Positionierung auf Social Media: Warum Klarheit dich sichtbar macht

Positionierung auf Social Media: Warum Klarheit dich sichtbar macht

Du kannst so vieles. Und genau das ist dein Problem.

Nach Jahren in deinem Feld hast du dir Wissen in mehreren Bereichen aufgebaut. Wenn dich jemand fragt, was du machst, holst du weit aus. Verständlich. Aber genau das macht dich auf Social Media Kanälen wie Instagram unsichtbar.

Lass uns über Positionierung reden. Nicht im Sinne von „mach dich kleiner", sondern im Sinne von „werde endlich klar erkennbar".

Warum eine unklare Positionierung dich unsichtbar macht

Wer alle ansprechen will, muss vage bleiben. Denn jede klare Aussage könnte ja jemanden ausschließen. Also bleibt die Botschaft weich. Und genau das ist das Problem: Vage ist unsichtbar.

Die unklare Positionierung hängt dabei fast immer mit einer zweiten Unklarheit zusammen. Du weißt nicht, mit welchem Angebot du rausgehen sollst, weil dir nicht klar ist, für wen es eigentlich ist. Mehrere Angebote sind völlig in Ordnung. Aber deine Zielgruppe sollte dabei dieselbe bleiben. Sonst baust du dir über Social Media keine Community auf, weil du ständig andere Leute ansprichst.

Wichtig: Wer alle erreichen will, erreicht am Ende niemanden. Klarheit schließt nicht aus, sie zieht die Richtigen an.

Festlegen heißt nicht, dich kleiner zu machen

Genau hier sträuben sich die meisten. Festlegen fühlt sich an, als müsstest du dich verkleinern und spannende Themen wegwerfen. Diese Angst kenne ich gut.

Aber da steckt ein Denkfehler drin. Positionierung heißt nicht, deine Leistungen einzuschränken. Sie heißt, deinen Standpunkt klarzumachen. 

Stell dir einen Regenschirm vor, unter dem alles Platz hat, was zu dir gehört. Deine Positionierung ist der Schirm, nicht die einzelne Sache darunter. Sie ist der Kanal, über den die richtigen Menschen zu dir finden. Und sind sie erst mal da, kannst du ihnen mit allem helfen, was du kannst.

Ich kenne dieses Ringen aus eigener Erfahrung, und zwar gründlich. Ich bin eine Scanner-Persönlichkeit, begeistere mich schnell für Neues, und kaum ist das eine spannend, lockt schon das nächste. Seit 2009 habe ich so ziemlich alles gemacht: Suchmaschinenoptimierung, Blogartikel, Social-Media-Management, Workshops, dazu zwei Jahre angestellt, in denen ich das Social-Media-Marketing für einen großen Fachgroßhändler aufgebaut habe.

Lange dachte ich: Das ist meins, und das auch, und das auch. Erst nach vielen Schleifen kam die Klarheit. Mein eigentliches Thema ist nicht eine einzelne Technik, sondern: raus aus dem Content-Hamsterrad. Ich helfe Selbstständigen, die selbst andere mit ihrem Wissen unterstützen, sichtbar zu werden, ohne sich im Marketing zu verlieren. Darunter passt alles, womit ich ihnen das leichter machen kann, von der Content-Erstellung mit KI über zeitlose Inhalte bis zum Content-Recycling.

Ein wichtiger Punkt dabei: Festlegen heißt vor allem, deine Zielgruppe einzugrenzen, nicht zwingend deine Themen. Und du musst auch nicht alles, was du anbietest, auf deine Website packen. Es ist völlig okay, nach außen klarer aufzutreten, als dein volles Leistungsangebot ist.

Ein einfacher Einstieg, wenn du dich nicht festlegen magst: Nimm dir ein Fokus-Angebot für die nächsten 90 Tage vor und vermarkte nur das, egal ob online oder offline. So siehst du, ob das Angebot trägt und ob du damit rausgehen magst. Danach kannst du wechseln. Du gehst keine Ehe ein, du machst ein Experiment.

So findest du deinen roten Faden

Wie kommst du da nun konkret hin? Bei mir entsteht Klarheit fast immer im Gespräch, über ein paar einfache Fragen, die du dir auch selbst stellen kannst. Warum kommt jemand zu mir? In welcher Situation steckt er? Wie helfe ich ihm weiter? Und was muss er dafür investieren?

Eine Übung, die ich liebe: Schreib 50 Themen-Ideen auf, zu denen du Content machen könntest. Die ersten zehn, fünfzehn fließen leicht. Danach wird es zäh. Und genau an dieser Stelle siehst du, zu welchen Themen du wirklich etwas zu sagen hast und welche dir am Herzen liegen. Das ist dein Fahrplan Richtung Positionierung.

Aus all dem destillierst du deine eine Botschaft, deinen roten Faden. Der besteht aus drei Teilen: dem Problem, mit dem dein Wunschkunde gerade kämpft, der Transformation, also wohin du ihn bringst, und einem Beweis, dass das funktioniert, etwa eine Kundenstimme oder dein eigener Weg.

Bring deine Positionierung in einen einzigen Satz: „Ich helfe [wem] dabei, [welches Ergebnis], und zwar [auf welche Art]." Wenn dir das schwerfällt, ist dein Schirm noch nicht klar genug. Genau das ist dann deine erste Aufgabe.

Deine Positionierung ist nicht in Stein gemeißelt

Und jetzt das, was den Druck endgültig rausnimmt: Deine Positionierung ist nicht in Stein gemeißelt. Anders als bei teuren Aufstellern oder gedrucktem Material kannst du eine Instagram-Bio, eine LinkedIn-Beschreibung oder deine Website jederzeit anpassen. Das ist kein Buch und keine Hieroglyphe in Stein, sondern in zehn Minuten geändert. Mach dir das zunutze.

Verwechsle Positionierung auch nicht mit einem Logo oder einem hübschen Slogan. Das ist oft das Erste, woran man bastelt, weil es leichter ist. Und du musst nicht zwingend in die ganz enge Nische. Du darfst breiter starten, solltest aber zumindest deine Zielgruppe eingrenzen.

Unter deinem Schirm darfst du sogar verschiedene Themenstränge haben, du zeigst sie nur am richtigen Ort. Ich spreche Instagram-Themen auf Instagram an, weil dort die Leute nach genau diesen Tipps suchen, und LinkedIn-Themen auf LinkedIn. Auf meinem Blog läuft beides zusammen.

Wichtig: Denk an Stille Post. Je unklarer du bist, desto mehr geht auf dem Weg von einem Menschen zum nächsten verloren. Wenn jemand nach einem Gespräch genau weiß, was du für wen machst, kann er dich weiterempfehlen, selbst wenn er gar nicht dein Kunde wird.

Fazit

Positionierung ist kein Käfig, sondern eine Tür. Sie schränkt dich nicht ein, sie macht dich auffindbar und glaubwürdig. Und sie nimmt dir auf Dauer den Druck, weil du nicht mehr bei jedem Beitrag neu überlegst, wer du eigentlich sein willst.

Fang mit zwei Dingen an: Benenne deinen Schirm, also wofür du stehst und für wen. Und bring deine Botschaft in einen Satz. Den Rest verfeinerst du unterwegs, und ändern darfst du es jederzeit.

Ich arbeite gerade selbst genau daran, nach all den Jahren. Und ich kann dir sagen: Sobald der Satz steht, wird auf einmal vieles leichter, vom Posten bis zum Angebot.

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