
Seit über einem Jahr war es auf meinen eigenen Kanälen verdächtig still. Ausgerechnet bei mir, die anderen Menschen Sichtbarkeit beibringt.
Peinlich? Ein bisschen. Ehrlich? Auf jeden Fall.
Heute erzähle ich dir, warum das passiert ist. Und was ich diesen Monat dagegen tue: 30 Tage am Stück posten, öffentlich, mit dir als Zeugen.
Es lag nicht an der Zeit. Es lag an drei Dingen.
Erstens: Ich habe mich in meinen eigenen Ideen verzettelt. Eigentlich wollte ich mir alles sauber in ClickUp aufbauen. Gelandet sind meine Ideen am Ende trotzdem verteilt auf Notion, Apple Notes und Google Drive. Drei Ablagen, kein System. Das Ergebnis: Ideen ohne Ende, aber kaum eine kam je auf den Bildschirm.
Die Lösung lag näher, als ich dachte. Für meine Kunden steuere ich Content seit Jahren über Airtable, und genau dorthin gehe ich jetzt auch für mich zurück. Ich baue mir gerade ein Template, das alle Ideen an einem Ort sammelt und planbar macht. Wenn dich so etwas interessiert, schreib mir, ich stelle es dir zur Verfügung.
Zweitens: Ich habe mit meiner eigenen Positionierung gehadert. Vor 15 Jahren habe ich mit Social-Media-Marketing und Suchmaschinenoptimierung angefangen, dann kam Content-Marketing, zuletzt vor allem Social-Media-Management für Unternehmen bis hin zu internationalen Konzernen. Ich war gut ausgelastet und habe meine eigenen Kanäle dabei sträflich vernachlässigt. Wie der Schuster mit den schlechtesten Schuhen. 🙂
Solange meine Kunden über lange Begleitung und Empfehlung kamen, ging das gut. Jetzt will ich wieder mehr ins Coaching, ein eigenes Online-Business aufbauen und das Social-Media-Management herunterfahren. Und damit wird meine eigene Sichtbarkeit plötzlich zur Pflicht, nicht zur Kür.
Drittens: Das Leben kam dazwischen. Mein Sohn bekam die Diagnose Typ-1-Diabetes. Nicht die Diagnose selbst hat mich aus der Bahn geworfen, sondern das Drumherum. Ich musste unseren Alltag neu sortieren, er war gerade eingeschult. Heute ist er zehn und vieles läuft entspannter. Aber in der Zeit floss meine Energie komplett in Kundenprojekte, weil schlicht weniger Stunden zum Arbeiten blieben. Das holt mich jetzt ein.
Vielleicht erkennst du dich in dem einen oder anderen Punkt wieder. Du hast jahrelange Erfahrung, aber sobald du etwas teilen willst, flüstert der innere Kritiker, das sei nicht neu genug, nicht tief genug, nicht du genug.
Ich hätte mir leise vornehmen können, mal wieder mehr zu posten. Du ahnst, wie das ausgegangen wäre.
Stattdessen habe ich die Lounge Akademie von Katrin Hill gebucht. Dort gibt es Erfolgsteams, und in meinem hat sich eine Mitstreiterin mit ein paar anderen vorgenommen, 30 Tage am Stück auf Instagram zu posten.
Ich bin bekennender Challenge-Fan. Und weil ich sowieso zurück will und Dinge an meinem eigenen Profil zeigen möchte statt nur an Kundenprofilen, mache ich mit.
Ob mich das Öffentliche wirklich leichter ins Tun bringt, weiß ich noch nicht. Aber wenn man es laut ausspricht, redet man sich schlechter wieder raus. Diesen Effekt teste ich gerade an mir selbst.
Mein Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, viral zu gehen. Mein Ziel ist, die Routine zurückzuholen und zu zeigen, dass der erste Schritt kleiner sein darf, als du denkst.
Vorsätze scheitern selten am Wollen. Sie scheitern an fehlenden Leitplanken. Also habe ich mir drei aufgestellt.
Fertig schlägt perfekt. Mein erster Post ging direkt am 1. Juni raus. War ich rundum zufrieden damit? Nein. Er kam spontan, tagsüber hatte ich Kunden-To-dos, abends noch einen Workshop, und der Beitrag musste sich irgendwo dazwischenquetschen. Genau das ist der Punkt: Ein Post bei 80 Prozent schlägt den perfekten, der nie erscheint.
Recyceln statt neu erfinden. Der Glaube, jeder Post müsse etwas völlig Neues sein, ist Blödsinn. Im Gegenteil: Aus einem einzigen Gedanken lässt sich erstaunlich viel herausholen. Ich habe über 100 Blogartikel, und jeder einzelne ist ein kleiner Steinbruch für Content.
Das geht in zwei Richtungen. Zum einen über die Formate: Denselben Inhalt kannst du als schlichten Bildpost zeigen, als Reel (das wird gerade am besten ausgespielt) oder als Karussell. Zum anderen über die Perspektive: Du erzählst dieselbe Sache einmal sachlich-fachlich, dann mit einem Augenzwinkern und schließlich ganz persönlich aus deinem eigenen Erleben.
Vorplanen statt aus dem Bauch. Ich poste nicht jeden Tag spontan, das passt nicht in meinen Ablauf, und am Wochenende habe ich ohnehin weniger Zeit. Feste Beiträge plane ich vor, über ein externes Tool statt über die Instagram-Funktion. Das Spontane hebe ich mir für die Stories auf.
Ich könnte so tun, als hätte ich nie eine Pause gebraucht. Das wäre bequemer. Aber es wäre eine Lüge, und Lügen helfen dir nicht weiter.
Du sollst sehen, dass auch jemand mit 15 Jahren Erfahrung mal feststeckt, sich verzettelt und mit der eigenen Positionierung ringt. Jahrelang habe ich genau das für große Marken im Hintergrund gemacht. Jetzt trete ich für mein eigenes Business nach vorn, und das fühlt sich anders an, als es für andere zu tun.
Deine Erfahrung ist kein Ballast, den du verstecken musst. Sie ist genau das, wonach deine Wunschkundin sucht. Dein vermeintlich banaler Tipp ist für sie oft der Aha-Moment.
30 Tage, ein Beitrag pro Tag, öffentlich. Kein großer Masterplan, nur der feste Vorsatz, wieder anzufangen und dranzubleiben.
Wenn du gerade auch in der Schublade steckst und dein Wissen nicht rauslässt: Geh den Monat mit mir mit. Du musst nicht bereit sein, du musst nur anfangen.
Folge mir auf Instagram, dort läuft der Versuch live mit. LinkedIn kommt auch noch, aber mein Fokus liegt gerade auf Instagram. Und schreib mir gern, was dich am meisten vom Zeigen abhält. Ich lese mit und antworte dir.