Social Media First: So gewinnst du in 90 Tagen erste Kunden auf LinkedIn

Social Media First: So gewinnst du in 90 Tagen erste Kunden auf LinkedIn

„Ich müsste eigentlich einen Blog haben..."

Wie oft hast du diesen Satz schon gedacht? Oder gesagt?

Und dann passiert... nichts. Weil du keine Zeit hast. Weil du nicht weißt, wo du anfangen sollst. Weil dich schon der Gedanke an SEO, WordPress und wöchentliche Artikel stresst.

Hier ist die gute Nachricht: Du brauchst keinen Blog, um als Coach online Kunden zu gewinnen.

Zumindest nicht am Anfang.

Was du brauchst, ist ein Kanal, auf dem deine Wunschkunden bereits unterwegs sind. Ein Ort, an dem du deine Expertise zeigen, Vertrauen aufbauen und in direkte Gespräche kommen kannst. Und auf den du Lust hast und leicht Inhalte erstellen kannst.

Ich kann dir hier mit gutem Gewissen LinkedIn ans Herz legen. 

In diesem Artikel schauen wir uns den Social Media First Ansatz im Rahmen des FOKUS-Content-Frameworks an – eine Strategie, mit der du in 90 Tagen auf LinkedIn sichtbar wirst und deine ersten Kunden gewinnst. Ohne Blog. Ohne komplizierte Technik. Ohne dich zu verzetteln.

Was ist Social Media First?

Social Media First ist ein Ansatz aus meinem FOKUS-Content-System. Die Grundidee:

Du wählst ein Angebot aus und konzentrierst dich auf einen Social Media Kanal, wo du immer wieder auf dein Angebot aufmerksam machst. Und das testest du für die nächsten 90 Tage. 

Du baust dort systematisch Sichtbarkeit durch fokussierte Inhalte auf und gewinnst deine ersten Kunden. Plattformen, wie einen Blog kommen später hinzu, damit du auch in Suchmaschinen präsent bist.

Warum funktioniert das?

Traffic über Suchmaschinen (SEO) ist großartig – aber er braucht Zeit. Oft 6 bis 12 Monate, bis du nennenswerte Besucherzahlen siehst.

Social Media dagegen funktioniert schneller:

  • Du erreichst Menschen heute, nicht in 6 Monaten
  • Du bekommst direktes Feedback zu deinen Inhalten
  • Du baust echte Beziehungen auf (nicht nur anonymen Traffic)
  • Du lernst, welche Themen deine Zielgruppe wirklich interessieren

Und wenn du später einen Blog startest, weißt du bereits genau, worüber du schreiben solltest – weil du es auf Social Media getestet hast.

Social Media First bedeutet nicht „niemals ein Blog". Es bedeutet: Starte dort, wo du schneller Ergebnisse siehst. Füge langfristige Kanäle hinzu, wenn du eine funktionierende Routine hast.

Warum LinkedIn für viele Coaches der beste Startpunkt ist

Ich arbeite mit vielen Coaches. Karriere-Coaches, Business-Coaches, Führungskräfte-Coaches, Strategie-Berater. Die meisten von ihnen haben eines gemeinsam:

Ihre Wunschkunden sind Entscheider, Führungskräfte oder Selbstständige.

Und genau diese Menschen sind auf LinkedIn.

Was LinkedIn besonders macht:

1. Professionelles Umfeld

Menschen sind auf LinkedIn, um sich weiterzuentwickeln – beruflich, strategisch, persönlich. Sie sind offen für Impulse, Coaching und Beratung. Das macht es leichter, dein Angebot zu platzieren, ohne dass es sich nach Verkaufen anfühlt.

2. Kaufkräftige Zielgruppe

Auf LinkedIn tummeln sich Menschen, die Budgets haben. Wenn dein Coaching 2.000 bis 5.000 € kostet, ist das hier kein Schock. 

3. Längere Texte funktionieren

Du musst nicht permanent Kurzvideos drehen und schneiden. Auf LinkedIn funktionieren gut geschriebene Texte mit Bild ausgezeichnet. Wenn du gerne schreibst, ist das deine Plattform.

Du kannst natürlich auch auf andere Beitragsformate setzten, wenn du dich kreativ austoben willst. In dem Artikel findest du einen Überblick: LinkedIn-Formate für Coaches: Was funktioniert wirklich (und was du dir sparen kannst)

4. Networking ist Teil der Kultur

Kommentieren, Nachrichten schreiben, Gespräche führen – das gehört auf LinkedIn dazu. Menschen erwarten es sogar. Das macht es leichter, in Kontakt und in die Sichtbarkeit zu kommen.

5. Weniger Algorithmus-Chaos

LinkedIn belohnt Konsistenz und Engagement. Wenn du regelmäßig postest und kommentierst, wirst du gesehen. Es gibt keine Trends, denen du hinterherlaufen musst.

💡 Für wen LinkedIn ideal ist:

  • Karriere-Coaches: Deine Zielgruppe sucht auf LinkedIn aktiv nach beruflicher Weiterentwicklung
  • Business-Coaches: Unternehmer und Gründer sind hier unterwegs
  • Führungskräfte-Coaches: Entscheider aus Konzernen und Mittelstand
  • Strategie-Berater: B2B-Kunden, die Beratung buchen wollen

Wann ist LinkedIn NICHT unbedingt die richtige Wahl?

Wenn deine Zielgruppe privat orientiert ist – zum Beispiel:

  • Beziehungs-Coaching für Paare
  • Eltern-Coaching
  • Mindset-Coaching für junge Erwachsene (18-25)

Dann ist Instagram möglicherweise besser. Aber für B2B-Coaching? LinkedIn ist meistens unschlagbar.

Die zwei Wege im FOKUS-System: Wann Social Media First Sinn macht

In meinem FOKUS-Content-System gibt es zwei Hauptwege:

Weg 1: Perlen-Content-Methode

12 strategische Blogartikel entlang der Customer Journey und Recycling der Artikel für Social Media

Ideal für:

  • Coaches mit bestehendem Angebot
  • Langfristigen SEO-Traffic aufbauen
  • 6-12 Monate Geduld
  • Content-Recycling-Basis

Zeitinvest: Hoch am Anfang, sinkt im Laufe der Zeit. Die 12 Artikel werden nur noch aktualisiert und gleichzeitgt baust du dir eine Content Bank für Social Media auf.

Weg 2: Social Media First

90 Tage Fokus auf LinkedIn mit systematischem Content und Entwicklung von Themenserien oder ausführlicheren, die als Blogartikel ausgebaut werden können.

Ideal für:

  • Einsteiger oder Relaunch
  • Schnellere erste Ergebnisse
  • Noch keinen Blog-Traffic
  • Community aufbauen

Zeitinvest: Hoch zu Beginn, aber durch den Aufbau einer Content Bank mit wiederverwendbaren Social Media Beiträge sinkt der Zeiteinsatz.

Wann solltest du Social Media First wählen?

Wenn du...

  • gerade erst mit deinem Coaching-Business startest
  • dich neu positionierst oder ein neues Angebot launcht
  • noch keinen Blog hast (und dich der Gedanke daran überfordert)
  • schnell Feedback zu deinen Themen bekommen willst
  • innerhalb von 90 Tagen erste Kundenanfragen generieren möchtest

Dann ist Social Media First dein Weg.

Wichtig: Social Media First schließt einen Blog nicht aus. Du kannst später Weg 1 und Weg 2 kombinieren. Viele meiner Kunden starten mit einem Social Media Kanal LinkedIn, bauen dort eine Community auf und fügen nach 6 bis 12 Monaten einen Blog hinzu.

Der 90-Tage-Plan: So startest du auf LinkedIn

90 Tage. Das ist dein Commitment. Nicht 2 Wochen, nicht „mal schauen". 90 Tage konsequent.

Warum 90 Tage?

  • Lang genug, um Vertrauen aufzubauen und Ergebnisse zu sehen
  • Die meisten Traffic-Strategien brauchen diese Zeit für einen kumulativen Effekt
  • Entspricht einem Geschäftsquartal – perfekt für deine Planung
  • Kurz genug, um fokussiert zu bleiben

Hier ist dein konkreter Fahrplan:

Die 12-Wochen-Kampagnen-Struktur

Deine 90 Tage auf LinkedIn folgen einem klaren System: 3 monatliche Content-Kampagnen, die thematisch aufeinander aufbauen.

Jeder Monat folgt dabei dem gleichen Rhythmus:

  • Woche 1-3: Nurture-Phase (Vertrauen aufbauen, Expertise zeigen)
  • Woche 4: Sales-Phase (Konkret auf dein Angebot aufmerksam machen)

Aber: Die drei Monate haben unterschiedliche Schwerpunkte und werden zunehmend verkaufsorientierter.

Phase 1: Setup & Fundament (Woche 1-2)

Bevor du loslegst, brauchst du das richtige Fundament:

Was du jetzt machst:

  1. LinkedIn-Profil optimieren (dazu gleich mehr Details)
  2. EIN Angebot wählen, das du die nächsten 90 Tage promotest
  3. Liste mit 20 Profilen erstellen, bei denen du regelmäßig kommentierst
  4. Erste 12-20 Posts vorbereiten für Monat 1

Monat 1: Problemfokus & Beziehungsaufbau (Woche 3-6)

Schwerpunkt: Menschen abholen, wo sie stehen. Zeigen: „Ich verstehe dein Problem."

Content-Mix:

  • 70% fachlich: Probleme benennen, Empathie zeigen
  • 20% persönlich: Deine Geschichte, wie du selbst das Problem hattest
  • 10% Sales: Sehr weich – Lead-Magnet bewerben, nicht das Hauptangebot

Konkret:

  • Woche 3-5: Drei bis fünf Posts pro Woche zu Herausforderungen deiner Zielgruppe
  • Woche 6 (Sales-Woche): Erste vorsichtige Erwähnung deines Angebots + Lead-Magnet pushen

Ziel: E-Mail-Liste aufbauen, erste Gespräche führen, Vertrauen schaffen

Erwartung: Noch keine Verkäufe, aber erste Lead-Magnet-Downloads und LinkedIn-Kontakte

Monat 2: Lösungsfokus & Vertiefung (Woche 7-10)

Schwerpunkt: Zeigen, dass du die Lösung hast. Deine Methode erklären.

Content-Mix:

  • 70% fachlich: Deine Methode, Framework, Ansatz erklären
  • 20% persönlich: Case Studies, Erfolgsgeschichten (anonymisiert oder mit Erlaubnis)
  • 10% Sales: Direkter als Monat 1 – Angebot erwähnen, Testimonials teilen

Konkret:

  • Woche 7-9: Content wird spezifischer auf dein Angebot ausgerichtet
  • Woche 10 (Sales-Woche): Klarer CTA zu Kennenlerngesprächen, Social Proof zeigen

Ziel: Interesse wecken, Kennenlerngespräche führen

Erwartung: Erste Gespräche, möglicherweise erste Verkäufe

Monat 3: Angebotsfokus & Launch (Woche 11-14)

Schwerpunkt: Zeigen, wie die Zusammenarbeit aussieht. Verkaufen.

Content-Mix:

  • 60% fachlich: FAQ-Content, Einwände behandeln, Behind-the-Scenes
  • 20% persönlich: Transformation zeigen, Vorher/Nachher
  • 20% Sales: Launch-Woche mit klarem Fokus auf dein Angebot

Konkret:

  • Woche 11-12: Behind-the-Scenes, FAQ, Einwandbehandlung
  • Woche 13: Launch-Woche – Angebot öffnet (oder: 5 Plätze frei)
  • Woche 14: Last-Call-Woche – Reminder, letzte Einwände, Angebot schließt

Ziel: Verkaufen

Erwartung: 2-4 Verkäufe bei konsequenter Umsetzung

Nach 90 Tagen: Entscheidung & Weiterführung

Jetzt schaust du dir die Ergebnisse an und beantwortest für dich diese Fragen.

  • Hast du Anfragen bekommen?
  • Wie viele Lead-Magnet-Downloads?
  • Wie viele Kennenlerngespräche?
  • Wie viele Verkäufe?
  • Fühlt sich LinkedIn richtig an?

Wenn ja:

  • Weitermachen mit der nächsten 12-Wochen-Kampagne
  • Ggf. zweiten Kanal hinzufügen (Blog, Newsletter)
  • Erfolgreiche Posts in Content-Bank speichern und recyceln

Wenn nein:

  • Analysieren, was schiefgelaufen ist
  • War das Angebot falsch? War der Content nicht fokussiert genug?
  • Strategie anpassen oder Plattform wechseln

Der Unterschied zum „einfach nur posten"

Ohne System:

  • Du postest, was dir gerade einfällt
  • Mal über Thema A, mal über Thema B
  • Keine Verbindung zu deinem Angebot
  • Kein klarer Verkaufsprozess

Mit 12-Wochen-Kampagne:

  • Jeder Post zahlt thematisch auf DEIN Angebot ein
  • Klare Struktur: Monat 1 = Problem, Monat 2 = Lösung, Monat 3 = Angebot
  • Aufeinander aufbauende Content-Reise
  • Verkaufen wird natürlicher nächster Schritt

Schritt 1: Dein LinkedIn-Profil optimieren

Dein LinkedIn-Profil ist deine digitale Visitenkarte. Wenn jemand auf deinen Namen klickt, muss sofort klar sein:

  • Wem du hilfst
  • Wobei du hilfst
  • Was der nächste Schritt ist

Die wichtigsten Elemente für Selbstständige:

  1. URL mit deinem Namen
  2. Aussagekräftiges Titelbild: Zeig, wofür du stehst. Kann ein Zitat sein, deine Positionierung oder ein dezentes Branding-Element.
  3. Profilfoto als Poträtbild: Professionell, freundlich, auf Augenhöhe. Keine Urlaubsfotos.
  4. Slogan: "Ich helfe [Zielgruppe], [Problem zu lösen], indem ich [Lösung] anbiete".
  5. Über mich:  Finger in die Wunde legen und Problem der Zielgruppe (Frage oder Aussage) schildern. Nochmal Finger in die Wunde legen und Herausforderungen klar benennen. Dann die eigene Lösung als Ausblick geben und Transformation beschreiben. Am Ende eine Handlungsaufforderung einfügen
  6. Im Fokus: Leadmagnet, Link zu einem Angebot, Testimonials und ggf. gut gehenden LinkedIn-Beitrag anheften
  7. relevante Berufsstationen auflisten und konkret beschreiben, was du dort erreicht hast.
  8. Kenntnisse und Fähigkeiten hinzufügen
  9. Ggf. Kollegen und Kunden nach Empfehlungen fragen

Hier sind Artikel zur LinkedIn-Profiloptimierung, die noch viel tiefer in Details gehen:

⏱ Zeitaufwand für Profil-Optimierung:

2 bis 4 Stunden einmalig. Das ist gut investierte Zeit. Ein optimiertes Profil arbeitet 24/7 für dich. Mit Hilfe von KI-Tools geht es schneller.

Schritt 2: Wähle EIN Angebot für 90 Tage

Das ist der wichtigste Schritt. Und der schwerste.

Du darfst die nächsten 90 Tage nur EIN Angebot bewerben.

Nicht drei. Nicht fünf. Eins.

Warum?

Weil Klarheit verkauft. Wenn du über zu viele Themen sprichst, wird niemand verstehen, wofür du stehst.

Frag dich:

  • Welches Angebot möchte ich in den nächsten 3 Monaten verkaufen?
  • Für welches Angebot habe ich am meisten Leidenschaft?
  • Welches Angebot bringt mir den meisten Umsatz pro Kunde?

💡 Beispiel: Fokus-Angebot für 90 Tage

Angebot: „12-Wochen-Coaching: Vom Frust zur Führungsrolle" (3.500 €)

Zielgruppe: Führungskräfte 40+, die seit Jahren auf der gleichen Position feststecken

Alle Content-Themen drehen sich um:

  • Warum gute Leistung allein nicht reicht für den nächsten Karriereschritt
  • Wie du sichtbar wirst für Entscheider (auch wenn du introvertiert bist)
  • Die 3 häufigsten Karriereblocker bei erfahrenen Führungskräften
  • Strategische Positionierung statt Hamsterrad

Was, wenn ich mehrere Angebote habe?

Dann wählst du eins für 90 Tage. Die anderen kommen später dran.

Oder du bietest sie an, wenn jemand fragt, aber du bewirbst aktiv nur eins.

Schritt 3: Der richtige Content-Mix (70-20-10)

Nicht jeder Post hat die gleiche Aufgabe. Die goldene Regel für LinkedIn:

70% Fachlicher Content | 20% Persönlicher Content | 10% Sales-Content

70% Fachlicher Content: Zeig deine Expertise

Das ist dein Brot-und-Butter-Content. Hier zeigst du, dass du Ahnung hast.

Beispiele:

  • Die 3 größten Fehler bei [Thema deines Angebots]
  • Warum [verbreiteter Mythos] falsch ist
  • Wie du in 5 Schritten [Ergebnis] erreichst
  • Die eine Frage, die alles verändert hat für [Klienten-Beispiel]
  • Was ich in 100 Coaching-Sessions über [Thema] gelernt habe

20% Persönlicher Content: Bau Verbindung auf

Hier zeigst du den Menschen hinter dem Coach.

Beispiele:

  • Warum ich selbst [Problem deiner Zielgruppe] hatte
  • Der Moment, der meine Coaching-Methode verändert hat
  • 3 Dinge, die ich vor 5 Jahren anders gemacht hätte
  • Was mich diese Woche beschäftigt hat
  • Meine unpopuläre Meinung zu [Branchenthema]

10% Sales-Content: Mach auf dein Angebot aufmerksam

Ja, du darfst verkaufen. Aber dosiert.

Beispiele:

  • Ich öffne 5 Plätze für mein Coaching-Programm
  • So läuft die Zusammenarbeit mit mir ab
  • Testimonial: Was Klientin Sarah nach 12 Wochen erreicht hat
  • Die häufigste Frage zu meinem Coaching (beantwortet)
  • Warum mein Coaching nicht für jeden passt

Konkrete Rechnung für einen Monat (bei 20 Posts - 5 pro Woche):

  • 14 fachliche Posts: Expertise zeigen
  • 4 persönliche Posts: Verbindung aufbauen
  • 2 Sales-Posts: Angebot bewerben

Schritt 4: Baue deine Ideenbank auf

Das größte Problem der meisten Coaches: „Ich weiß nicht, worüber ich posten soll."

Die Lösung? Eine Ideenbank.

Was ist eine Ideenbank?

Ein Ort (ClickUp, Notion, Google Sheets, sogar ein Notizbuch), wo du kontinuierlich Content-Ideen sammelst.

Woher kommen die Ideen?

1. Aus deinen Coaching-Gesprächen

Nach jedem Gespräch notierst du:

  • Welche Fragen wurden gestellt?
  • Welche Ängste/Zweifel kamen auf?
  • Was war der größte Aha-Moment?

2. Aus Kommentaren unter Posts

Was schreiben Menschen unter deinen Posts? Welche Fragen tauchen immer wieder auf?

3. Aus fremden Posts

Lies Posts von Kollegen oder aus deiner Branche. Was fehlt? Wo kannst du eine andere Perspektive bieten?

4. Aus Foren und Gruppen

Quora, Reddit, LinkedIn-Gruppen: Welche Fragen stellen Menschen zu deinem Thema?

5. Aus spontanen Gedanken

Notiere alles sofort. Die beste Idee hilft dir nichts, wenn du sie vergisst.

💡 Beispiel: Ideenbank für Karriere-Coach

Sammlung aus einem Monat:

  1. Warum Leistung allein nicht reicht (aus Coaching-Gespräch)
  2. Die 3 unsichtbaren Karrierekiller (eigene Beobachtung)
  3. Wie du in 20 Min/Woche an deiner Sichtbarkeit arbeitest (aus LinkedIn-Kommentar)
  4. Solltest du wirklich den Job wechseln? (aus Quora-Frage)
  5. Meine unpopuläre Meinung: Work-Life-Balance ist das falsche Ziel (spontaner Gedanke)

5 Ideen → 5 Posts → 1 Woche Content

Wie füllst du deine Ideenbank?

Gewöhne dir eine einfache Routine an:

  • Nach jedem Coaching: 5 Minuten Notizen machen
  • Beim Scrollen auf LinkedIn: Screenshot von Posts, die dich inspirieren
  • 1x pro Woche: 30 Minuten gezielt Ideen sammeln in Foren/Gruppen

Das Ziel: 30 bis 50 Ideen in deiner Bank. Dann hast du immer Vorrat und musst nie vor einem leeren Blatt sitzen.

Schritt 5: Erstelle deine wiederverwendbare Content-Bank

Eine Ideenbank ist gut. Eine Content-Bank ist besser.

Was ist der Unterschied?

  • Ideenbank: Stichworte, Notizen, rohe Gedanken = Themenideen
  • Content-Bank: Fertige, getestete Posts, die du wiederverwenden kannst

Warum eine Content-Bank?

Weil du nicht ständig neue Posts erfinden musst. Ein guter Post funktioniert mehrfach:

  • Nach 3 Monaten: Leicht überarbeitet wieder posten
  • Nach 6 Monaten: In anderem Format (als Carousel oder Video)
  • Nach 12 Monaten: Komplett neu aufbereiten oder aber einfach nochmal genauso veröffentlichen

Wie baust du deine Content-Bank auf?

Schritt 1: Poste über 90 Tage regelmäßig Content (3-5x pro Woche)
Schritt 2: Markiere die Posts, die besonders gut liefen (viele Kommentare, Likes, DMs)
Schritt 3: Speichere diese Posts in einem Tool (ClickUp, Notion, Google Docs)
Schritt 4: Kategorisiere sie nach Thema und Content-Art

Tipp: Wenn du noch nicht so viel Resonanz erhältst, weil du erst auf LinkedIn durchstartest, dann wähle die Posts, die aus deiner Sicht für potenzielle Kunden goldwert sind.

💡 Beispiel: Content-Bank Struktur

Kategorie: Fachlicher Content

  • Post #12: „Die 3 Karriereblocker" (funktioniert immer gut)
  • Post #23: „Warum gute Leistung nicht reicht" (viele Kommentare)
  • Post #34: „Intro vs. Extro: Sichtbarkeit für beide Typen" (viral gegangen)

Kategorie: Persönlicher Content

  • Post #8: „Mein größter Fehler als Coach" (sehr authentisch)
  • Post #19: „Warum ich selbst im Hamsterrad war" (emotional)

Kategorie: Sales-Content

  • Post #41: „So läuft mein Coaching ab" (viele DMs)
  • Post #47: „Testimonial Sarah" (hohes Vertrauen)

Wie verwendest du die Content-Bank?

Wenn dir eine Woche die Ideen ausgehen:
Greif in deine Content-Bank, nimm einen alten Post und überarbeite ihn leicht.

Wenn du in einen anderen Kanal expandierst:
Nimm deine besten LinkedIn-Posts und verwandle sie in Newsletter oder Blogartikel.

Wenn du einen Launch planst:
Nutze die Posts, die am besten performt haben, als Basis für deine Kampagne.

Schritt 6: Die tägliche Power-Stunde

Jetzt wird's konkret. So sieht deine tägliche Routine aus:

Die Power-Stunde: 30-60 Minuten täglich

⏱ Zeitaufteilung (ca. 30-60 Min gesamt):

Zeitblock 1: Freies Schreiben (10-20 Min)

  • Nimm ein Notizbuch oder leeres Dokument
  • Keine KI, kein Perfektionismus
  • Schreib über: Business-Gedanken, Kunden-Fragen, Beobachtungen, Ideen
  • Das füllt deine Ideenbank und setzt den Fokus auf dein Business

Zeitblock 2: Post veröffentlichen (5-10 Min)

  • Nimm einen vorgeplanten Post
  • Lies ihn nochmal durch
  • Veröffentliche ihn
  • Wenn gut vorbereitet: unter 10 Minuten

Zeitblock 3: Netzwerk aufbauen (20-30 Min)

  • Kommentiere bei 5-10 Profilen aus deiner Liste
  • Beantworte Kommentare unter deinen Posts
  • Schreib 1-2 private Nachrichten (DMs) an interessante Kontakte
  • Das ist der wichtigste Teil! Ohne Interaktion funktioniert LinkedIn nicht.

Zeitblock 4: Verkaufen (5-10 Min)

  • Schreib einem Lead eine Nachricht
  • Frag bei einem Interessenten nach
  • Followup-Mail an jemanden, dem du ein Angebot geschickt hast

Warum funktioniert die Power-Stunde?

Weil sie:

  • Kreativität fördert (freies Schreiben ohne Druck)
  • Konsistenz schafft (tägliches Doing = Algorithmus liebt dich)
  • Beziehungen aufbauen (Kommentieren = sichtbar werden)
  • Verkäufe ermöglicht (tägliche Kontaktaufnahme = Leads werden warm)

Die Wahrheit: 30 bis 60 Minuten täglich sind besser als 4 Stunden am Samstag.

Social Media funktioniert durch Konsistenz, nicht durch Marathon-Sessions.

Häufige Fehler beim Social Media First Ansatz

Fehler 1: Nur senden, nie interagieren

Viele Coaches posten – und verschwinden dann. LinkedIn ist kein Blog. Es ist ein Netzwerk.

Die Lösung: Mindestens 20-30 Minuten täglich bei anderen kommentieren.

Fehler 2: Keine Geduld

Nach zwei Wochen: „LinkedIn funktioniert nicht für mich!"

Doch, tut es. Aber nicht in 14 Tagen.

Die Lösung: Commitment für 90 Tage. Dann erst Bilanz ziehen.

Fehler 3: Zu viele Themen

Montag: Karriere-Coaching
Dienstag: Stress-Management
Mittwoch: Team-Führung
Donnerstag: Work-Life-Balance

Niemand versteht, wofür du stehst.

Die Lösung: EIN Angebot. EIN Fokus. 90 Tage lang.

Fehler 4: Perfektionismus

„Der Post ist noch nicht gut genug..."

Veröffentlichte Posts sind besser als perfekte Entwürfe.

Die Lösung: 80% ist gut genug. Posten, lernen, optimieren.

Fehler 5: Keine Content-Bank

Jeden Tag bei null anfangen = Stress und Inkonsistenz.

Die Lösung: Batching. 10-12 Posts auf einmal schreiben. Content-Bank aufbauen.

Wann solltest du einen Blog hinzufügen?

Gute Frage. Social Media First heißt nicht „niemals ein Blog".

Füge einen Blog hinzu, wenn:

  • Du auf LinkedIn eine funktionierende Routine hast (mindestens 6 Monate)
  • Du regelmäßig Anfragen über LinkedIn bekommst
  • Du genug Content-Ideen hast, die tiefer gehen
  • Du langfristigen SEO-Traffic aufbauen willst

Der ideale Workflow dann:

  1. Schreibe einen ausführlichen Blogartikel nach der minimalisten Perlen-Content-Methode
  2. Verwandle ihn in 10 bis 15 LinkedIn-Posts (Content Recycling)
  3. Verlinke in einem der LinkedIn-Posts auf den Blogartikel.
  4. So bekommst du Traffic von LinkedIn auf deinen Blog – und gleichzeitig SEO-Vorteile

Das ist die Kombination von Weg 1 (Perlen-Content-Methode) und Weg 2 (Social Media First). Und ja, auch LinkedIn-Beiträge werden in Suchmaschinen indexiert. ;)

Du willst LinkedIn strategisch für dein Coaching-Business nutzen?

Lass uns in einem kostenlosen Strategiegespräch schauen, wie du in 90 Tagen auf LinkedIn sichtbar wirst und deine ersten Kunden gewinnst.

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Zusammenfassung

Social Media First ist der schnellste Weg für Coaches, um online sichtbar zu werden und Kunden zu gewinnen – ohne Blog, ohne komplizierte Technik, ohne SEO-Marathon.

Die 7 Schritte:

  1. LinkedIn-Profil optimieren: Mach sofort klar, wem du wobei hilfst
  2. EIN Angebot wählen: 90 Tage Fokus auf ein einziges Coaching-Programm
  3. Content-Mix nutzen: 70% fachlich, 20% persönlich, 10% Sales
  4. Ideenbank aufbauen: Sammle kontinuierlich Content-Ideen aus Gesprächen, Kommentaren, Foren
  5. Content-Bank erstellen: Speichere deine besten Posts zur Wiederverwendung
  6. Power-Stunde etablieren: 50-60 Min täglich für Content + Engagement
  7. 90 Tage durchhalten: Konsistenz schlägt Perfektion

Nach 90 Tagen kannst du entscheiden:

  • LinkedIn läuft gut? → Weitermachen und ggf. Blog hinzufügen
  • Keine Resonanz? → Analysieren und Strategie anpassen

Die wichtigste Erkenntnis:

Du brauchst keinen Blog, um als Coach Kunden zu gewinnen. Du brauchst einen Kanal, auf dem du konsequent präsent bist und echte Beziehungen aufbaust.

Für die meisten Coaches ist das LinkedIn.