Die 1-3-5 Content-Formel von Justin Welsh: Wie Du aus einer Idee 16 Content-Stücke generierst

Die 1-3-5 Content-Formel von Justin Welsh: Wie Du aus einer Idee 16 Content-Stücke generierst

Die meisten Coaches und Selbstständigen kämpfen mit genau diesem Problem: Sie produzieren ständig neuen Content und bekommen trotzdem nicht genügend Anfragen.

Hier ist die bittere Wahrheit: Mehr Content bringt nicht mehr Kunden. Die meisten verbrennen sich aus, weil sie versuchen, wie Creator zu denken – statt wie Unternehmer:innen zu handeln.

Was, wenn ich dir sage, dass es einen besseren Weg gibt?

Stell dir vor, du investierst eine überschaubare Anzahl von Stunden pro Monat – und daraus entstehen 16 hochwertige Inhalte, die über Wochen arbeiten. Kein täglicher Druck. Kein „Was soll ich heute posten?“. Kein schlechtes Gewissen.

Genau das ermöglicht die 1-3-5 Methode von Justin Welsh. Ein System, mit dem der Solopreneur Justin Welsh ein Millionen-Business aufgebaut hat – ohne Team, ohne Burnout, ohne Content-Chaos.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie die Methode funktioniert – und wie du sie für dein Business nutzen kannst.

Bist du bereit?

Dann lass uns loslegen.

Warum die meisten Content-Strategien scheitern

Bevor wir in die Methode einsteigen, müssen wir drei hartnäckige Mythen aus dem Weg räumen. Mythen, die dich wahrscheinlich gerade ausbrennen lassen.

Mythos 1: „Mehr Content = Mehr Erfolg"

Das ist die Instagram-Logik. Und sie funktioniert vielleicht für 22-jährige Lifestyle-Influencer mit Kooperationsverträgen. Aber nicht für dich.

Du bist Coach. Beraterin. Expertin. Deine Kunden kaufen keine schnellen Tipps – sie kaufen Klarheit, Struktur und Ergebnisse. Die bekommst du nicht durch täglich drei Reels, sondern durch durchdachten, substanziellen Content, der deine Expertise zeigt.

"In meiner Arbeit erlebe ich es immer wieder: Große Reichweite bedeutet nicht automatisch volle Auftragsbücher. Manche Coaches haben Tausende Follower und wenig Umsatz, während Berater:innen mit kleinerem Netzwerk ausgebucht sind. Ein entscheidender Faktor dabei: gezielte, strategische und wiederkehrende Posts statt hektischer Zufallsinhalte.

Mythos 2: „Du musst täglich neue Ideen haben“

Nein. Das ist Quatsch.

Du hast drei bis fünf Kernthemen, in denen du Expertin bist. Mehr brauchst du nicht. Das Problem ist nicht, dass dir die Themen ausgehen – das Problem ist, dass du denkst, du müsstest jedes Mal etwas komplett Neues sagen.

Hier ist die Realität: Deine Zielgruppe scrollt. Sie vergisst 90 % von dem, was du postest. Selbst wenn du dieselbe Erkenntnis dreimal in drei verschiedenen Formaten teilst – die meisten sehen es nur einmal. Und das ist ok.

Mythos 3: „Repurposing ist Marketing für Faule“

Ja, wobei ich lieber "effizient“ als faul nutzen würde. Repurposing ist professionelles Marketing.

Du würdest auch nicht jedes Mal einen komplett neuen Vortrag schreiben, wenn du dreimal zum selben Thema sprichst. Du hast ein solides Kern-Framework – und passt es an dein Publikum und das gewünschte Format an.

Genau so funktioniert Content Recycling. Du nimmst eine starke Idee – und machst sie für unterschiedliche Kontexte zugänglich. Mal als Text, mal als Video, mal als Grafik. Mal auf LinkedIn, mal im Newsletter. Verschiedene Menschen lernen unterschiedlich. Verschiedene Formate erreichen verschiedene Zielgruppen.

Die Wahrheit: Konsistenz schlägt Quantität. Immer.

Eine Studie von Content Marketing Institute zeigt: Durchschnittliche Creator halten sechs Monate durch – dann kommt der Burnout. Nicht weil ihnen die Themen ausgehen, sondern weil das System nicht stimmt.

Was, wenn du stattdessen ein System hättest, das weniger Arbeit macht und mehr Ergebnisse bringt?

Genau das ist die 1-3-5 Methode.

Wer ist Justin Welsh – und warum solltest du auf ihn hören?

Bevor ich dir die Methode erkläre, lass mich kurz erklären, warum ich hier Justin Welsh ins Spiel bringe.

Justin Welsh ist kein Marketing-Guru, der dir erzählt, wie du über Nacht viral gehst. Er ist Solopreneur – wie du. Er hat ein Millionen-Business aufgebaut, ohne Team, ohne Investoren, und ohne 60-Stunden-Wochen.

Sein Ansatz: Weniger arbeiten, klüger skalieren, Systeme bauen.

Er arbeitet typischerweise etwa 2 bis 4 Stunden pro Tag. Sein Fokus liegt auf Deep Work – tiefgründige Arbeit wie das Schreiben von Inhalten und das Erstellen von Kursen. Überflüssige Meetings? Vermeidet er konsequent. Sein typischer Tag: frühes Aufstehen, Lesen, Sport, Zeit mit seiner Frau und fokussierte Arbeitsphasen – oft nur wenige Stunden.

Nach einer Phase des Burnouts im Angestelltenverhältnis hat er sein Arbeitsleben radikal umgestaltet. Er plant bewusst „rückwärts": Erst definiert er das Leben, das er führen möchte – dann baut er das Geschäft, das dieses Leben unterstützt.

Keine Podcasts, bei denen er Gast ist. Keine aufwendigen Launches. Keine ständigen Webinare. Stattdessen: Content, der arbeitet, während er schläft.

Seine Content-Strategie basiert auf der 1-3-5 Methode – ein System, mit dem er aus einem einzigen Pillar-Content 16 wiederverwendbare Assets generiert. Diese Assets bringen ihm Leads, Sichtbarkeit und Umsatz – Woche für Woche, Monat für Monat.

Warum ist das für dich relevant?

Weil du wahrscheinlich auch keine Lust hast, dein Leben dem Content-Hamsterrad zu opfern. Du willst ein profitables Business, das dir Freiheit gibt – nicht eines, das dich auffrisst.

Justin Welsh zeigt, dass das möglich ist. Nicht durch „mehr machen" – sondern durch klare Systeme und strategisches Recycling.

Die Mathematik der 1-3-5 Methode

Die 1-3-5 Methode ist erschreckend einfach. Und genau deshalb funktioniert sie.

Hier ist die Formel:

1 Pillar-Content + 3 Kern-Ideen × 5 Micro-Formate = 16 Content-Stücke

Lass uns das auseinandernehmen.

Was ist ein „Pillar Content“?

Ein Pillar-Content ist ein substanzieller Inhalt, der ein Thema umfassend behandelt. Das kann sein:

  • Ein Blogartikel (1.500-2.500 Wörter)
  • Ein ausführlicher LinkedIn-Newsletter
  • Eine Podcast-Episode (20-30 Minuten)
  • Ein langes YouTube-Video

Der Pillar-Content ist dein Fundament. Er zeigt deine Expertise, liefert echten Wert und dient gleichzeitig als Content-Bank für alles, was danach kommt.

Beispiel: Du schreibst einen Artikel mit dem Titel „Warum LinkedIn-Sichtbarkeit nichts mit täglichem Posten zu tun hat“. Darin erklärst du dein Framework, teilst Praxisbeispiele und gibst konkrete Handlungsschritte.

Das ist dein Pillar-Content. Einmal erstellt – mehrfach nutzbar.

Warum 3 Kern-Ideen optimal sind

Aus diesem Pillar-Content ziehst du jetzt drei zentrale Erkenntnisse heraus. Nicht fünf, nicht zehn – drei.

Warum? Weil das die richtige Balance ist zwischen Tiefe und Effizienz.

Zu wenige Ideen (nur eine oder zwei) nutzen das Potenzial deines Pillar-Contents nicht aus. Zu viele Ideen (fünf oder mehr) verwässern die Botschaft und machen das System zu komplex.

Drei Kern-Ideen sind klar, merkbar und umsetzbar.

Beispiel:

  1. Kern-Idee 1: „Mehr posten ≠ mehr Kunden – Qualität schlägt Quantität“
  2. Kern-Idee 2: „Repurposing ist kein Lazy Marketing, sondern professionelles Marketing“
  3. Kern-Idee 3: „Konsistenz entsteht durch Systeme, nicht durch Willenskraft“

Diese drei Ideen sind eigenständig stark genug, um jeweils fünf verschiedene Content-Formate zu füllen.

Die 5 Micro-Content-Formate

Aus jeder der drei Kern-Ideen erstellst du fünf verschiedene Formate:

  1. Geschriebener Post (Text) – z. B. LinkedIn-Post, Facebook-Post
  2. Geschriebener Post (mit anderer Perspektive) – z. B. Story-Variante, Frage-Variante
  3. Short-Form Video – z. B. Reel, TikTok, YouTube Short
  4. Carousel Post – z. B. LinkedIn-Carousel, Instagram-Carousel
  5. Poll oder Frage-Post – z. B. LinkedIn-Umfrage, Story-Interaktion

Das ergibt 3 × 5 = 15 Micro-Content-Pieces – plus dein 1 Pillar-Content = 16 Assets insgesamt.

Die Mathematik in Aktion: Ein Beispiel

Stell dir vor, du bist Business-Coach und dein Pillar-Content heißt: „Warum dein Angebot nicht am Preis scheitert – sondern an der Positionierung“

Kern-Idee 1: „Die meisten Coaches senken ihre Preise, weil sie denken, sie seien zu teuer – dabei ist das Problem, dass ihr Angebot nicht klar ist“

Daraus machst du:

  • Post 1 (Text): Kurzer LinkedIn-Post über das Problem
  • Post 2 (Story): Kundenbeispiel – wie Martina ihren Preis verdoppelt hat, nachdem sie ihre Positionierung geschärft hat
  • Video: 30-Sekunden-Reel „3 Anzeichen, dass dein Angebot nicht am Preis scheitert“
  • Carousel: „5 Schritte zu einem klaren Angebot“ (Design in Canva)
  • Poll: „Hand hoch: Hast du schon mal deinen Preis gesenkt, weil du dachtest, er sei zu hoch?“ (Engagement-Post)

Kern-Idee 2 und 3 funktionieren genauso – jeweils fünf Formate.

Am Ende hast du 16 hochwertige Content-Pieces, die alle aus einer einzigen Recherche, einem einzigen Denkprozess stammen.

Das ist Content Recycling in Perfektion.

Schritt-für-Schritt Anleitung

Hier ist die genaue Anleitung, wie du die 1-3-5 Methode für dein Business umsetzt.

Schritt 1: Pillar-Content erstellen

Was macht einen guten Pillar-Content aus?

Ein starker Pillar-Content beantwortet eine zentrale Frage deiner Zielgruppe. Nicht oberflächlich – substanziell.

Er sollte:

  • Ein konkretes Problem lösen (nicht nur beschreiben)
  • Deine Perspektive zeigen (nicht nur Allgemeinwissen wiederkäuen)
  • Praxisnah sein (echte Beispiele, keine Theorie-Predigten)
  • 1.500-2.500 Wörter lang sein (ausführlich genug für Tiefe, kompakt genug für Fokus)

Wie findest du das richtige Thema?

Frag dich:

  • Welche Frage höre ich in Beratungsgesprächen immer wieder?
  • Welches Problem löse ich für meine Kunden als Erstes?
  • Welche falschen Annahmen sehe ich in meiner Branche ständig?

Wenn du schon länger arbeitest, hast du wahrscheinlich drei bis fünf dieser Themen im Kopf. Wähle eines. Nicht drei. Eines.

Zeitaufwand: 3-4 Stunden (inklusive Recherche, Schreiben, Editieren)

KI-Tipp: Nutze Claude oder ChatGPT als Sparring-Partner, aber schreib in deiner eigenen Stimme. KI kann dir helfen, Struktur zu schaffen – aber die Beispiele, die Perspektive, die Sprache müssen von dir kommen.

Schritt 2: 3 Kern-Ideen identifizieren

Jetzt liest du deinen Pillar-Content durch und fragst dich: Was sind die drei stärksten Erkenntnisse?

Nicht die Details. Nicht die Übergänge. Die drei Kernbotschaften, die alleine stehen können.

Tipp: Wenn du jemandem in 30 Sekunden erklären müsstest, was in deinem Artikel steht – welche drei Sätze würdest du sagen?

Diese drei Sätze sollten selbsterklärend, merkbar und teilbar sein.

Zeitaufwand: 20-30 Minuten

Schritt 3: Format 1 & 2 – Zwei geschriebene Posts

Jetzt nimmst du Kern-Idee 1 und erstellst daraus zwei verschiedene LinkedIn-Posts.

Post 1: Direkte Perspektive

Formuliere die Erkenntnis klar und direkt. Keine Story, keine Umwege – einfach die Botschaft.

Beispiel:

Mehr Content bringt nicht mehr Kunden.

Ich sehe das jede Woche in Beratungsgesprächen: Coaches, die täglich posten. Drei Reels pro Woche. Fünf LinkedIn-Posts. Ständig aktiv.

Und trotzdem keine Anfragen.

Warum?

Weil Quantität nicht Klarheit ersetzt. Deine potenziellen Kund:innen brauchen nicht mehr Content von dir – sie brauchen den RICHTIGEN Content. Content, der zeigt, dass du ihr Problem verstehst. Content, der eine klare Lösung bietet.

Nicht zehn schnelle Tipps – sondern EIN durchdachter Gedanke.

Das ist der Unterschied zwischen sichtbar sein und relevant sein.

Post 2: Story-Variante

Jetzt nimmst du dieselbe Kern-Idee – aber erzählst sie über eine konkrete Situation.

Beispiel:

„Nicole, ich mache doch alles richtig – warum kauft niemand?“

Letzte Woche saß mir eine Kundin mit genau dieser Frage gegenüber. Seit Monaten postet sie nahezu täglich. LinkedIn, Instagram, manchmal sogar TikTok.

Ich hab ihr drei ihrer letzten Posts gezeigt. Generische Motivationssprüche. Austauschbare Tipps. Nichts, was ihre Expertise zeigt. Nichts, was ein Problem löst.

Dann haben wir die Struktur überarbeitet und neue Postings geschrieben. Klar. Konkret. Mit echter Perspektive.

Drei Tage später: Erste Anfrage.

Mehr Content bringt nicht mehr Kunden. Der RICHTIGE Content schon.

Siehst du den Unterschied?

Gleiche Botschaft – zwei völlig verschiedene Formate. Der erste ist analytisch. Der zweite ist erzählend. Beide funktionieren – für unterschiedliche Leser. 

Zeitaufwand pro Post: 15-20 Minuten = 30-40 Minuten für beide

Schritt 4: Format 3 – Short-Form Video

Du nimmst dieselbe Kern-Idee – und machst daraus ein 30-60 Sekunden Reel oder YouTube Short.

Zwei Varianten:

Variante A: Talking Head (du sprichst direkt in die Kamera)

  • Hook (erste 3 Sekunden): „Hör auf, täglich zu posten – das bringt dir keine Kunden“
  • Hauptteil (30 Sekunden): Erkläre das Problem + die Lösung
  • Abschluss (5 Sekunden): Call-to-Action („Folge mir für mehr“)

Variante B: On-Screen-Text (Text auf Video, du im Hintergrund oder B-Roll)

  • Text 1: „Mehr Content ≠ Mehr Kunden“
  • Text 2: „Coaches posten täglich – und wundern sich, warum niemand kauft“
  • Text 3: „Das Problem ist nicht die Menge – sondern die Klarheit“
  • Text 4: „1 starker Post schlägt 10 generische“

Tools:

  • Aufnahme: Smartphone-Kamera reicht völlig
  • Schnitt: InShot, Descript 
  • B-Roll: Pexels, Unsplash (kostenlose Videos) oder einfach eigene B-Rolls führen

Zeitaufwand: 30-45 Minuten (inklusive Aufnahme, Schnitt, Export)

Schritt 5: Format 4 – Carousel Post

Carousels funktionieren hervorragend auf LinkedIn und Instagram – weil sie Wischgesten auslösen und damit die Verweildauer erhöhen.

Struktur eines starken Carousels:

  • Slide 1: Hook (Problem oder provokante These)
  • Slides 2-5: Erklärung, Beispiele, Schritte
  • Slide 6: Fazit + Call-to-Action

Beispiel für Kern-Idee 1:

  • Slide 1: „Warum täglich posten dich ausbrennt – aber keine Kunden bringt“
  • Slide 2: „Das Problem: Du verwechselst Sichtbarkeit mit Relevanz“
  • Slide 3: „Mehr Content = mehr Rauschen. Nicht mehr Vertrauen.“
  • Slide 4: „Was funktioniert: 1 durchdachter Post pro Woche – mit klarer Botschaft“
  • Slide 5: „Beispiel: Martina postet 1x wöchentlich – und ist ausgebucht“
  • Slide 6: „Fazit: Qualität schlägt Quantität. Immer.“

Design-Tipps:

  • Nutze Canva (Templates für LinkedIn/Instagram Carousels)
  • Halte das Design einfach – Text muss lesbar sein
  • Maximal 30-40 Wörter pro Slide

Zeitaufwand: 20-30 Minuten

Schritt 6: Format 5 – Poll/Question Post

Polls sind Engagement-Booster. Sie sind niedrigschwellig, machen Spaß und bringen dir gleichzeitig wertvolle Insights.

Beispiel für Kern-Idee 1:

Umfrage: Wie oft postest du aktuell auf LinkedIn?

🔹 Täglich
🔹 3-4x pro Woche
🔹 1x pro Woche
🔹 Unregelmäßig / gar nicht

Ich bin gespannt auf eure Antworten – weil ich eine These habe: Die meisten, die täglich posten, sind erschöpft. Und die meisten, die 1x pro Woche posten, sind zufriedener.

Stimmt das? Lass mich wissen, wie's bei dir ist.

Warum das funktioniert:

  • Interaktion: Leute klicken gerne auf Umfragen
  • Sichtbarkeit: LinkedIn pusht Posts mit hoher Engagement-Rate
  • Marktforschung: Du lernst etwas über deine Zielgruppe

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Zusammenfassung Schritt 3-6

Du hast jetzt aus Kern-Idee 1 fünf verschiedene Formate erstellt:

  1. Direkter LinkedIn-Post
  2. Story-basierter LinkedIn-Post
  3. Short-Form Video
  4. Carousel
  5. Poll

Gesamtaufwand: ca. 2-2,5 Stunden

Jetzt wiederholst du das Ganze für Kern-Idee 2 und Kern-Idee 3.

Am Ende hast du:

  • 1 Pillar-Content
  • 15 Micro-Content-Pieces (3 Kern-Ideen × 5 Formate)

= 16 Content-Assets

Und das Beste: Du kannst sie über 4-6 Wochen verteilen. Kein täglicher Druck. Kein „Was soll ich heute posten?“. Einfach System.

Zeitaufwand & Effizienz

Lass uns ehrlich sein: Zeit ist dein knappestes Gut.

Du führst ein Business. Du hast Kund:innen. Du hast ein Leben. Content-Erstellung darf nicht dein Vollzeitjob werden.

Deshalb ist die 1-3-5 Methode so genial – weil sie planbar und batchbar ist.

Realistische Zeitschätzung

Hier ist der tatsächliche Zeitaufwand für 16 Content-Assets:

Aktivität Zeitaufwand
Pillar-Content erstellen 3-4 Stunden
3 Kern-Ideen identifizieren 20-30 Minuten
6 geschriebene Posts 1,5-2 Stunden
3 Videos 1,5-2 Stunden
3 Carousels 1-1,5 Stunden
3 Polls 20-30 Minuten
GESAMT 7-10 Stunden

Das klingt nach viel? Lass uns das in Perspektive setzen.

Wenn du täglich postest:

  • 1 Post pro Tag = 7 Posts pro Woche = 28 Posts pro Monat
  • Durchschnittliche Erstellungszeit pro Post: 30-45 Minuten
  • Gesamtaufwand: 14-21 Stunden pro Monat

Mit der 1-3-5 Methode:

  • 16 Content-Pieces in 7-10 Stunden
  • Das sind 4-6 Wochen Content
  • Durchschnittlicher Aufwand: 2-3 Stunden pro Woche

Du sparst 50-60 % deiner Content-Zeit – und bekommst bessere Ergebnisse, weil dein Content durchdachter ist.

Wie du Zeit sparen kannst

1. Batching

Stell dir einen festen Tag im Monat frei – z. B. den ersten Freitag. An diesem Tag machst du nichts anderes als Content-Erstellung.

  • 9-12 Uhr: Pillar-Content schreiben
  • 13-16 Uhr: Micro-Content erstellen
  • 16-17 Uhr: Planung & Scheduling

Vorteil: Du kommst in den Flow. Du musst nicht jedes Mal neu anfangen.

2. Templates nutzen

Erstelle dir Vorlagen für:

  • LinkedIn-Posts (Hook + Story + Erkenntnis + CTA)
  • Carousels (Canva-Templates)
  • Videos (Skript-Struktur)

Das spart dir Entscheidungsmüdigkeit.

3. KI strategisch einsetzen

Nutze Claude oder ChatGPT für:

  • Erste Entwürfe (die du dann in deine Sprache übersetzt)
  • Ideenfindung („Gib mir 5 Varianten für diesen Hook“)
  • Rephrasing ("Formuliere das kürzer / direkter / emotionaler“)

ABER: Lass die KI nicht für dich schreiben. Nutze sie als Sparring-Partner, nicht als Ghostwriter. Jedenfalls nicht, wenn sie nicht auf deine Tonalität trainiert ist.

Häufige Fehler & wie du sie vermeidest

Die 1-3-5 Methode ist einfach – aber es gibt vier klassische Fehler, die ich immer wieder sehe.

Fehler 1: 1:1 Kopieren statt Adaption

Das Problem:

Du schreibst einen Pillar-Content – und kopierst dann einfach Absätze daraus in LinkedIn-Posts.

Warum das nicht funktioniert:

Ein Blogartikel hat eine andere Struktur als ein Social-Media-Post. Blog = ausführlich, argumentierend, in die Tiefe gehend. LinkedIn-Post = kurz, klar, emotional packend.

Die Lösung:

Nimm die Kern-Idee – und formuliere sie neu. Nicht kürzen. Neu denken.

Fehler 2: Zu viele Kern-Ideen auswählen

Das Problem:

Du liest deinen Pillar-Content und denkst: „Oh, da sind sechs starke Ideen!“ Also versuchst du, aus allen sechs Ideen Micro-Content zu machen.

Warum das nicht funktioniert:

Zu viele Ideen = Überforderung. Du verlierst den Fokus. Und am Ende machst du gar nichts.

Die Lösung:

Limitiere dich bewusst auf drei Kern-Ideen. Nicht vier. Nicht fünf. Drei.

Die restlichen Ideen hebst du dir auf – für den nächsten Pillar-Content.

Fehler 3: Keine Messung der Ergebnisse

Das Problem:

Du erstellst 16 Content-Pieces – und veröffentlichst sie. Aber du trackst nicht, was funktioniert.

Warum das ein Problem ist:

Ohne Daten weißt du nicht, welche Formate bei deiner Zielgruppe ankommen. Du verschwendest Zeit mit Formaten, die nicht funktionieren – und machst zu wenig von dem, was wirkt.

Die Lösung:

Tracke drei Metriken:

  1. Engagement-Rate (Likes + Kommentare + Shares / Follower)
  2. Profil-Besuche (wie viele Leute klicken auf dein Profil?)
  3. Anfragen (wie viele Nachrichten / Buchungen bekommst du?)

Wichtig: Vergleiche nicht Äpfel mit Birnen. Ein Video wird immer andere Zahlen haben als ein Text-Post. Vergleiche Video mit Video, Post mit Post.

Nach 4-6 Wochen siehst du Muster:

  • „Ah, Story-Posts funktionieren bei mir besser als direkte Posts“
  • „Videos bringen mir mehr Profil-Besuche“
  • „Carousels werden öfter geteilt“

Dann optimierst du: Mehr von dem, was funktioniert. Weniger von dem, was nicht funktioniert.

Fehler 4: Inkonsistente Veröffentlichung

Das Problem:

Du erstellst 16 Content-Pieces – und postest dann… unregelmäßig. Mal zweimal die Woche. Dann drei Wochen nichts. Dann wieder vier Posts in zwei Tagen.

Warum das schadet:

Algorithmen belohnen Konsistenz. Und deine Zielgruppe auch. Wenn du unregelmäßig postest, vergessen Leute, dass es dich gibt.

Die Lösung:

Plane einen festen Rhythmus – und halte dich daran.

Beispiel:

  • Montag: LinkedIn-Post (Text)
  • Mittwoch: Video (Reel)
  • Freitag: Carousel oder Poll

Das sind drei Posts pro Woche – das schaffst du easy mit der 1-3-5 Methode.

Nutze ein Scheduling-Tool (Publer, Buffer), damit du nicht jeden Tag manuell posten musst.

Tools & Ressourcen

Hier ist deine Checkliste – alles, was du brauchst, um die 1-3-5 Methode umzusetzen.

Content-Planung

Google Tabelle (kostenlos)
Einfach, übersichtlich, völlig ausreichend.

Spalten:

  • Pillar-Content (Titel + Link)
  • Kern-Idee 1, 2, 3
  • Format (Post / Video / Carousel / Poll)
  • Status (Entwurf / Fertig / Veröffentlicht)
  • Veröffentlichungsdatum

Notion (kostenlos / Premium)
Wenn du gerne visuell arbeitest. Templates verfügbar.

ClickUp* (kostenlos / Premium)
Wenn du komplexere Workflows brauchst (z. B. mit Team).

Design

Canva (kostenlos / Pro)
DER Standard für Carousels, Grafiken, einfache Videos.

Tipp: Nutze die LinkedIn Carousel Templates – spart Zeit.

Video

CapCut (kostenlos)
Intuitiv, schnell, professionelle Ergebnisse. Perfekt für Reels und Shorts.

Descript (kostenpflichtig)
Wenn du viel schneidest. Transkription inklusive.

InShot (kostenlos / Premium)
Alternative zu CapCut. Ebenfalls gut.

Scheduling

Publer (kostenlos / Premium)
LinkedIn, Instagram, Facebook – alles in einem. Günstig. Zuverlässig.

KI-Tools

Claude (kostenlos / Pro)
Mein persönlicher Favorit. Besser in längeren Texten, natürlicherer Schreibstil.

ChatGPT (kostenlos / Plus)
Ebenfalls sehr gut. Schneller bei kurzen Prompts.

Tipp: Eine komplette Aufstellung meiner Tools findest du hier.

Wichtig: Nutze KI als Sparring-Partner, nicht als Ghostwriter. Deine Stimme muss spürbar bleiben.

Fazit: Weniger Arbeit, mehr Wirkung

Die 1-3-5 Methode von Justin Welsh ist kein Hack. Es ist ein System.

Ein System, das dir zeigt, wie du mit wenigen Stunden pro Monat Content erstellen kannst, der 4-6 Wochen arbeitet. Kein täglicher Druck. Kein „Was soll ich heute posten?“. Kein schlechtes Gewissen. Und voller Fokus auf Dinge, die zu deinem Kerngeschäft gehören.

Stattdessen: Klarheit. Struktur. Ergebnisse.

Du erstellst einen substanziellen Pillar-Content. Du ziehst drei starke Kern-Ideen heraus. Du verwandelst jede Idee in fünf verschiedene Formate. Du hast 16 Content-Stücke, die deine Expertise zeigen, Vertrauen aufbauen und Leads generieren.

Und das Beste: Du hast wieder Zeit für das, was wirklich zählt – dein Business, deine Kund:innen, dein Leben.

Nächster Schritt: LinkedIn-Coaching

Wenn du die 1-3-5 Methode umsetzen willst – aber nicht weißt, wie du auf LinkedIn sichtbar wirst, ohne dich zu verbiegen – lass uns sprechen.

In meinem LinkedIn-Coaching arbeiten wir an deiner Strategie:

  • Welche Themen positionieren dich als Expert:in?
  • Wie schreibst du Posts, die nicht nach KI klingen – sondern nach dir?
  • Wie baust du ein System auf, das zu deinem Business passt?

Kein „poste täglich“-Druck. Keine Instagram-Guru-Floskeln. Sondern: Klare Strategie. Deine Stimme. Messbare Ergebnisse.

Mehr zum LinkedIn-Coaching

Und jetzt: Leg los.

Nimm dir einen halben Tag. Schreib deinen ersten Pillar-Content. Zieh drei Kern-Ideen raus. Erstell die ersten fünf Formate.

Und schau zu, wie sich dein Content-Chaos in ein funktionierendes System verwandelt.

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