
Brauchst du heute überhaupt noch einen Newsletter? Lesen Leute denn ihre E-Mails noch? Diese Frage höre ich oft, und meine Antwort ist ein klares Ja.
Denn beim Newsletter entscheidest du selbst. Du bist von keinem Algorithmus abhängig. Und solange es E-Mails gibt, wird es auch Newsletter geben.
Ich zeige dir, warum sich das gerade jetzt lohnt und vor allem, wie du bei null anfängst, deine ersten Abonnenten zu sammeln.
Der größte Unterschied zu Social Media und auch zu Suchmaschinen: Ein Newsletter gehört dir. Auf Instagram oder LinkedIn erreichst du organisch nur einen kleinen Teil deiner Follower, je nachdem, was der Algorithmus gerade will. Und ob dich Google findet, entscheidest auch nicht du allein. Eine E-Mail dagegen landet bei allen, die sich eingetragen haben.
Stell dir vor, Instagram würde morgen deinen Account sperren. Deine Reichweite wäre weg. Deine E-Mail-Liste hättest du trotzdem noch. Genau deshalb ist sie das Wertvollste, was du dir online aufbaust.
Und noch etwas hat sich verändert: Die Leute abonnieren heute weniger Newsletter, lesen die ausgewählten aber umso aufmerksamer. Es geht also nicht um eine riesige Zahl. Tausend Menschen, die dich wirklich gern lesen, sind mehr wert als zehntausend, die nie öffnen.
Bei mir war es übrigens nie so, dass ich den Newsletter unterschätzt hätte. Mir hat schlicht die Energie gefehlt, ihn ernsthaft aufzubauen.
Was sich geändert hat: Ich will stärker in Richtung Online Business gehen und dafür muss ich Menschen auf Knopfdruck erreichen können - einfach auch, um planbare Verkäufe zu erzielen und mich unabhängiger von Algorithmen und Suchmaschinen zu machen.
Letztes Jahr habe ich einen ersten Versuch mit einem Adventskalender als Lead Magnet gestartet und war viel zu spät dran. Ich habe ihn erst ab Mitte November vermarktet und alles war mit heißer Nadel gestrickt. Aber die Seite und die Automation stehen. Dieses Jahr passe ich ihn inhaltlich an und vermarkte ihn deutlich früher, damit er wirklich als Lead Magnet funktioniert.
Apropos Lead Magnet ... Niemand gibt dir seine E-Mail-Adresse einfach so. Du brauchst einen guten Grund, also etwas, das du im Tausch gegen die Adresse schenkst. Das nennt man Lead Magnet.
Das muss kein dickes E-Book sein. Eine kompakte Checkliste, eine Vorlage oder ein kurzer Guide, der ein konkretes kleines Problem deiner Wunschkundin löst, funktioniert oft besser. Wie du so etwas in überschaubarer Zeit baust, habe ich dir in meinem Artikel über Lead Magneten beschrieben.
Sobald du diesen einen Anreiz hast, kannst du ihn überall ausspielen. Genau da kommen die drei Wege ins Spiel.
Deine Website ist die naheliegendste Stelle. Hier ist der Mensch ohnehin schon, weil er sich für dich interessiert.
Bau deinen Lead Magnet an den Stellen ein, an denen viel los ist: auf der Startseite, unter deinen Blogartikeln und auf einer eigenen kleinen Anmeldeseite, die du überall verlinken kannst. Halte das Anmeldeformular einfach, oft reichen Vorname und E-Mail.
Auf Instagram funktioniert ein Weg besonders gut: Du machst einen Beitrag und schreibst dazu „Kommentiere XY, und ich schick dir [deinen Lead Magnet]". Die Leute kommentieren, und der Rest läuft automatisch.
Den Versand übernimmt ein Tool wie Alfima* oder ManyChat. Wer das Stichwort kommentiert, bekommt automatisch eine Nachricht. Und in genau dieser Nachricht fragst du die E-Mail-Adresse ab, denn darum geht es ja: Du willst die Adresse sammeln, nicht nur einen Link verschicken. Wichtig ist, dass es einen klickbaren Link gibt, über den die Person ihr Einverständnis gibt, ihre Daten zu hinterlassen und im Gegenzug deinen Lead Magnet zu bekommen.
Das Schöne daran: Menschen antworten viel lieber mit einem Kommentar, als ein Formular auszufüllen. Sie bleiben auf Instagram und der ganze Stress des Versendens fällt für dich weg.
So kannst du auf Instagram auf deinen Lead Magnet aufmerksam machen:
Auf LinkedIn kannst du es ähnlich aufziehen, also einen Beitrag schreiben und „Kommentiere XY" dazusagen. Aber hier gibt es einen wichtigen Unterschied: Es gibt aktuell kein Automatisierungstool, das LinkedIn dafür akzeptiert. Leute haben deswegen schon ihren Account verloren. Automatisiere das hier also bitte nicht.
Beim Versand setze ich gern auf europäische Anbieter, dann habe ich das ganze DSGVO-Thema entspannter im Griff. Gestartet bin ich mit CleverReach, dann GetResponse. Inzwischen nutze ich die Newsletter-Funktion, die in meinem CMS Chimpify integriert ist und die ich lange ignoriert hatte.
Für die Automatisierung bin ich von ManyChat auf Alfima umgestiegen (Affiliate-Link*). Alfima ist streng genommen kein reines Newsletter-Tool, sondern eher die Zentrale für ein ganzes Online-Business. Du kannst Menschen automatisiert Unterlagen schicken, dein 1:1-Coaching organisieren, und die Instagram-Automatisierung ist inzwischen von Meta zertifiziert. Ein Newsletter-Tool ist ebenfalls angeschlossen. Genau das ist mein Grund: Ich will nicht mehr so viele Einzeltools, sondern mein Business einfacher machen. Meine ausführliche Einschätzung findest du in meinem Alfima-Erfahrungsbericht.
Lohnt sich der Aufwand bei null Abonnenten überhaupt? Ja. Denn wenn dein Lead Magnet wirklich gut ist, gibt es viele Wege, ihn bekannt zu machen:
Es gibt aber einen Stolperstein, der mich selbst lange ausgebremst hat: Denk nicht nur bis zur Anmeldung. Sonst lädt sich jemand deinen Lead Magnet herunter und du hörst nie wieder von ihm.
Offen gestanden war genau das mein eigener Grund, den Newsletter ewig vor mir herzuschieben. Mein Angebot war nicht klar genug formuliert, und ohne klares Ziel fühlt sich jede Mail falsch an. Das schärfe ich gerade nach, und damit fallen auch Lead Magenet und Newsletter endlich leicht.
Ein Newsletter ist kein Relikt aus alten Zeiten. Er ist der einzige Kanal, der wirklich dir gehört, und damit das stabilste Fundament für dein Business.
Fang mit einem einzigen Lead Magnet an und spiel ihn auf deinen Wegen aus: auf der Website, über Instagram mit einer kleinen Automatisierung und über LinkedIn von Hand. Du musst nicht alles auf einmal aufsetzen.
Und wenn du dabei nicht allein tüfteln willst, schreib mir einfach. Genau solche Dinge bauen wir gemeinsam auf.
In meinem Newsletter zeige ich regelmäßig, wie du als Coach sichtbar wirst und dir Schritt für Schritt deine eigene Reichweite aufbaust, ohne dich vom Algorithmus abhängig zu machen.
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