Warum ich 2026 ein Creator-Business aufbaue – und was das konkret für mich bedeutet

Warum ich 2026 ein Creator-Business aufbaue – und was das konkret für mich bedeutet

Warum ich 2026 ein Creator-Business aufbaue – Nicole Kempe

Ich habe jahrelang Jahrespläne gemacht.

Du weißt schon: Im Dezember hinsetzen, das große Bild malen, Ziele für Januar bis Dezember festlegen. Klingt vernünftig, oder?

Das Problem? Im März kam der Frust. Weil ich noch nicht da war, wo ich laut Plan hätte sein sollen. Und im September dann nochmal – wenn ich merkte, dass zwischen meinen Zielen und der Realität eine ziemlich große Lücke klaffte.

Dieses Jahr mache ich es anders.

Keine Jahrespläne mehr. Stattdessen plane ich jetzt in Quartalsblöcken und Monatsplänen – das kann ich besser überblicken und bei Bedarf anpassen.

Das große Ziel für 2026: Ein Creator-Business aufbauen, das zu 70 % meiner Einnahmen aus digitalen Produkten generiert.

Was heißt „Creator-Business“ eigentlich für mich?

Lass mich kurz erklären, wo ich gerade stehe.

Aktuell verbringe ich den Großteil meiner Zeit mit Social-Media-Management für Kunden und Einzelcoachings im Bereich Instagram und LinkedIn. Läuft gut, macht mir auch Freude.

Aber: Mein Einkommen ist immer an meine Zeit gekoppelt.

Wenn ich arbeite, verdiene ich. Wenn ich nicht arbeite – Urlaub, Krankheit, Familiensachen – verdiene ich nichts. Das kennst du wahrscheinlich auch.

Und genau das möchte ich ändern.

Creator-Business heißt für mich: digitale Produkte anbieten. Also Anleitungen, Kurse und Vorlagen, die einmal erstellt sind und dann unabhängig von meiner Zeit verkauft werden können.

Vielleicht kommen später auch Nischenseiten zu speziellen Themen auf Social Media hinzu. Einfach weil ich viele Interessen habe und das schlecht in Einklang bekomme. Wie sagt man so schön: Scannerpersönlichkeit.

Aber dieses Jahr liegt der Fokus klar auf digitalen Produkten. Damit ich mich nicht wieder verzettele. 

Wie ich mir die Zeit dafür freischaufele

Ich habe nicht jeden Tag Stunden für mein Creator-Business. Das wäre schön, ist aber unrealistisch.

Was ich stattdessen mache: Ich blocke mir zwei Tage pro Woche, die stehen fest im Kalender und sind nur bedingt verhandelbar. Was heißt bedingt? Die Tage sind fest geblockt, aber manchmal tausche ich den Montag gegen den Dienstag oder so.

Meine Struktur:
📌 Ein Tag ist für strategische Arbeit und die Entwicklung der digitalen Produkte reserviert.
📌 Der andere Tag ist fürs Marketing da – Beiträge erstellen, posten, als Personenmarke sichtbar werden und auf das eigene Angebot hinweisen.

Das sind jeweils etwa sechs Stunden. Klingt nicht nach viel, aber es reicht, wenn ich fokussiert arbeite.

Und ja, ich weiß: Man braucht auch eine gewisse Frequenz, um Menschen von digitalen Produkten zu überzeugen. Deshalb ist der Marketing-Tag so wichtig. Weil das beste Produkt nichts bringt, wenn niemand davon erfährt.

Niemand ist „zu beschäftigt“ – wir sind nur zu unstrukturiert

Das sage ich nicht leichtfertig. Ich kenne das selbst nur zu gut.

Als mein Sohn die Diabetes-Diagnose 2023 bekam, musste ich alles umstrukturieren. Von heute auf morgen. Coaching-Termine absagen, weil ich in der Schule einspringen musste. Vom Live-Coaching wieder mehr ins asynchrone Social-Media-Management wechseln, weil Flexibilität plötzlich überlebenswichtig war.

Das war hart.

Aber nach anderthalb, zwei Jahren – als die Abläufe klarer wurden, das Leben wieder geregelter – habe ich gemerkt: Ich will unabhängige Arbeit. Und ich brauche wieder mehr Struktur in meinem Tag.

Was mir dabei hilft? Ganz ehrlich: einfache Systeme.

Vielleicht sind das Apps, die verhindern, dass ich durchs Internet surfe. Oder die Regel, erst etwas zu erstellen und dann zu konsumieren. Oder feste Zeitblöcke, die ich einhalte. Egal was – Hauptsache, es passt zu mir.

Keine komplizierten Methoden, die ich erst drei Wochen lang lernen muss. Je einfacher, desto besser.

Ich bin von Annahmen auf Daten umgestiegen

Weißt du, was komisch ist?

Ich mache für meine Kunden seit Jahren das, was ich für mich selbst vernachlässigt habe: Schauen, welche Themen funktionieren. Welche Art von Aufbereitung ankommt. Was die Zahlen sagen.

Das ändere ich jetzt.

Ich arbeite wieder mit festen Themensäulen und schaue einfach, was bei meiner Zielgruppe ankommt. Statt zu raten oder zu hoffen, teste ich und werte aus.

Das klingt vielleicht wenig glamourös. Aber es ist der Unterschied zwischen „Ich poste irgendwas und hoffe auf Anfragen.“ und „Ich verstehe, was meine Leute wirklich brauchen.“.

Mein Arbeitstag – und warum der Morgen entscheidend ist

Morgens um sechs aufstehen und sofort loslegen? Das bin ich nicht.

Mein Start sieht anders aus: Kind für die Schule vorbereiten, Kaffee trinken, eine Runde mit dem Hund gehen. Und dann, so gegen 9 Uhr, spätestens halb zehn, sitze ich am Rechner.

Von 9:00 bis 13:00 Uhr ist meine produktivste Zeit. Danach wird es schwieriger.

Aktuell muss ich leider auch nachmittags oder abends noch arbeiten. Das ist genau das, was ich ändern möchte. Aber manchmal muss man erst mehr investieren, um etwas aufzubauen – das habe ich akzeptiert.

Was ich für mich festgestellt habe: Wenn ich nicht morgens in die Gänge komme, also nicht spätestens um 9:30 Uhr am Rechner sitze, bin ich den ganzen Tag unproduktiv. Dieser Start ist für mich entscheidend.

Wenn dich niemand kennt, bringt dir das beste Produkt nichts

Das ist etwas, das ich bei vielen meiner Kunden sehe.

Sie haben tolle Angebote. Wirklich durchdachte Sachen. Aber Marketing betrachten sie als etwas Lästiges. Als notwendiges Übel, das man irgendwie nebenbei erledigt.

Nur: Wenn niemand dich kennt und sieht, wofür du stehst, was du machst, wie du tickst – dann wird es schwierig mit dem Verkaufen.

Das gilt für meine Kunden genauso wie für mich.

In meinem Bereich gibt es viele Leute, die LinkedIn-Coaching oder Instagram-Beratung. Die zeigen, wie Arbeitsabläufe für die Inhaltserstellung aussehen. Die Konkurrenz ist da.

Was unterscheidet mich? Letztlich mein Ansatz, meine Zielgruppe und die Art, wie ich kommuniziere.

Und damit rauszugehen – vermehrt rauszugehen – das ist ein großes Ziel für dieses Jahr.

Mein Posting-Ziel:
📌 Drei- bis fünfmal pro Woche auf LinkedIn posten
📌 Täglich auf Instagram
📌 Einblicke in meinen Alltag teilen, idealerweise mehrmals täglich auf Instagram

Ich teste mein Angebot, bevor ich es perfekt mache

Es gibt diese Empfehlung: „Verkaufe das Angebot, bevor du es entwickelst.“

Verstehe ich und macht absolut Sinn.

Aber ich kann das so nicht. Zumindest aktuell nicht. Vielleicht ändert sich das irgendwann.

Was ich stattdessen mache: Bevor ich einen ganzen Kurs entwickle, teste ich erst mal einen kleinen Einstieg. Ein Workbook. Einen Leitfaden. Etwas, das mich nicht Wochen in der Erstellung kostet.

So sehe ich, ob überhaupt Interesse da ist und ob ich daran weiter andocken kann.

Das fühlt sich für mich stimmig an. Und ich fühle mich nicht so nackt. Aber vermutlich ist das einfach ein Mindset-Ding, an dem ich arbeiten muss.

Du brauchst keinen Abschluss – du brauchst Durchhaltevermögen

Ich habe so um das Jahr 2009/ 2010 mit Social-Media-Marketing angefangen. Damals haben das noch nicht viele professionell gemacht.

Und wenn ich heute schaue, wer von damals noch dabei ist? Ein Teil dieser Leute hat mich längst überholt.

Nicht weil sie klüger waren oder bessere Ideen hatten.

Sondern weil sie stärker rausgegangen sind. Regelmäßiger. Weil sie sich auf etwas spezialisiert haben und sich damit einen Namen gemacht haben.

Die unbequeme Wahrheit: Es geht nicht darum, den perfekten Plan zu haben. Es geht darum, dranzubleiben. Auch wenn das Leben dazwischenkommt. Und das tut es. Immer. 

Mein Plan: Das „Dazwischen“ durch Vorplanung auffangen

Für meine Kunden ist der Redaktionsplan in der Regel einen Monat vorher fertig. Für den ganzen Monat.

Warum sollte ich das für mich selbst anders machen?

Genau das nehme ich mir vor: Beiträge vorplanen, Puffer einbauen und nicht jeden Tag spontan überlegen, was ich poste.

So kann ich auch dann sichtbar bleiben, wenn das Leben mal wieder verrückt spielt.

Was ich mir konkret für das zweite Quartal 2026 vornehme

🎯 Meine Q2-Ziele:

Digitales Produkt: Ein Workbook zum Imposter Syndrom rausbringen – und einen passenden kleinen Kurs dazu
Regelmäßige Beiträge: Für Instagram und LinkedIn erstellen und testen, was funktioniert
Mehrfachverwertung: Zweit- und Drittverwertung auf Facebook und Pinterest
Netzwerken auf LinkedIn: Gezielt bei anderen kommentieren – echte Gespräche, echte Verbindungen
Netzwerken auf Instagram: Kommentieren bei Leuten, die für Zusammenarbeit passen könnten
YouTube-Kanal aufbauen: Blogartikel als Basis für Videos nehmen

Hier teste ich auch verschiedene Werkzeuge, die mir dabei helfen können. Aber der Kern bleibt: mehr Fokus. Ein Tag für Strategie und Produktentwicklung. Ein Tag für Marketing und Sichtbarkeit.

Was das für dich bedeuten könnte

Ich schreibe das hier nicht, um dir zu sagen, dass du es genauso machen sollst.

Aber vielleicht erkennst du dich in manchen Punkten wieder. Vielleicht geht es dir ähnlich: tolles Angebot, aber irgendwie unsichtbar. Oder: viele Ideen, aber keine Struktur. Oder: das Gefühl, dass dein Einkommen zu sehr an deine Zeit gekoppelt ist.

Dann ist vielleicht 2026 auch für dich das Jahr, in dem sich etwas ändert.

Nicht durch den perfekten Plan, sondern durch kleine Schritte, die machbar sind. Mit Quartalszielen statt Jahresvorsätzen. Und mit Testen statt ewig Perfektionieren.

Ich bin gespannt, wo ich in drei Monaten stehe. Und ich nehme dich gerne mit auf dem Weg.

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