Weniger planen, mehr machen — wie Social Media zur Gewohnheit wird

Weniger planen, mehr machen — wie Social Media zur Gewohnheit wird

Ich bin gut darin, To-do-Listen zu schreiben.

Wirklich gut. Alles kommt da drauf. Der LinkedIn-Post, der schon seit Wochen wartet. Das neue Format, das ich ausprobieren will. Die Story, die ich eigentlich gestern hätte machen sollen.

Und dann? Fällt mir etwas ein, das doch dringender ist. Oder der Tag war zu lang. Oder ich brauche erst einmal einen Plan, bevor ich anfange. Einen richtigen Plan, so mit Struktur und so.

Kennst du das? Dann mal Klartext: Das ist kein Zeitproblem. Das ist ein Macher-Problem.

Planen fühlt sich produktiv an. Es ersetzt aber nicht das Tun. Und auf Social Media sieht niemand deine To-do-Liste. Meine übrigens auch nicht.

Dein Plan ist nicht dein Problem

Planen ist bequem. Du sitzt am Schreibtisch, hast das Gefühl, etwas zu tun, und riskierst dabei nichts.

Machen auf Social Media dagegen ist manchmal unbequem. Du gehst raus, du zeigst dich, du riskierst, dass jemand zuschaut. Oder dass niemand zuschaut. Beides ist irgendwie unangenehm.

Und deshalb verschiebt man. Nicht weil man faul ist, sondern weil das Gehirn sehr kreativ wird, wenn es darum geht, unangenehme Dinge zu vermeiden. Plötzlich ist da immer irgendetwas, das wichtiger ist.

Butter bei die Fische: Was du immer wieder verschiebst, wird durch mehr Planung nicht leichter. Es wird nur leichter, wenn du es tust. Das ist unbefriedigend als Erkenntnis, aber es ist die einzige, die weiterhilft.

Die To-do-Liste wird dein Social-Media-Marketing nicht voranbringen. Der erste Post dagegen schon.

Und selbst wenn der erste Post keine Reaktionen hervorruft: Du hast etwas gemacht. Das ist der Unterschied zwischen dem, wo du jetzt bist, und dem, wo du hinwillst.

Es wird besser und leichter, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Komfortzone verlassen – aber in kleinen Schritten

Ich überlege seit einer gefühlten Ewigkeit, ob ich mit Livestreams anfange. Und ich weiß eigentlich auch, warum es ein gutes Format für mich wäre: kein Videoschnitt und keine Nachbearbeitung notwendig, einfach live reden. Technisch gesehen ist es sogar einfacher als ein aufwendig produziertes Reel.

Und trotzdem habe ich unglaublich Respekt davor. Weil es live ist. Weil man nicht nochmal drehen kann. Weil jeder Versprecher zu hören ist und jedes Stocken sichtbar wird. Und weil jemand zuschaut – oder eben auch nicht, und das ist auf seine eigene Art genauso unangenehm.

Ich habe mir jetzt vorgenommen, im zweiten Quartal einfach mal live auf YouTube zu gehen. Ich habe dort nicht viele Follower. Aktuell sind es sage und schreibe 11 Abonnenten. Das macht es offen gestanden einfacher, weil der Fehler vor weniger Menschen passiert. Wer wenig Follower hat, kann entspannter üben. Und dennoch muss ich mir das auch selbst immer wieder sagen.

Was das mit dir zu tun hat: Komfortzone verlassen heißt nicht, dass du morgen live vor 500 Leuten stehst. Es heißt, dass du heute einen Schritt machst, der sich einen halben Zentimeter außerhalb deiner Wohlfühlzone befindet. Nicht einen Kilometer. Einen halben Zentimeter.

Bei mir ist das gerade: Fotos draußen machen. In öffentlichen Situationen, wenn Menschen um mich herum sind. Ich bin introvertiert und das fällt mir unglaublich schwer, wenn es um mich geht. In Kundenprojekten flitze ich mit Kamera und Co umher, aber wenn es um mich selbst geht, kneife ich.

Also fange ich mit Fotos an, bevor ich Videos drehe. Fotos sind der erste Schritt, Videos kommen danach. Nicht gleichzeitig, nicht auf einmal.

Wer sich vornimmt, die Komfortzone mit einem Riesenschritt zu verlassen, bleibt meistens genau dort stehen, wo er angefangen hat. Wer sie Stück für Stück verschiebt, merkt irgendwann, dass sich Dinge, die vorher undenkbar waren, plötzlich normal anfühlen.

Überleg dir: Was wäre ein Schritt, der sich gerade noch machbar anfühlt, den du aber trotzdem immer wieder verschiebst? Genau das ist dein nächster Schritt. Nicht der übernächste.

Die perfekte Kulisse kommt nie

Ich habe an meinem Schreibtisch eigentlich alles, was ich für Videos brauche. Kamera, Licht, Mikro. Trotzdem verschiebe ich die Videodrehs. Das Skript ist noch nicht fertig. Die Wand müsste eigentlich gestrichen werden. Die Wohnung ist nicht so, wie ich sie haben möchte.

Stimmt alles. Und ist trotzdem Bullshit.

Wenn ich mir in Gedanken manchmal vorstelle, ich würde in meinem Traumhaus wohnen, großer Garten, helle Küche, perfekte Wände, dann würde ich Videos drehen. Im Garten, in der Küche, überall. Klar würde ich das.

Aber mal ehrlich: Wahrscheinlich würde ich dann denken „Wer weiß, was Leute denken, wenn die sehen, was hier rumsteht" und mir den nächsten Grund suchen. Garantiert.

Was ich stattdessen mache: Mein Arbeitszimmer ist völlig in Ordnung. Ich würde nur nicht einfach die Kamera irgendwo hinstellen und filmen. Ich suche mir genau aus, welche Winkel passen. Nicht weil ich eitel bin, sondern weil ich zum Beispiel nicht möchte, dass Hundefutter oder Sportgeräte im Hintergrund zu sehen sind. Und weil ich mich mit dem, was am Ende online steht, wohlfühlen will.

Ein Beispiel: Mein Sohn hat einmal die Woche Polnischunterricht an einem alten Gymnasium. Ich arbeite in der Zeit dort. Es gibt einen Aufenthaltsraum mit einer blauen Couch, Tischen und Stühlen, und es wirkt ganz gemütlich. Nachmittags ist dort niemand mehr. Also kann ich dort Fotos oder Videos machen. Einfach so. Weil ich eh da bin und weil ich Schritt für Schritt aus meiner Komfortzone will.

Das ist der Punkt: Nicht fragen, was dir noch fehlt, sondern schauen, was du gerade hast.

Ob du denkst, dir fehlt Zeit, Geld, die richtige Technik oder die richtige Wand: Irgendetwas wird immer fehlen. Die Frage ist nicht, ob die Bedingungen perfekt sind, sondern was du mit dem machst, was dir gerade zur Verfügung steht. Weniger nach Ausreden suchen, mehr nach Wegen, die für dich funktionieren.

Du weißt, was du tun solltest, aber es passiert trotzdem nicht?

In meinem Coaching schauen wir gemeinsam, was dich wirklich aufhält. Und was dein nächster realistischer Schritt auf LinkedIn oder Instagram ist. Ohne großen Plan, ohne perfekte Vorbereitung.

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Drei kleine Actions, die zur Gewohnheit werden

Nimm dir drei kleine Dinge, und zwar so klein, dass keine Ausrede dagegen standhält.

Erstens: Jeden Tag eine Instagram-Story, wenn du eh unterwegs bist

Du gehst morgens mit dem Hund raus? Mach eine Story. Du wartest irgendwo auf dein Kind? Mach eine Story. 15 Sekunden, kein Skript, kein Design. Instagram Stories sind nach 24 Stunden weg und dadurch ist der Druck automatisch kleiner.

Zweitens: Drei Kommentare, bevor du anfängst zu scrollen

Auf LinkedIn oder Instagram, je nachdem, wo du gerade aktiv bist. Nicht wahllos, sondern bei Menschen, die dir folgen, die zu deiner Zielgruppe gehören oder mit denen du vielleicht mal zusammenarbeiten möchtest. Schreib etwas Echtes. Kein „Toller Post!", sondern eine Meinung, eine Ergänzung, eine Frage. Das dauert 10 Minuten und bringt mehr als jeder Post, den du nie veröffentlichst.

Drittens: B-Rolls sammeln, wenn du eh irgendwo bist

Du arbeitest in einem Café? Filme kurz deine Kaffeetasse, deine Hände auf der Tastatur, den Blick aus dem Fenster. Niemand muss wissen, dass du das gerade für Content machst. Diese kurzen Clips brauchst du später für Reels, für Stories, für alles Mögliche. Mach sie jetzt, solange du eh da bist.

Warum kleine Schritte funktionieren und große nicht: Je größer der Stein, den du bewegen willst, desto schwerer fällt der erste Griff. Der große Schritt würde dich weiter bringen, klar. Aber du machst ihn nicht, weil er zu groß ist. Die kleinen Schritte machst du. Und nach 30 Tagen stehst du weiter als mit jedem großen Plan, der nie gestartet wurde.

Das Ziel ist nicht, dass du diese drei Dinge einmal machst. Das Ziel ist, dass sie irgendwann so selbstverständlich sind wie Zähneputzen. Dass du gar nicht mehr darüber nachdenkst, ob du sie machst, sondern sie einfach Teil deines Alltags sind.

Das dauert. Aber es ist der einzige Weg, der wirklich funktioniert.

Fazit

Der perfekte Moment kommt nicht, die perfekte Kulisse auch nicht, und den großen Plan, der alles auf einmal löst, gibt es genauso wenig.

Was es gibt: Den nächsten kleinen Schritt. Den du heute noch machen kannst. Auch wenn das Licht nicht stimmt, die Wand nicht gestrichen ist und das Mikro noch beim Lieferdienst steckt.

Weniger planen, mehr machen. Nicht als Motivationsspruch, sondern als echte Entscheidung, die du jeden Tag neu triffst.

Was ist dein nächster kleiner Schritt? Schreib mir gerne auf LinkedIn oder Instagram, ich freue mich auf deine Nachricht.

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