Höre auf zu grübeln und zeige dich auf Social Media — gerade wenn du 40+ bist

Höre auf zu grübeln und zeige dich auf Social Media — gerade wenn du 40+ bist

Ich gebe es zu: Mein erstes digitales Produkt hätte seit Jahren fertig sein können.

Aber immer, wenn ich daran gearbeitet habe, kam dieser Gedanke. „Das fehlt noch." Dann: „Das fehlt auch noch." Und dann nochmal: „Warte, das muss ich noch einbauen."

Monate vergingen. Das Ding war nicht fertig. Und irgendwann war mir klar: Das hat nichts mit dem Produkt zu tun. Das hat mit mir zu tun.

Kennst du das? Du weißt genau, was du tun solltest. Aber irgendwie kommst du nicht in die Pötte. Der Post bleibt im Entwurf. Der Kommentar wird geschrieben und dann doch gelöscht. Die Instagram Story — na ja, vielleicht morgen.

Overthinking. Analyse-Paralyse. Grübeln als Vollzeitjob.

Das Verrückte daran: Es trifft besonders die, die es am wenigsten sollte. Frauen mit 15, 20 Jahren Berufserfahrung. Coaches, die andere durch genau dieses Thema begleiten. Menschen, die eigentlich verdammt gut wissen, was sie tun.

Und trotzdem stehen sie auf der Bremse, wenn es um Social Media und ihr eigenes Business geht.

Das Paradox der Erfahrenen

Etwas, das mich immer wieder beschäftigt: Die 25-Jährige postet. Ohne nachzudenken, ohne Strategie und manchmal auch ohne Plan. Sie macht Fehler, lernt daraus und macht weiter.

Die 45-Jährige mit 20 Jahren Expertise? Die überlegt noch.

Das klingt wie ein Witz. Ist es aber nicht.

Je mehr Erfahrung du hast, desto mehr weißt du, was schieflaufen kann. Du hast schon Rückmeldungen bekommen, die wehtaten. Du hast schon Situationen erlebt, wo du dich blamiert hast oder das Gefühl hattest, nicht gut genug zu sein. Dein Gehirn erinnert sich daran und versucht, dich zu schützen.

Das Ergebnis: Du analysierst, bevor du handelst. Du optimierst, bevor du veröffentlichst. Du wartest, bis es „gut genug" ist.

Das Problem: „Gut genug" kommt nie. Weil dein innerer Kritiker immer noch einen Haken findet. Das ist keine Qualitätskontrolle. Das ist Analyse-Paralyse in Reinform.

Das Bittere daran: Je mehr Expertise du hast, desto höher ist dein eigener Anspruch. Du weißt, wie gut etwas sein könnte. Also wartest du, bis es dieses Level erreicht. Was, wenn wir ehrlich sind, nie passiert. Weil du nie anfängst.

Es geht nicht um Perfektion

Ich habe lange meinen Widerwillen gegen Videos damit erklärt, dass ich selbst lieber lese. Klingt vernünftig. Es war aber nur die halbe Wahrheit. Oder vielleicht noch weniger als die Hälfte.

Ich hatte schlicht und ergreifend Schiss.

Angst vor Kommentaren zum Videoschnitt, Angst vor Kommentaren zu meinem Gewicht, und dann kam die Alterskomponente dazu.

Ich mache zwar Social Media seit über 15 Jahren, bin aber keine 20 mehr. Wer will denn von jemandem in meinem Alter etwas über ein so schnelllebiges Thema wie Social Media hören? Mache ich mich damit nicht irgendwie lächerlich?

Das war so ein Moment: Ich war auf einer Veranstaltung, wo hauptsächlich jüngere Leute als Speaker auf der Bühne waren — Mitte 20, im Online-Business schon viel weiter als ich es aktuell bin. Es war beeindruckend und ich war auch ein wenig neidisch, dass ich immer wieder verschoben habe. Aber während ich zugehört habe, wurde mir klar: Ihr Mindset, ihre Beispiele, ihre Lebensrealität — das ist eine andere als meine. Nicht schlechter, nicht besser, einfach anders. Ich habe Familie, habe andere Prioritäten und treffe auf der Basis andere Entscheidungen.

Und plötzlich dachte ich: Wenn das so klar ist, warum sollte mein Alter dann eine Schwäche sein, die ich irgendwie verbergen muss?

Mein Alter ist kein Mangel, den ich verstecken muss. Da steckt eine Menge dahinter: Erfahrung, Ecken und Kanten, echte Entscheidungen mit echten Konsequenzen. Aber das zu erkennen hat gedauert. Und bis ich das begriffen hatte, hat mich die Angst vor dem Urteil anderer mehr gebremst als jeder Algorithmus.

Mal ehrlich: Bei dir ist das vielleicht ähnlich. Vielleicht ist es nicht die Angst vor dem Videoschnitt. Vielleicht ist es die Angst, dass niemand reagiert. Oder dass jemand reagiert und es kritisch wird. Oder die Angst, für etwas gehalten zu werden, das du nicht bist. Oder einfach die Angst vor der Arbeit, die mit Social Media verbunden ist.

Social Media ist kein Projekt, das du einmal abschließt. Es ist eine dauerhafte Aufgabe, die nur funktioniert, wenn du dranbleibst. Und genau das macht es für viele so schwer, den ersten Schritt zu machen.

Was deine Zielgruppe verliert, wenn du schweigst

Die Menschen, die du begleitest, suchen nicht den perfektesten Post und nicht das hochwertigste Video. Sie suchen jemanden, der ihre Realität kennt. Der versteht, wie es sich anfühlt, wenn man eigentlich weiß, was man tut, und trotzdem zweifelt.

Das bist du.

Unperfekt rauszugehen ist keine Schwäche. Es baut Vertrauen auf, weil die Leute merken, dass da ein echter Mensch sitzt und kein durchgestylter Marketing-Account. Gerade jetzt, wo KI auf Knopfdruck glatte Texte ausspuckt, wird das Echte, das Unperfekte und das Persönliche wertvoller.

Denk mal so drüber nach: Jedes Mal, wenn du einen Post zurückhältst, einen Kommentar löschst oder eine Story nicht postest, bekommt jemand da draußen nicht den Impuls, den er oder sie vielleicht genau in dem Moment von dir gebraucht hätte.

Du musst keine große Bühne aufbauen und keinen viralen Post schreiben. Du musst einer bestimmten Person in einem bestimmten Moment etwas geben, das sie weiterbringt. Wenn du stunden- oder sogar tagelang überlegst, ob dein Post genug ist, verschenkst du wertvolle Zeit.

Du willst wissen, ob dein LinkedIn-Profil noch zu dir passt?

Ich schaue gerne drüber. Kein großes Ding, einfach ein ehrlicher Blick von außen.

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Drei Micro-Actions für heute

Ich habe kein großes Strategiepapier und keinen Redaktionsplan für die nächsten drei Monate für dich. Aber ich zeige dir drei Dinge, die du heute noch machen kannst und die kleiner sind, als du denkst.

Erstens: Raus auf die Plattform, auf der du gerade bist

Wenn du heute auf Instagram bist, dann mach eine Story. Nutze einen Spaziergang oder was auch immer. Was beschäftigt dich? Was hast du heute morgen gedacht, gelesen oder erlebt? Das reicht. 15 Sekunden, kein aufwändiges Design, kein Skript.

Wenn du heute auf LinkedIn bist, schreib einen Kommentar und sende ihn ab. Wenn du unsicher bist, kürze. Aber lösch ihn nicht. Drei Sätze sind genug. Manchmal reicht einer.

Fang da an, wo du gerade bist. Du musst heute nicht auf beiden Plattformen aktiv sein. Eine Sache, eine Plattform, einmal absenden. Das ist der einzige Plan, den du brauchst.

Zweitens: Wirf einen Blick auf dein Profil

Nicht um es perfekt zu machen, sondern um eine Frage zu beantworten: Entspricht das noch deiner aktuellen Positionierung und deinem Angebot? Klingt deine Bio noch nach dir? Oder ist da noch die Version von dir aus dem letzten Jahr? Wenn ja, ändere einen Satz. Nicht alles auf einmal. Einen Satz.

Drittens: Prüfe deine Links

Funktionieren die Links in deinem Profil noch? Führen sie zu dem, was du gerade anbietest? Das klingt banal. Aber ich habe schon Leute gesehen, die monatelang einen Link hatten, der ins Leere führte, und sich gewundert haben, warum nichts passiert.

Fünf Minuten. Einmal durchklicken. Fertig.

Warum das wichtig ist: Ich habe eine Zeit lang morgens als erstes meinen Feed geöffnet und mich dann verglichen. Mit denen, die gerade etwas gepostet haben. Das hat mich nicht motiviert, das hat mich gelähmt. Seitdem versuche ich einen Grundsatz zu leben: Erst rausgeben, dann konsumieren. Erst selbst etwas tun, dann scrollen. Das klingt simpel und das ist es auch. Es funktioniert nicht jeden Tag, aber immer öfter.

Fazit

Du hast mehr als genug, um rauszugehen. Mehr Erfahrung und mehr echte Geschichten als du dir gerade eingestehst.

Das Grübeln schützt dich nicht. Es hält dich nur davon ab, der einen Person da draußen zu geben, was sie heute braucht.

Welche der drei Micro-Actions machst du heute noch? Schreib mir gerne auf LinkedIn oder Instagram.

Du steckst auf Social Media fest, obwohl du weißt, wie es geht?

Genau dafür bin ich da. In meinem Coaching schauen wir gemeinsam, was dich wirklich bremst und wie du wieder in Bewegung kommst. Ohne große Strategie, ohne perfekten Plan.

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