
Es ist Sonntagabend. Du sitzt vor deinem Laptop und starrst auf den leeren Bildschirm. Morgen ist Montag. Du weißt, du „solltest" wieder posten. Instagram, LinkedIn, vielleicht auch noch Facebook. Aber dir fällt einfach nichts ein. Alles fühlt sich an wie schon tausendmal gesagt. Du scrollst durch die Posts anderer – alle wirken so leicht, so inspiriert, so … mühelos.
Und du? Du fühlst dich müde. Leer. Und fragst dich, ob das jetzt für immer so weitergehen soll.
Kennst du das?
Ich kenne diese Erschöpfung aus unzähligen Gesprächen mit meinen Kunden und auch von mir selbst in bestimmten Phasen. Coaches über 40, erfahren, klug, mit echtem Mehrwert – aber ausgelaugt vom ständigen Content-Druck. Sie haben ein Business aufgebaut, das funktioniert. Sie haben Expertise, die Menschen wirklich hilft. Aber Social Media? Das fühlt sich an wie ein zweiter Vollzeitjob, den niemand bezahlt.
Hier ist die gute Nachricht: Es gibt einen anderen Weg.
Einen Weg, bei dem du nicht jeden Tag verzweifelt nach neuen Ideen suchst. Bei dem deine Inhalte nicht nach drei Tagen im Nirwana verschwinden. Bei dem du einmal gute Arbeit leistest – und sie dann Monate, sogar Jahre für dich arbeitet.
Willkommen in der Welt der zeitlosen Social-Media-Inhalte.
Die Art, wie uns Social-Media-Marketing verkauft wird, ist für die meisten selbstständigen Coaches und Berater*innen nicht machbar. Und das hat nichts mit mangelnder Disziplin oder fehlendem Commitment zu tun.
Überall liest du: „Poste täglich!" „Sei konstant präsent!" „Der Algorithmus belohnt Regelmäßigkeit!" Und dann siehst du diese Creator, die scheinbar mühelos drei Stories am Tag, fünf Posts pro Woche und noch dazu Newsletter und Podcast produzieren.
Was dir niemand sagt: Die meisten dieser Menschen haben entweder ein Team, verdienen ihr Geld als Content Creator (nicht als Coach), oder sie haben schlichtweg ein anderes Geschäftsmodell als du.
Du aber? Du verdienst dein Geld mit Beratung, Coaching, Workshops und vielleicht auch digitalen Produkten. Social Media ist für dich ein Werkzeug – nicht dein Produkt.
Und genau hier liegt das Problem.
Wenn du versuchst, nach Influencer-Logik zu arbeiten, während du gleichzeitig ein Coaching-Business führst, brennst du aus. Punkt.
Du kannst nicht gleichzeitig 15 Klientengespräche pro Woche führen, Angebote entwickeln, deine Buchhaltung machen UND täglich hochwertigen Content produzieren. Das geht nicht.
Und wenn jemand dir sagt, dass es geht, dann hat diese Person entweder Hilfe oder lügt.
Aber es geht nicht nur um Zeit. Es geht auch darum, wie es sich anfühlt.
Eine meiner Kundinnen – nennen wir sie Petra – kam vor ein paar Monaten zu mir. Sie ist Business-Coach, seit 12 Jahren selbstständig, erfolgreich. Aber sie saß da in unserem Erstgespräch und sagte: „Ich hasse es mittlerweile. Ich hasse dieses Gefühl, dass ich immer etwas zeigen muss. Dass nichts, was ich mache, gut genug ist, wenn es nicht auf Social Media ist."
Dieses Gefühl, permanent „on" sein zu müssen. Die Angst, vergessen zu werden, wenn du mal zwei Wochen nichts postest. Die Scham, wenn andere scheinbar so viel produktiver sind. Die Erschöpfung, jeden Tag kreativ sein zu müssen, während du eigentlich gerade mitten in einem anstrengenden Coaching-Prozess steckst.
Das ist kein nachhaltiges System. Das ist emotional auslaugend.
Und dann kommt noch dazu: Die meisten Social-Media-Posts haben eine Halbwertszeit von 24–72 Stunden. Du investierst eine Stunde (und mehr) in einen guten Post. Er performt vielleicht zwei Tage – und dann ist er Geschichte.
Nächste Woche darfst du wieder von vorne anfangen.
Das ist, als würdest du jede Woche einen neuen Flyer drucken, ihn verteilen, und dann wegwerfen. Und nächste Woche wieder. Und wieder. Und wieder.
Kein Wunder, dass sich das sinnlos anfühlt.
Okay, genug vom Problem. Lass uns über die Lösung sprechen.
Zeitlose Social-Media-Inhalte – oft auch „Evergreen Content" genannt – sind Inhalte, die nicht nach drei Tagen veraltet sind. Sie bleiben relevant. Nicht für Wochen, sondern für Monate oder sogar Jahre.
Ein zeitloser Inhalt beantwortet eine Frage oder löst ein Problem, das deine Zielgruppe auch in zwei Jahren noch haben wird.
Vergänglich: (Diese beziehen sich auf aktuelle Ereignisse, Trends oder Zeitpunkte und verlieren relativ schnell an Relevanz.)
Zeitlos: (Diese behandeln universelle Prinzipien, Herausforderungen und Werkzeuge der Führung, die immer relevant bleiben.)
Jetzt könnte man sagen: „Okay, aber Social Media lebt doch von Aktualität!" Und ja, das stimmt teilweise. Aber wir erleben eine massive Verschiebung.
Künstliche Intelligenz kann mittlerweile in Sekunden generische Social-Media-Beiträge erstellen. Canva-Templates gibt es zu Tausenden. Jeder kann „schöne" Posts machen. Was bedeutet das? Der Markt wird überflutet mit Inhalten. Mit glattem, perfektem, aber oft seelenlosem Content.
Was dadurch wertvoller wird? Echte Expertise. Persönliche Erfahrung. Tiefe statt Breite.
Und genau das sind zeitlose Inhalte. Sie basieren auf dem, was du aus Jahren der Praxis gelernt hast. Auf den Mustern, die du bei deinen Klient:innen immer wieder siehst. Auf den Fragen, die dir immer wieder gestellt werden.
Das kann keine KI der Welt ersetzen.
Weißt du, was dich als Coach über 40 von einem 25-jährigen Marketing-Guru unterscheidet? Du hast gelebt. Du hast Krisen durchgemacht. Du hast Fehler gemacht und daraus gelernt. Du hast echte Transformationen begleitet – nicht nur darüber gelesen.
Diese Erfahrung ist unbezahlbar. Und sie ist die Grundlage für zeitlose Inhalte, die wirklich resonieren.
Okay, das klingt alles schön und gut in der Theorie. Aber was bringt es dir konkret?
Stell dir vor: Du erstellst einen richtig starken zeitlosen Post – z. B. einen 10-teiligen Carousel zu „Die 5 größten Fehler, die neue Führungskräfte machen“. Der performt super: viele speichern, teilen und kommentieren den Beitrag.
Diesen einen Social Media Beitrag kannst du dann:
Ein guter, zeitloser Post = 12+ Monate Content.
Statt jede Woche neu zu brainstormen „Was poste ich bloß?“, hast du eine Content Bank mit 20 und mehr bewährten Posts, die du einfach rausholst und wieder veröffentlichst.
Alte Methode (immer neue Posts):
3 Beiträge pro Woche × 60 Minuten (Text + Bild/Video/Carousel) = 3 Stunden pro Woche
= 12 Stunden pro Monat
= 144 Stunden pro Jahr
Neue Methode (Content Bank mit zeitlosen Inhalten peu a peu aufbauen):
1 neuer Post pro Woche × 60 Minuten = 1 Stunde pro Woche = 4 Stunden pro Monat
+ 2 zeitlose Posts pro Woche recyceln × 10 Minuten = 80 Minuten pro Monat
= 5 Stunden 20 Minuten pro Monat
= 64 Stunden pro Jahr
Zeitersparnis: 80 Stunden pro Jahr = genau 2 volle Arbeitswochen!
Ein Trend-Post lebt 2–3 Tage. Ein zeitloser Post? Der kann dir über Jahre neue Follower, DMs und Klienten bringen.
Ich kenne Coaches, die einen Carousel von 2022 heute noch alle paar Monate reposten – und er performt jedes Mal wieder stark, weil das Thema einfach nie alt wird. Und es noch immer zum Angebot und Expertise passt.
Die Posts werden gespeichert, weitergeleitet, in Gruppen geteilt, tauchen in „Für dich“-Feeds wieder auf. Das ist passives Marketing auf Social Media – dein Content arbeitet, während du schläfst.
Was bleibt stärker hängen?
Genau – der zweite.
Zeitlose Posts positionieren dich als Expert*in. Sie zeigen Substanz, nicht nur Lautstärke. Leute denken: „Diese Person weiß wirklich, wovon sie redet.“ Das baut Vertrauen auf und Vertrauen bringt Kunden.
Der größte unterschätzte Vorteil: Du hörst auf, ständig zu grübeln „Was poste ich diese Woche?“
Du hast deine Content Bank mit 20–30 zeitlosen Posts, die schon bewiesen haben, dass sie funktionieren. Organisiert nach Themen (Leadership, Mindset, Sales etc.).
Jetzt musst du nur noch:
Kein Sonntagabend-Panik mehr. Kein „Ich hab drei Wochen nichts gepostet“-Stress. Du hast ein System, das läuft – und du bleibst sichtbar, ohne dich kaputt zu machen.
Okay, verstanden. Aber wie findest du jetzt heraus, welche Themen sich für zeitlose Inhalte eignen?
1. Das Problem existiert seit Jahren (und wird auch in Jahren noch existieren)
Frag dich: Ist das ein Problem, das durch einen neuen Trend oder eine neue Technologie plötzlich verschwinden könnte? Oder ist es ein grundlegendes menschliches oder berufliches Thema?
Vergänglich: „Wie du den neuen Instagram-Algorithmus hackst"
Zeitlos: „Wie du als introvertierter Coach sichtbar wirst, ohne dich zu verbiegen"
Vergänglich: „Die besten ChatGPT-Prompts für Coaches (Stand 2026)"
Zeitlos: „Wie du die richtigen Coaching-Fragen stellst, um echte Durchbrüche zu erzielen"
2. Du beantwortest dieselben Fragen immer wieder
Das ist Gold. Wenn du merkst, dass du im Erstgespräch zum zehnten Mal diese Woche dieselbe Frage beantwortest – das ist ein perfektes Thema für einen zeitlosen Inhalt.
Mach mal den Test: Welche drei Fragen hörst du am häufigsten von potenziellen Kund:innen?
Das sind deine ersten drei zeitlosen Inhalte.
3. Das Thema basiert auf Prinzipien, nicht auf Taktiken
Taktiken ändern sich. Prinzipien bleiben.
Fokussiere dich auf das „Warum" und das „Was" – nicht nur auf das „Wie".
Hier kommt vielleicht der wichtigste Teil.
Zeitlose Social-Media-Inhalte zu erstellen, erfordert einen grundlegenden Perspektivwechsel. Weg vom „Ich muss heute posten, sonst vergessen mich die Leute“-Modus. Hin zu: „Ich baue langfristige Assets auf.“
Viele behandeln Social-Media-Posts wie Wegwerf-Produkte. Einmal posten, kurz hoffen, dass es gut ankommt – und dann vergessen.
Zeitlose Posts funktionieren anders. Sie sind wie Immobilien. Du investierst einmal Zeit und Mühe in einen starken Carousel oder Thread – und dann arbeitet er langfristig für dich. Er generiert „Miet-Einnahmen“ in Form von Saves, Shares, neuen Followern und DMs von potenziellen Klienten.
Dieser Shift fühlt sich anfangs vielleicht ungewohnt an. Weil Social Media uns darauf trainiert hat, in Tagen zu denken. Aber die besten Profile denken in Jahren.
Jetzt fragst du dich vielleicht: „Aber wenn ich etwas poste, das jahrelang wieder und wieder auftauchen soll, muss es doch perfekt sein!“
Nein. Muss es nicht.
Weißt du, was perfekte Posts oft sind? Tot. Weil sie nie veröffentlicht werden. Weil du noch an der Formulierung feilst, während jemand anderes bereits drei „gute“ Carousels online hat und damit Klienten gewinnt.
Zeitlose Posts dürfen – und sollten – im Lauf der Zeit wachsen. Du erstellst einen starken Carousel, postest ihn. Sechs Monate später hast du neue Erkenntnisse? Poste eine aktualisierte Version (neue Caption, frischer Hook, ergänzte Slides). Ein Jahr später ein besseres Beispiel? Baue eine Version 2.0 und speichere beide in deiner Content Bank.
Das ist der Vorteil von Social Media: Gute Posts bleiben in den Feeds, werden gespeichert und geteilt – und du kannst sie immer wieder neu auflegen und verbessern.
Und das ist vielleicht das Wichtigste: Zeitlose Social-Media-Inhalte geben dir Zeit zurück für das, was du wirklich tun willst.
Du bist Coach geworden, um Menschen zu helfen. Nicht, um Vollzeit-Content-Creator zu sein. Social Media soll dein Business unterstützen – nicht dein Leben bestimmen.
Mit einer Content Bank aus zeitlosen Posts gewinnst du diese Freiheit zurück. Du kannst drei Wochen offline gehen, weil du im Coaching-Intensiv-Programm steckst – und dein recycelter Content arbeitet trotzdem für dich.
Du kannst dich auf ein neues Angebot fokussieren – und musst nicht gleichzeitig jeden Tag neue Posts erfinden.
Du hast wieder Luft zum Atmen.
Überlege und notiere dir:
Welche drei Fragen höre ich von meinen Kunden am häufigsten?
Schreib sie auf. Ernsthaft. Nimm dir dafür fünf Minuten.
Das sind mit hoher Wahrscheinlichkeit deine ersten drei zeitlosen Inhalte.
Falls du jetzt denkst: „Das klingt zu schön, um wahr zu sein" – ich verstehe das. Aber ich kann dir sagen: Es funktioniert.
Nicht über Nacht. Nicht mit einem magischen Trick. Aber Schritt für Schritt. Mit einem System, das zu deinem Leben passt – nicht umgekehrt.
Du musst nicht mehr posten. Du musst nicht mehr „on" sein. Du musst nicht täglich kreativ sein. Du kannst dich auf dein Business und vielleicht auch auf den Aufbau deiner Community konzentrieren.