
Ich habe jahrelang Jahrespläne gemacht.
Du weißt schon: Im Dezember hinsetzen, das große Bild malen, Ziele für Januar bis Dezember festlegen. Klingt vernünftig, oder?
Das Problem? Im März kam der Frust. Weil ich noch nicht da war, wo ich laut Plan hätte sein sollen. Und im September dann nochmal, wenn ich merkte, dass zwischen meinen Zielen und der Realität eine ziemlich große Lücke klaffte.
Dieses Jahr mache ich es anders. Keine Jahrespläne mehr. Stattdessen plane ich in Quartalsblöcken und Monatsplänen – das kann ich besser überblicken und bei Bedarf anpassen.
Das große Ziel für 2026: Ein Creator-Business aufbauen, das zu 70 % meiner Einnahmen aus digitalen Produkten generiert.
In diesem Artikel nehme ich dich mit hinter die Kulissen. Kein Ratgeber, kein 5-Schritte-Plan, sondern ein ehrlicher Blick darauf, wo ich gerade stehe, was ich mir vornehme und wo es noch hakt.
Aktuell verbringe ich den Großteil meiner Zeit mit Social-Media-Management für Kunden und Einzelcoachings im Bereich Instagram und LinkedIn. Läuft gut, macht mir auch Freude. Aber da ist dieses eine Problem, das mich schon länger beschäftigt: Mein Einkommen ist immer an meine Zeit gekoppelt.
Wenn ich arbeite, verdiene ich. Wenn ich nicht arbeite – Urlaub, Krankheit, Familiensachen – verdiene ich nichts. Das kennst du wahrscheinlich auch. Dieses Gefühl, dass du zwar selbstständig bist, aber eigentlich nur deinen eigenen Angestelltenjob geschaffen hast, nur ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Und genau das möchte ich ändern. Creator-Business heißt für mich: digitale Produkte anbieten. Also Anleitungen, Kurse und Vorlagen, die einmal erstellt sind und dann unabhängig von meiner Zeit verkauft werden können. Vielleicht kommen später auch Nischenseiten zu speziellen Themen auf Social Media hinzu, einfach weil ich viele Interessen habe und die schlecht unter einen Hut bekomme. Wie sagt man so schön: Scannerpersönlichkeit.
Aber dieses Jahr liegt der Fokus klar auf digitalen Produkten. Damit ich mich nicht wieder verzettele.
Ich habe nicht jeden Tag Stunden für mein Creator-Business. Das wäre schön, ist aber unrealistisch. Was ich stattdessen mache: Ich blocke mir zwei Tage pro Woche, die fest im Kalender stehen und nur bedingt verhandelbar sind.
Was heißt bedingt? Die Tage sind geblockt, aber manchmal tausche ich den Montag gegen den Dienstag, wenn etwas dazwischenkommt. Das passiert, und das ist okay.
Ein Tag ist für strategische Arbeit und die Entwicklung der digitalen Produkte reserviert. Der andere Tag ist fürs Marketing da – Beiträge erstellen, posten, als Personenmarke sichtbar werden. Das sind jeweils etwa sechs Stunden. Klingt nicht nach viel, aber es reicht, wenn ich fokussiert arbeite. Und genau da liegt der Knackpunkt: fokussiert.
Was mir seitdem hilft, sind ganz banale Dinge.
Keine komplizierten Methoden, die ich erst drei Wochen lang lernen muss. Je einfacher, desto wahrscheinlicher halte ich es durch.
Mein Morgen sieht so aus: Kind für die Schule vorbereiten, Kaffee trinken, eine Runde mit dem Hund gehen. Und dann, so gegen 9 Uhr, spätestens halb zehn, sitze ich am Rechner. Die Stunden bis 13 Uhr sind meine produktivste Zeit, danach wird es schwieriger. Und ich habe für mich festgestellt: Wenn dieser Morgenstart nicht klappt, wenn ich nicht spätestens um 9:30 Uhr am Rechner sitze, bin ich den ganzen Tag über unproduktiver. Das ist mein Hebel – wenn der Morgen steht, steht der Tag.
Aktuell arbeite ich leider auch oft noch nachmittags oder abends. Das ist genau das, was ich ändern möchte. Aber manchmal muss man erst mehr investieren, um etwas aufzubauen. Das habe ich akzeptiert, auch wenn es sich gerade nicht immer gut anfühlt.
Weißt du, was komisch ist? Ich mache für meine Kunden seit Jahren das, was ich für mich selbst vernachlässigt habe. Schauen, welche Themen funktionieren. Welche Art von Aufbereitung ankommt. Was die Zahlen sagen.
Ich habe anderen erklärt, wie wichtig datenbasiertes Arbeiten ist – und für mich selbst nach Bauchgefühl gepostet. Oder, offen gestanden, oft genug gar nicht gepostet.
Das ändere ich jetzt. Ich arbeite wieder mit festen Themensäulen und schaue, was bei meiner Zielgruppe ankommt. Statt zu raten oder zu hoffen, teste ich und werte aus. Das klingt vielleicht wenig glamourös, aber es ist der Unterschied zwischen „Ich poste irgendwas und hoffe auf Anfragen" und „Ich verstehe, was meine Leute wirklich brauchen".
Und ich sehe dieses Muster auch bei vielen meiner Kunden. Sie haben tolle Angebote, wirklich durchdachte Sachen. Aber Marketing betrachten sie als etwas Lästiges, als notwendiges Übel, das man irgendwie nebenbei erledigt.
Nur: Wenn niemand dich kennt und sieht, wofür du stehst, wird es schwierig mit dem Verkaufen. Das gilt für meine Kunden genauso wie für mich.
In meinem Bereich gibt es viele Leute, die LinkedIn-Coaching oder Instagram-Beratung anbieten. Die zeigen, wie Arbeitsabläufe für die Inhaltserstellung aussehen. Die Konkurrenz ist da. Was mich unterscheidet? Letztlich mein Ansatz, meine Zielgruppe und die Art, wie ich kommuniziere. Und damit vermehrt rauszugehen, ist ein großes Ziel für dieses Jahr.
Es gibt diese Empfehlung: „Verkaufe das Angebot, bevor du es entwickelst." Verstehe ich, und es macht absolut Sinn. Aber ich kann das so nicht. Zumindest aktuell nicht. Vielleicht ändert sich das irgendwann, aber im Moment fühlt es sich für mich falsch an, etwas zu verkaufen, das noch nicht existiert.
Was ich stattdessen mache: Bevor ich einen ganzen Kurs entwickle, teste ich erst mal einen kleinen Einstieg. Ein Workbook. Einen Leitfaden. Etwas, das mich nicht Wochen in der Erstellung kostet, an dem ich aber sehen kann, ob überhaupt Interesse da ist und ob ich daran weiter andocken kann. Das fühlt sich für mich stimmig an. Und ich fühle mich nicht so nackt.
Aber vermutlich ist das einfach ein Mindset-Ding, an dem ich arbeiten muss.
Genau deshalb will ich dieses Jahr anders arbeiten. Nicht den großen Wurf planen und dann an der Umsetzung scheitern, sondern klein anfangen und konsequent dranbleiben. Lieber ein kleineres Workbook rausbringen, als einen Kurs planen, der nie fertig wird.
Statt eines Jahresplans nehme ich mir für jedes Quartal konkrete Ziele vor, die ich auch wirklich überblicken kann. Drei Monate sind überschaubar genug, um fokussiert zu bleiben, und lang genug, um etwas Messbares zu schaffen. Für das zweite Quartal 2026 sieht das so aus:
Ich teste auch verschiedene Werkzeuge, die mir dabei helfen können. Aber der Kern bleibt: Ein Tag pro Woche für Strategie und Produktentwicklung, ein Tag für Marketing und Sichtbarkeit.
Ob das alles klappt? Keine Ahnung.
Aber ich habe einen Plan, der klein genug ist, um ihn in drei Monaten überprüfen zu können. Und das ist mehr, als ich in den letzten Jahren hatte.
Das hier ist kein fertiges Erfolgsrezept. Das ist eine Momentaufnahme – ich bin mitten im Prozess und vieles davon ist noch nicht bewiesen.
Aber vielleicht erkennst du dich in manchen Punkten wieder. Vielleicht geht es dir ähnlich: tolles Angebot, aber irgendwie unsichtbar. Viele Ideen, aber keine Struktur. Oder das Gefühl, dass dein Einkommen zu sehr an deine Zeit gekoppelt ist und du da irgendwie raus willst.
Ich bin gespannt, wo ich in drei Monaten stehe. Und ich nehme dich gerne mit auf dem Weg dahin. Wenn du Fragen hast oder mir erzählen willst, wie es bei dir aussieht – schreib mir auf LinkedIn oder Instagram.
In meinem LinkedIn-Coaching schauen wir gemeinsam, wie du sichtbarer wirst – mit einer Strategie, die zu deinem Leben passt. Ohne Jahresplan, ohne Perfektion.
Mehr über mein Coaching erfahren