannt oder beliebt ein Inhalt ist.
Was Instagram nicht veröffentlicht, ist eine genaue Gewichtung. Wir wissen also nicht, ob ein Begriff im Namensfeld grundsätzlich stärker zählt als derselbe Begriff in einer Caption.
Deshalb halte ich wenig von Aussagen wie: „Dieses eine Feld ist der wichtigste Rankingfaktor.“
Für die Praxis reicht eigentlich diese Erkenntnis: Wenn dein Profil klar zeigt, wer du bist und worüber du sprichst, können sowohl Menschen als auch Instagram dich leichter einordnen.
Instagram beschreibt die Grundlagen selbst in seinem Beitrag darüber, wie die Instagram-Suche funktioniert.
Viel interessanter als die Frage nach irgendeinem Rankingfaktor finde ich die Frage: Welche Begriffe verwendet deine Zielgruppe überhaupt?
Die findest du meistens nicht bei einer großen Keyword-Recherche, sondern in echten Gesprächen.
Ich nutze dafür unter anderem Plaud. Damit kann ich Gespräche und eigene Gedanken transkribieren lassen und später noch einmal nachschauen, welche Formulierungen tatsächlich gefallen sind.
Ich bin außerdem gerne in Webinaren und Veranstaltungen unterwegs, in denen auch meine Zielgruppe sitzt. Dort höre ich sehr genau hin:
Gerade der letzte Punkt ist spannend. Als Experte verwendest du oft andere Wörter als deine Kunden.
Du sprichst vielleicht von „Positionierung“. Deine Kundin fragt sich: „Wofür soll ich eigentlich stehen?“
Du sprichst von einer „Content-Strategie“. Sie sagt: „Ich weiß nie, was ich posten soll.“
Inhaltlich kann damit dasselbe gemeint sein. Die zweite Formulierung ist aber häufig näher an dem, was deine Kunden suchen und verstehen.
Du kannst dir solche Fragen und Sätze einfach notieren. Aus Kundengesprächen, Webinaren, Kommentaren oder privaten Nachrichten.
Fünf bis zehn echte Formulierungen bringen dir wahrscheinlich mehr als eine lange Keyword-Liste, die du anschließend irgendwie in deine Beiträge quetschen musst.
Nicht jedes Keyword muss an fünf verschiedenen Stellen auftauchen. Ich würde zuerst dort hinschauen, wo ein Begriff auch deinen Profilbesuchern oder Zuschauern hilft.
Bei der Profiloptimierung sind klare Begriffe wichtig.
Im Namensfeld kann neben deinem Namen stehen, womit du dich beschäftigst. In der Bio sollte schnell deutlich werden, wem du wobei hilfst.
Das ist nicht nur für die Suche sinnvoll. Wenn dich jemand bei einer Veranstaltung kennenlernt und danach dein Instagram-Profil aufruft, möchte die Person schließlich ebenfalls verstehen, ob deine Themen zu ihr passen.
Wie du dein Profil sinnvoll aufbaust, zeige ich dir im Artikel Instagram-Profil als Coach optimieren.
Beim Reel-Cover denke ich weniger an SEO. Hier geht es mir vor allem darum, die richtige Person anzusprechen.
Ein Titel wie „Warum dir ständig die Ideen für Instagram fehlen“ ist konkreter als „Mehr Leichtigkeit für deinen Content“.
Das ist für mich eher gutes Content-Marketing als Suchmaschinenoptimierung. Der Text soll dafür sorgen, dass jemand beim Scrollen denkt: „Ja, genau das ist mein Problem.“
Wenn dabei ein sinnvoller Suchbegriff vorkommt, ist das natürlich gut. Aber ich würde den Titel nicht danach verbiegen.
Auch in der Caption sollte klar werden, worum es in deinem Beitrag geht.
Besonders wichtig finde ich den ersten Satz. Nicht, weil er angeblich automatisch zum Google-Titel wird, sondern weil er darüber entscheidet, ob jemand weiterliest.
Ich frage mich bei diesem Satz eher:
Wenn dabei ein passender Suchbegriff natürlich vorkommt: wunderbar. Er muss aber nicht um jeden Preis an erster Stelle stehen.
Der Alt-Text ist ursprünglich für die Barrierefreiheit gedacht. Er beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist, damit Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung den Inhalt erfassen können.
Er ist also kein Feld, in das du noch ein paar zusätzliche Keywords stopfen solltest.
Ich selbst arbeite bei meinen eigenen und auch bei Kundenaccounts meist mit externen Planungstools. Dort gibt es die Möglichkeit, einen Alt-Text zu hinterlegen, nicht immer. Deshalb nutze ich diese Funktion selbst eher selten.
Ich würde den Alt-Text ohnehin nicht als wichtige Instagram-SEO-Maßnahme behandeln. Wenn du ihn hinterlegst, dann beschreibe das Bild klar und sachlich.
Dass Instagram gesprochene Inhalte technisch verarbeiten kann, sieht man unter anderem an automatisch erzeugten Untertiteln und den KI-Übersetzungen für Reels, die inzwischen auch deutsche Inhalte unterstützen.
Die Plattform kann also erkennen, was in einem Reel gesagt wird.
Ob jedes gesprochene Wort deshalb automatisch ein Rankingfaktor für die Instagram-Suche ist oder sogar von Google übernommen wird, wissen wir allerdings nicht. Dazu macht Instagram keine ausreichend konkreten Angaben.
Trotzdem achte ich darauf, wichtige Begriffe auch auszusprechen.
Wenn ich ein Reel über Instagram-SEO aufnehme, darf der Begriff Instagram-SEO darin ruhig vorkommen. Ich würde ihn aber nicht fünfmal wiederholen, nur damit der Algorithmus ihn ganz bestimmt mitbekommt.
Wenn das Reel-Cover, der gesprochene Inhalt und die Caption zum selben Thema passen, ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild. Für Instagram und vor allem für den Menschen, der sich das Reel ansieht.
Ich verwende bei meinen eigenen Beiträgen fast keine Hashtags mehr. Auch bei meinen Kunden spielen sie inzwischen kaum noch eine Rolle.
Instagram erlaubt aktuell höchstens fünf Hashtags pro Beitrag. Du musst diese fünf Plätze aber nicht füllen.
Sinnvoll finde ich Hashtags noch:
Für die normale Reichweite halte ich Hashtags mittlerweile für überbewertet. Ich würde keine Zeit mehr damit verbringen, lange Hashtag-Listen oder ständig neue Hashtag-Gruppen zusammenzustellen.
Diese Zeit kannst du besser in einen verständlichen Einstieg und einen relevanten Beitrag investieren.
Öffentliche Beiträge und Reels können grundsätzlich auch von Google und anderen Suchmaschinen indexiert werden.
Laut Instagram gilt das für geeignete Fotos und Videos, die seit dem 1. Januar 2020 veröffentlicht wurden und von einem öffentlichen professionellen Konto einer mindestens 18-jährigen Person stammen.
Das bedeutet aber nicht, dass automatisch jeder Beitrag in den Google-Suchergebnissen erscheint. Instagram ermöglicht lediglich die Indexierung. Ob Google den Beitrag tatsächlich anzeigt und an welcher Stelle, entscheidet Google.
Die genauen Voraussetzungen und die Möglichkeit, die Indexierung auszuschalten, findest du in der Instagram-Hilfe zur Suchmaschinenindexierung.
Ich habe selbst schon erlebt, dass Kunden mich über Google gefunden haben und anschließend von meiner Website zu Instagram gegangen sind. Andersherum sehe ich ebenfalls, dass Menschen über den Link in meiner Instagram-Bio auf meine Website kommen.
Auch nach Webinaren oder Veranstaltungen ist das Instagram-Profil heute ein bisschen wie eine digitale Visitenkarte. Statt Karten auszutauschen, folgt man sich auf Instagram oder vernetzt sich auf LinkedIn.
Der Weg kann also ganz unterschiedlich aussehen:
Google → Website → Instagram → Anfrage
oder:
Veranstaltung → Instagram-Profil → weitere Inhalte → Website
Deshalb würde ich ein Profil nie ausschließlich für die Suche optimieren. Es muss auch die Menschen überzeugen, die bereits an anderer Stelle auf dich aufmerksam geworden sind.
Ein Beitrag kann gut gefunden werden und trotzdem nichts für dein Business tun.
Wenn du alles auf einen Suchbegriff ausrichtest, der Beitrag aber langweilig ist oder keine Reaktion auslöst, ist er im Zweifel für den Allerwertesten.
Frag dich deshalb nicht nur:
„Unter welchem Begriff soll mein Beitrag gefunden werden?“
Mindestens genauso wichtig finde ich:
„Wie soll sich die Person nach dem Beitrag fühlen – und was soll sie anschließend tun?“
Vielleicht soll sie:
Nicht jeder Beitrag muss direkt zu einer Anfrage führen. Aber du solltest schon wissen, warum du ihn veröffentlichst.
Deine Caption ist schließlich nicht für dich geschrieben. Sie muss deinen Kunden schmecken. Sie soll zeigen, dass du ihr Problem verstehst, und im besten Fall das Gefühl auslösen: „Hier bin ich richtig.“
Du musst jetzt weder dein gesamtes Profil umbauen noch alle alten Beiträge überarbeiten.
Wenn du das Thema einmal für dich überprüfen möchtest, fang klein an:
Das reicht fürs Erste vollkommen.
Wenn du beim Lesen das Gefühl hast, dass ein Begriff zu häufig vorkommt, ist das wahrscheinlich auch so. Keyword-Stuffing klingt nicht nur merkwürdig, es bringt auch niemandem etwas.
Instagram-SEO kann dabei helfen, innerhalb der App und möglicherweise auch bei Google gefunden zu werden. Ich würde daraus aber keine Wissenschaft machen.
Achte darauf, dass wichtige Begriffe vorkommen und dein Profil verständlich aufgebaut ist. Noch wichtiger ist, dass dein Beitrag die richtige Person anspricht.
Deine Kunden müssen sich darin wiederfinden. Und sie sollten nach dem Lesen oder Anschauen wissen, warum sie dir weiter folgen, deinen Beitrag speichern oder den nächsten Schritt gehen möchten.
Instagram-SEO bedeutet, dein Profil und deine Beiträge so verständlich aufzubauen, dass Instagram dein Thema einordnen und passende Inhalte in der Suche anzeigen kann.
Beginne mit deinem Namensfeld und deiner Bio. Bei Beiträgen können passende Begriffe auf dem Reel-Cover, im gesprochenen Inhalt und in der Caption vorkommen. Sie sollten aber immer natürlich zum Inhalt passen.
Instagram kann gesprochene Inhalte verarbeiten, beispielsweise für Untertitel und KI-Übersetzungen. Ob und wie stark einzelne Begriffe die Instagram-Suche beeinflussen, legt die Plattform nicht offen.
Nein. Geeignete Beiträge öffentlicher professioneller Konten können von Suchmaschinen indexiert werden. Das bedeutet nicht, dass jeder Beitrag automatisch in den Suchergebnissen erscheint.
Nein. Ich nutze Hashtags hauptsächlich bei Veranstaltungen, für Communitys oder als eigenen Marken-Hashtag.
Instagram erlaubt derzeit bis zu fünf Hashtags pro Beitrag. Du musst diese Anzahl nicht ausschöpfen.
Ich würde nicht alle alten Beiträge überarbeiten. Schau zuerst auf dein Profil und deine neuen Inhalte. Bei älteren Beiträgen lohnt sich die Überarbeitung höchstens dann, wenn das Thema weiterhin relevant ist.