Schreibblockade als Coach: Warum dir nichts einfällt (und was wirklich hilft)

Schreibblockade als Coach: Warum dir nichts einfällt (und was wirklich hilft)

Ich hatte monatelang eine Schreibblockade. 

Ich, die Frau, die anderen beibringt, wie man Content erstellt und auf LinkedIn und Instagram sichtbar wird, saß vor dem leeren Editor und hatte nichts. Keine Idee und nicht mal einen schlechten ersten Satz.

Du weißt, dass du schreiben solltest. Du weißt sogar grob, worüber. Aber wenn du dich hinsetzt, ist da nur Leere. Und je länger du nichts postest, desto größer wird der Berg.

Falls du gerade in genau dieser Situation steckst: Bleib dran. Denn die Blockade ist meistens nicht das, wofür du sie hältst.

Warum die Blockade selten ein Ideenproblem ist

Wenn du seit Jahren als Coach arbeitest, hast du keine Ideenknappheit. Du hast jede Woche Kundengespräche. Du liest Artikel und denkst: „Das sehe ich anders." Du bekommst E-Mails mit Fragen, auf die du sofort antworten könntest.

Die Ideen sind da. Das Problem ist ein anderes.

Bei mir war es eine Mischung aus Perfektionismus und Vergleich. Ich habe Posts von anderen gelesen und gedacht: Das ist so gut formuliert, so klar auf den Punkt gebracht. Und dann wurde mein eigener Entwurf immer kleiner, bis ich ihn gelöscht habe.

Was ich dabei übersehen habe: Die Posts, die so mühelos klingen, wurden wahrscheinlich dreimal umgeschrieben. Ich habe mein Rohmaterial mit dem fertigen Ergebnis anderer verglichen. Das ist, als würdest du deinen ersten Kuchenversuch mit dem Schaufenster einer Konditorei vergleichen.

Vielleicht steckt bei dir etwas anderes dahinter. Vielleicht ist es die Angst, dich angreifbar zu machen oder der Gedanke: „Das weiß doch eh schon jeder." Oder einfach die Erschöpfung nach einem langen Tag mit Kunden.

Egal, was es ist: Der erste Schritt ist, dass du für dich erkennst, dass es kein Ideenproblem ist. Denn dann hörst du auf, nach dem perfekten Thema zu suchen. Und du fängst an, das Eigentliche anzugehen.

Wie ich aus meiner Blockade rausgekommen bin

Ich erzähle dir, wie es bei mir lief. Nicht weil mein Weg der einzig richtige ist, sondern weil er zeigt, dass der Weg zurück ins Schreiben selten geradlinig verläuft.

Nach einigen Monaten Funkstille habe ich angefangen, mit KI zu recherchieren. Ich habe Manus losgeschickt, das ist ein KI-Agent, um englischsprachige und deutschsprachige Blogs in meiner Nische zu finden. Ich habe meine Zielgruppe beschrieben, mein Thema, und Manus hat mir relevante Artikel zusammengetragen.

Parallel habe ich den Agentenmodus von ChatGPT für die gleiche Recherche genutzt, einfach um die Ergebnisse zu vergleichen. Beides hat gut funktioniert.

Ich habe gezielt Reddit nach Fragen und Problemen meiner Zielgruppe durchsuchen lassen und mir Webseiten angeschaut. Bei manchen Artikeln habe ich gedacht: Ja, das Thema würde ich auch so angehen. Bei anderen: Interessant, aber meine Perspektive ist eine andere.

Das war der erste Schritt. Aber noch nicht der Durchbruch.

Was erst nicht funktioniert hat: Am Anfang habe ich KI zu viel machen lassen, von der Recherche über die Zusammenfassung bis zur Struktur. Das Ergebnis? Texte, die okay waren. Aber ich habe mich in ihnen nicht wiedererkannt. Ich war zwar weniger blockiert, dafür klangen die Texte nach allen und niemandem. Das war ein komisches Gefühl.

Der Durchbruch kam erst im nächsten Schritt. Ich habe weiter mit KI recherchiert, Manus für die Blog-Suche, Gemini für kurze Zusammenfassungen der gefundenen Artikel. Aber dann habe ich die Texte selbst geschrieben, aus meiner Perspektive, mit meinen Beispielen und meiner Tonalität. Genauer gesagt habe ich sie diktiert, nicht geschrieben. Denn so klangen die Beiträge es wie ich.

Die Kombination war der Schlüssel: KI hat mir den leeren Bildschirm genommen. Die Recherche hat mir gezeigt, worüber andere schreiben. Aber meine Stimme musste ich selbst wiederfinden.

Du musst nicht alle Tools gleichzeitig nutzen. Fang mit einem an. Beschreibe dein Thema und deine Zielgruppe, lass dir relevante Artikel zusammentragen und lies, was dich anspricht. Der Punkt ist nicht, Inhalte zu kopieren. Der Punkt ist, wieder ins Denken zu kommen.

Deine Kundinnen liefern dir die besten Themen

Wenn du nach der Recherche immer noch nicht weißt, worüber du schreiben sollst, habe ich eine gute Nachricht: Deine Kunden sagen es dir jeden Tag.

Jede Frage, die dir jemand per E-Mail, im Coaching oder in den Kommentaren stellt, ist ein Blogartikel. Kein Witz. Wenn eine Person danach fragt, suchen wahrscheinlich Hunderte andere bei Google nach genau dem gleichen Thema.

Fiktives Beispiel: Eine Kundin fragt dich im Coaching: „Wie oft muss ich eigentlich auf LinkedIn posten?" Du antwortest ihr in 5 Minuten. Und genau diese Antwort ist dein nächster Post, weil garantiert noch 50 andere Coaches dieselbe Frage haben, aber nicht fragen.

Ich habe angefangen, mir nach jedem Kundengespräch und Workshop kurze Notizen zu machen. Welche Fragen kamen? Worüber wurde am längsten gesprochen?

Das Schöne daran: Du schreibst über Themen, die deine Zielgruppe tatsächlich beschäftigen. Nicht über das, was du für interessant hältst.

Leg dir eine einfache Notiz-Liste an, auf dem Handy reicht. Das ist deine Ideenbank. Wichtig ist nur, dass du einen festen Ort dafür hast und ein System, damit deine Ideen wirklich dort landen.

Zeig deinen Alltag, auch das ist Content

Viele Coaches denken, jeder Post muss ein Fachartikel sein. Tiefgründig und durchdacht, mit drei Unterpunkten und einem sauberen Fazit.

Muss er nicht.

Wie sieht ein Arbeitstag bei dir aus? Welche Tools nutzt du? Was hast du diese Woche gelernt, das dich überrascht hat?

Ich poste zum Beispiel ab und zu, welche KI-Tools ich gerade teste. Oder wie mein Schreibprozess aussieht, inklusive der Sackgassen. Das sind keine Fachartikel. Aber sie zeigen, wie ich arbeite. Und das schafft Vertrauen, manchmal mehr als der durchdachteste Expertenbeitrag.

Warum das funktioniert: Menschen buchen nicht das perfekte Fachwissen. Sie buchen eine Person, der sie vertrauen. Und Vertrauen entsteht, wenn du zeigst, wie du tickst, nicht nur, was du weißt.

Sag, was andere sich nicht trauen

Es gibt in jeder Branche Dinge, die alle sagen. Und es gibt Dinge, wo du vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht hast.

Was sind die Mythen in deinem Bereich? Welcher Ratschlag geht dir auf die Nerven, weil er zu kurz greift? Wo denkst du bei LinkedIn-Posts anderer: „Nee, so einfach ist das nicht"?

Genau darüber lohnt es sich zu schreiben.

Fiktives Beispiel: Alle sagen „Poste jeden Tag auf LinkedIn." Du weißt aus deiner Erfahrung: Das ist für die meisten Coaches unrealistisch und führt eher zu Frust als zu Ergebnissen. Also schreibst du einen Post darüber, warum zwei gute Posts pro Woche mehr bringen als sieben halbherzige. Das ist ein Standpunkt, der provoziert, und genau deshalb funktioniert er.

Ich schreibe gerne gegen gängige Empfehlungen an, weil meine Erfahrung zeigt, dass Pauschalratschläge selten für alle passen. Meine Zielgruppe sind Coaches und Beraterinnen ab 40, die eben nicht marketing-affin sind. Die haben andere Rahmenbedingungen als ein 28-jähriger Tech-Startup-Gründer.

Und genau diese Einordnung, dein Blick auf die Dinge, gefiltert durch deine Erfahrung, macht deinen Content einzigartig.

Wenn du beim nächsten Scrollen denkst „Das stimmt so nicht" oder „Das ist zu vereinfacht", schreib es auf. Das ist dein nächster Post.

Fang mit einer Kundenfrage an

Die Schreibblockade fühlt sich an, als wäre sie für immer. Ist sie aber nicht.

Was mir geholfen hat: Aufhören, auf die perfekte Idee zu warten. Stattdessen recherchieren, lesen, mich inspirieren lassen. Und dann selbst schreiben, in meinem Ton und mit meinen Geschichten.

Deine Themen liegen vor deiner Nase. In den Fragen deiner Kundinnen, in deinem Arbeitsalltag und in dem Moment, wo du bei einem Post denkst „Das sehe ich anders."

Also: Öffne deine Notiz-App. Schreib eine Kundenfrage auf, die du diese Woche gehört hast. Und fang damit an.

Du willst raus aus der Blockade, mit einem Plan, der zu dir passt?

In meinem Coaching entwickeln wir deine Themen, deine Stimme und einen Schreibrhythmus, der auch in stressigen Wochen funktioniert. Und wenn du das Schreiben lieber abgibst, übernehme ich als Ghostwriterin.

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