
Ich dachte wirklich, dass ich diese Challenge durchziehe. Ich war motiviert, hatte Lust aufs Testen und die ersten Tage liefen auch gut.
Dann kam der Alltag dazwischen. Erst ein privater Termin, dann noch ein paar andere Dinge. Plötzlich hatte ich an mehreren Tagen nur einen halben Arbeitstag zur Verfügung. Die Kundenprojekte mussten trotzdem erledigt werden. Also habe ich das Posten erst einmal aufgeschoben. Und dann noch einmal. Irgendwann war ich aus der Challenge raus und habe es nicht geschafft, wieder einzusteigen.
Das ist nicht das Fazit, mit dem ich beim Start gerechnet hatte. Aber wahrscheinlich ist es das ehrlichere und hilfreichere.
Denn obwohl ich die 30 Tage nicht durchgezogen habe, habe ich einiges über meine Art der Content-Erstellung gelernt.
Ich brauche Batching, ein klares Angebot und weniger Auswahl – nicht jeden Morgen eine neue Content-Entscheidung.
Vor der Challenge war es auf meinen eigenen Social-Media-Kanälen lange ziemlich still. Ausgerechnet bei mir, obwohl ich seit vielen Jahren für andere Menschen und Unternehmen Content plane und erstelle.
Ein wichtiger Grund war das Leben, das dazwischenkam. Mein Sohn bekam die Diagnose Typ-1-Diabetes. Nicht die Diagnose selbst hat mich aus der Bahn geworfen, sondern das Drumherum. Ich musste unseren Alltag neu sortieren, und er war damals gerade eingeschult. Heute ist er zehn und vieles läuft entspannter. In dieser Zeit floss meine Energie aber vor allem in Kundenprojekte, weil schlicht weniger Stunden zum Arbeiten blieben.
Daneben fehlte mir ein verlässlicher Ablauf für meine vielen verstreuten Ideen. Wie stark das mit meinem noch nicht klar formulierten Angebot zusammenhing, wurde mir erst während der Challenge bewusst.
Ich hatte mir vorgenommen, vom 1. bis 30. Juni jeden Tag mindestens einen Beitrag auf meinem Instagram-Profil zu veröffentlichen. Nicht, um viral zu gehen. Ich wollte wieder ins Tun kommen, verschiedene Formate testen und herausfinden, was mir leichtfällt.
Die ersten Tage habe ich durchgezogen, dann brach die Challenge ab. Eine tägliche Posting-Routine ist daraus nicht entstanden.
Trotzdem war der Versuch nicht umsonst. Ich habe ein paar Follower gewonnen und gemerkt, dass die Videoerstellung für mich nicht das große Hindernis ist. Wenn die Idee feststeht, bekomme ich ein Talking-Head-, B-Roll- oder Voiceover-Reel gut umgesetzt.
Ich habe versucht, meine Beiträge spontan zu erstellen. Es gibt Menschen, die damit wunderbar arbeiten. Sie haben einen Redaktionsplan, greifen sich morgens das Tagesthema und produzieren den Beitrag dazu.
Ich bin nicht dieser Typ.
Für mich frisst es zu viel Zeit, jeden Tag wieder bei der Auswahl, Vorbereitung und Umsetzung anzufangen. An verkürzten Arbeitstagen fällt der eigene Instagram-Beitrag dann schnell hinten herunter.
Mir liegt es mehr, mehrere Inhalte in einem Rutsch vorzubereiten oder aufzunehmen. Wenn Kamera, Licht und Thema einmal stehen, kann ich direkt mehrere Videos produzieren. Wenn ich an einem Karussell sitze, kann ich auch gleich ein zweites vorbereiten. Danach plane ich die Beiträge vor und muss nicht jeden Tag erneut Anlauf nehmen.
Ob du lieber täglich produzierst oder in Blöcken arbeitest, musst du für dich testen. Beides kann funktionieren. Entscheidend ist, dass dein Ablauf auch noch trägt, wenn eine Woche nicht nach Plan läuft.
Während der Challenge wurde mir noch deutlicher, dass ich mein Angebot überarbeiten musste. Also habe ich mich in den vergangenen Wochen unter anderem mit dem Angebot, einem Webinar und der Frage beschäftigt, wie ich das Ganze vermarkten möchte.
Das war wichtig. Es hat aber natürlich auch Zeit gebunden, die dann nicht in tägliche Instagram-Beiträge geflossen ist.
Für mich gehört das zusammen: Wenn du nicht weißt, welches Angebot dein Content unterstützen soll, hilft dir auch der schönste Redaktionsplan nur begrenzt. Du kannst viele gute Ideen haben und trotzdem bei jeder einzelnen ins Stocken geraten.
Im Instagram-Sparring sortieren wir deine Ideen, prüfen den Zusammenhang zu deinem Angebot und legen fest, welche Beiträge du als Nächstes wirklich umsetzt. Du gehst mit einer konkreten Aufnahmeliste oder Redaktionsplanung aus dem Termin.
Mein Problem war nie, dass mir gar nichts einfällt. Ich habe eher tausend Ideen an verschiedenen Stellen. Und wenn ich mich dann für genau eine entscheiden soll, stehe ich vor dem vollen Regal und weiß nicht, womit ich anfangen soll.
Was mir geholfen hat: Ich bin meine vorhandenen Ideen durchgegangen und habe sie danach sortiert, ob sie zu meinem aktuellen Angebot passen. Daraus sind neue, deutlich passendere Beitragsideen entstanden, die ich jetzt nach und nach umsetzen möchte.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Eine Ideenliste allein ist noch kein Contentplan. Erst die Verbindung zu deinem Angebot, deiner Zielgruppe und deinem nächsten Ziel macht daraus eine brauchbare Auswahl.
Zum Start der Challenge hatte ich mir drei Regeln gesetzt: Fertig schlägt perfekt, Content recyceln und Beiträge vorplanen. In der Praxis haben sie sehr unterschiedlich funktioniert.
Mein erster Beitrag musste zwischen Kundenarbeit und anderen Terminen entstehen. Ich war nicht vollkommen zufrieden damit, aber er ging raus.
An diesem Grundsatz halte ich fest. Ein Beitrag muss nicht jedes Mal mein bester Beitrag des Jahres werden. Manchmal ist er einfach der nächste sinnvolle Gedanke, den ich veröffentliche.
Ich habe vorhandene Beiträge herausgesucht, die ich weiterverwenden wollte. Den eigentlichen Recycling-Prozess habe ich während der Challenge aber nicht abgeschlossen.
Die Idee dahinter bleibt für mich trotzdem richtig. Meine Basis sind häufig Blogartikel. Daraus kann ich einzelne Gedanken, Beispiele oder Fragen für Instagram herausziehen. Bei dir kann die Basis genauso gut ein Newsletter, eine Podcastfolge, ein Vortrag oder ein älterer Social-Media-Beitrag sein.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du in meinem Content-Recycling-Leitfaden den kompletten Ablauf.
Vorplanen klingt logisch. Es hilft mir aber nur, wenn ich vorher auch mehrere Inhalte fertiggestellt habe. Sonst sitze ich zwar vor dem Planungstool, habe aber nichts, was ich einplanen könnte.
Mein Ablauf muss deshalb früher anfangen: Themen auswählen, mehrere Beiträge erstellen, fertigstellen und anschließend terminieren. Das eigentliche Posten ist dann nur noch der letzte kleine Schritt.
Obwohl ich meine 30 Tage nicht durchgezogen habe, würde ich eine selbst gesetzte Challenge weiterhin empfehlen. Nur muss sie nicht automatisch bedeuten, dass du einen Monat lang täglich postest.
Eine Challenge kann dir helfen, etwas gezielt auszuprobieren. Du könntest zum Beispiel:
So merkst du schneller, welche Formate dir liegen, welche Themen bei deiner Zielgruppe ankommen und wo dein Ablauf hakt. Und ja, du gehst dabei wahrscheinlich auch ein Stück aus deiner Komfortzone.
Wichtig ist nur, dass du die Challenge als Test betrachtest und nicht als Beweis dafür, wie diszipliniert du bist. Wenn sie nicht funktioniert, ist die spannende Frage nicht: „Was stimmt mit mir nicht?“ Sondern: „Was muss ich am Ablauf ändern?“
Du brauchst für einen 30-Tage-Zeitraum nicht 30 komplett neue Themen. Ein guter Gedanke lässt sich in verschiedenen Formaten und aus mehreren Blickwinkeln aufbereiten.
Nehmen wir das Thema „Angst vor der Kamera“. Daraus könnten zum Beispiel entstehen:
Zusätzlich kannst du die Perspektive verändern. Du kannst ein Thema fachlich einordnen, persönlich erzählen oder mit Humor aufgreifen, wenn das zu dir passt. So wiederholst du nicht einfach denselben Beitrag. Du gibst demselben Kerngedanken mehrere Zugänge.
Für mich beginnt dieser Prozess oft bei einem Blogartikel. Wenn du keine Blogartikel hast, nimmst du eben etwas anderes: häufige Fragen aus Gesprächen, Notizen, ältere Beiträge oder einen Gedanken, den du deiner Zielgruppe schon lange erklären möchtest.
Mit diesem Prompt kannst du dir einen Plan erstellen lassen, der deine verfügbare Zeit, deine bevorzugten Formate und Content-Recycling berücksichtigt. Ergänze die Angaben in den eckigen Klammern möglichst konkret.
Ich möchte für Instagram einen realistischen 30-Tage-Contentplan erstellen. Der Plan soll zu meinem Business, meinem Angebot und meiner tatsächlich verfügbaren Zeit passen. Ich möchte nicht 30 völlig neue Themen erfinden, sondern gute Kerngedanken mehrfach und sinnvoll aufbereiten. Mein Business: [Was machst du?] Mein aktuelles Angebot: [Was möchtest du in den nächsten 30 Tagen vermarkten?] Meine Zielgruppe: [Wen möchtest du erreichen?] Meine wichtigsten Themen: [Themen oder Fragen, zu denen du Content erstellen möchtest] Vorhandene Basisinhalte: [z. B. Blogartikel, Newsletter, Podcastfolgen, Videos, ältere Posts, Notizen oder Vorträge] Mein Zeitbudget pro Woche: [z. B. 3 Stunden] So arbeite ich am liebsten: [Batching / täglich spontan / eine Mischung] Meine gewünschte Posting-Frequenz: [z. B. 3 Beiträge pro Woche oder täglich als Challenge] Formate, die mir liegen: [z. B. Foto-Post, Karussell, Talking-Head-Reel, B-Roll-Reel, Voiceover-Reel] Formate, die ich nicht nutzen möchte: [optional] Was mir bei der Erstellung schwerfällt: [optional] Erstelle daraus einen konkreten 30-Tage-Plan für Instagram. Bitte beachte dabei: 1. Wenn wichtige Angaben fehlen oder widersprüchlich sind, stelle mir zuerst höchstens fünf Rückfragen. 2. Plane nur so viele Beiträge, wie mit meinem Zeitbudget und meiner gewünschten Frequenz realistisch sind. Wenn beides nicht zusammenpasst, sage mir das offen und reduziere den Umfang sinnvoll. 3. Nutze Content-Recycling: Bereite geeignete Kerngedanken in mehreren Formaten auf, statt für jeden Beitrag ein neues Thema zu erfinden. 4. Verändere bei der Mehrfachverwertung nicht nur das Format, sondern auch den Zugang. Nutze je nach Thema eine fachliche, persönliche oder humorvolle Perspektive. Humor soll nur eingesetzt werden, wenn er natürlich passt. 5. Erzwinge nicht für jedes Thema alle Formate. Wähle die Formate, die zur Aussage und zu meinen Angaben passen. 6. Nenne für jeden Beitrag: Tag, Thema, Format, Perspektive, Einstieg oder Hook, Kernaussage, passende Handlungsaufforderung und den Basisinhalt, aus dem der Beitrag entsteht. 7. Markiere klar, welche Beiträge recycelt oder aus demselben Kerngedanken entwickelt wurden. 8. Fasse ähnliche Produktionsaufgaben zu realistischen Batching-Blöcken zusammen. Erstelle anschließend eine kurze Aufnahmeliste beziehungsweise Produktionsliste für jeden Block. 9. Plane Puffer ein, damit nicht der komplette Monatsplan zusammenbricht, wenn ein Arbeitstag ausfällt. 10. Erfinde keine Kundenerfahrungen, Ergebnisse oder persönlichen Geschichten. Weise mich darauf hin, wo ich eigene Beispiele ergänzen sollte. Gib mir zuerst einen kurzen Überblick über die Themenlogik und die Batching-Termine. Stelle danach den 30-Tage-Plan übersichtlich dar.
Wichtig: Behandle den Plan als Arbeitsgrundlage. Du musst nicht jede KI-Idee übernehmen. Streiche, was nicht nach dir klingt, und passe den Umfang lieber an, bevor du wieder vor einem viel zu vollen Plan sitzt.
Ich habe die 30 Tage nicht durchgezogen und auch keine neue tägliche Routine aufgebaut.
Aber ich weiß jetzt klarer, wie ich weiterarbeiten möchte. Ich setze die Ideen um, die ich passend zu meinem Angebot gesammelt habe, produziere mehrere Inhalte auf einmal und plane sie vor. Und ich habe mir eine neue Challenge gesetzt, über die ich erst berichte, wenn ich weiß, was sie mir wirklich gebracht hat.
Eine Challenge muss nicht perfekt durchgezogen werden, damit du etwas aus ihr lernst. Manchmal zeigt sie dir ziemlich deutlich, welches System nicht zu deinem Alltag passt. Auch das ist ein Ergebnis.
Im Instagram-Gruppencoaching „Sichtbar mit System“ entwickelst du eine Content-Routine, die zu deinem Angebot, deinem Alltag und deiner Art zu arbeiten passt. Wir schauen gemeinsam auf Planung, Erstellung und Content-Recycling, damit Instagram nicht jedes Mal zur zusätzlichen Baustelle wird.
Nein, musst du nicht. Ich empfehle dir auf Instagram trotzdem, zumindest werktags täglich zu posten. Wenn du die Zeit dafür hast, kannst du auch zweimal am Tag posten. Drei Beiträge pro Woche sind für mich das Minimum. Damit kannst du präsent bleiben, solltest dir aber kein großes Wachstum versprechen.
Du kannst am nächsten Tag weitermachen, die Challenge verlängern oder das Ziel anpassen. Entscheide danach, was du eigentlich testen wolltest. Wenn es um Routine ging, ist die Unterbrechung sogar eine hilfreiche Information: Dein Ablauf braucht wahrscheinlich mehr Puffer oder eine andere Art der Vorbereitung.
Nicht grundsätzlich. Manche erstellen lieber jeden Tag den Beitrag, der gerade ansteht. Andere arbeiten schneller, wenn sie mehrere Videos, Karussells oder Texte hintereinander produzieren. Probiere beides aus und achte darauf, welcher Ablauf bei dir auch unter Zeitdruck noch funktioniert.
Starte mit wenigen Kerngedanken, die zu deinem aktuellen Angebot passen. Bereite jeden Gedanken in mehreren passenden Formaten oder aus verschiedenen Perspektiven auf. So entsteht ein abwechslungsreicher Plan, ohne dass du für jeden Veröffentlichungstag ein völlig neues Thema entwickeln musst.