
Letzte Woche saß eine Kundin vor mir und sagte: „Nicole, ich habe zwei Stunden mit ChatGPT an meiner Headline gearbeitet – und am Ende war sie schlechter als vorher." Ich kenne das. ChatGPT kann ein brillanter Sparringspartner sein. Oder ein Zeitfresser, der dir generische Texte ausspuckt, die nach jedem zweiten Coach klingen.
Der Unterschied? Wie du mit ChatGPT arbeitest.
In diesem Artikel zeige ich dir nicht, wie du dein LinkedIn-Profil optimierst – dafür habe ich einen separaten Guide. Hier geht's um etwas anderes: Wie du ChatGPT als intelligenten Gesprächspartner nutzt, der dir hilft, bessere Texte zu schreiben, deine Positionierung zu schärfen und dein Profil authentisch zu machen – nicht austauschbar.
Kein „Prompt rein, Text raus, fertig". Sondern: Iterative Dialoge. Kritisches Feedback. Alternativen diskutieren. ChatGPT als dein Sparringspartner, nicht als dein Texter.
Die meisten nutzen ChatGPT falsch. Sie schreiben einen Prompt, kopieren den Output, pasten ihn ins LinkedIn-Profil – fertig. Das Ergebnis? Texte, die sich gut anhören, aber nach nichts klingen. Nach niemand Bestimmtem. Nach KI eben.
Das Problem ist nicht ChatGPT. Das Problem ist die Art, wie wir es nutzen. ChatGPT ist kein Texter. Es ist ein Sparringspartner. Jemand, mit dem du diskutieren kannst, der dir Alternativen vorschlägt, der dich hinterfragt, der dich zwingt, klarer zu werden.
Wenn du ChatGPT nur als „Texte-Generator" siehst, verschwendest du 80% seines Potenzials. Wenn du es aber als kritischen Gesprächspartner nutzt – jemanden, der dir hilft, deine Gedanken zu sortieren, deine Positionierung zu schärfen, deine Botschaft auf den Punkt zu bringen – dann wird es richtig mächtig.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie das konkret aussieht. Mit echten Dialogen. Mit Follow-up-Prompts. Mit iterativen Schleifen. So, wie du es in der Praxis brauchst.
ChatGPT hat sich seit 2024 massiv weiterentwickelt. Wenn du die neuen Features nicht kennst, lässt du einiges auf dem Tisch liegen. Hier die wichtigsten Updates für 2026:
ChatGPT kann jetzt nicht nur antworten, sondern eigenständig Aufgaben erledigen. Zum Beispiel: „Analysiere mein LinkedIn-Profil und erstelle mir einen 4-Wochen-Content-Plan, der auf meiner Positionierung basiert." ChatGPT macht das jetzt – ohne dass du 10 Follow-up-Prompts brauchst.
Du kannst jetzt Screenshots deines LinkedIn-Profils hochladen – ChatGPT analysiert Layout, Text, Bildsprache und gibt dir konkretes Feedback. Oder du lädst ein Video hoch, in dem du dich vorstellst, und ChatGPT sagt dir, ob deine Message klar rüberkommt.
Du kannst jetzt mit ChatGPT sprechen – wie in einem echten Gespräch. Perfekt für schnelles Brainstorming: „Ich brauche eine Headline, die meine Zielgruppe direkt anspricht. Lass uns ein paar Ideen durchgehen." ChatGPT antwortet dir live, du kannst direkt nachfragen, verfeinern, diskutieren.
ChatGPT erfindet mittlerweile deutlich weniger Fakten als noch 2023/2024. Trotzdem: Prüfe jeden Output. Vor allem bei Zahlen, Referenzen, Zitaten.
LinkedIn hat seinen Algorithmus angepasst. Zwei Dinge sind jetzt wichtiger als früher – und beide betreffen direkt dein Profil:
Regel 1: Nicht WIE VIELE Likes du bekommst, sondern WER liked.
Wenn Menschen aus deiner Zielgruppe mit deinem Profil oder deinen Posts interagieren (z.B. andere Coaches, Berater, Unternehmer), wirst du sichtbarer – auch bei Menschen, die dir noch nicht folgen. LinkedIn schaut jetzt genauer: Passen die Menschen, die mit dir interagieren, zu dem, was du machst? Wenn ja, zeigt LinkedIn dich mehr Leuten mit ähnlichem Hintergrund.
Für dein Profil heißt das: Baue echte Verbindungen zu Menschen auf, die wirklich zu deiner Zielgruppe gehören. Nicht Masse, sondern Passung.
Regel 2: Geschichten schlagen Tipps-Listen.
LinkedIn bevorzugt mittlerweile Inhalte, die Geschichten erzählen – persönliche Erfahrungen, echte Situationen, Erkenntnisse aus deiner Praxis. Warum? Weil Menschen dabei länger bleiben, mehr lesen, tiefer eintauchen. Reine „5 Tipps für XY"-Posts funktionieren nicht mehr so gut wie früher.
Für dein Profil heißt das: Dein „Über mich" sollte eine Geschichte erzählen, nicht nur Fakten auflisten. Deine Services sollten zeigen, WARUM du das machst, nicht nur WAS du machst. Menschen wollen verstehen, wer du bist – nicht nur, was du anbietest.
Der größte Fehler, den ich bei Kundinnen sehe: Sie geben ChatGPT einen Prompt, kopieren den Output, fertig. Keine Iteration. Kein Nachfragen. Kein „Ist das wirklich ich?"
ChatGPT als Sparringspartner funktioniert anders. Du startest eine Konversation. Du gibst Feedback. Du fragst nach Alternativen. Du lässt ChatGPT deine Texte hinterfragen. Du entwickelst gemeinsam – nicht alleine.
Schritt 1: Kontext geben
ChatGPT braucht Hintergrund. Wer bist du? Was machst du? Für wen? Was ist dein Ziel? Je mehr Kontext, desto besser die Antwort.
Schritt 2: Ersten Entwurf erstellen lassen
Lass ChatGPT einen ersten Vorschlag machen. Aber erwarte nicht, dass er perfekt ist. Er ist der Startpunkt.
Schritt 3: Feedback geben & verfeinern
Jetzt kommt der wichtigste Teil: „Das ist mir zu förmlich. Mach es lockerer." Oder: „Die Headline spricht nicht meine Zielgruppe an. Versuch's nochmal, diesmal fokussiert auf [Problem]."
Schritt 4: Alternativen vergleichen
Lass ChatGPT 3 bis 5 Varianten erstellen. Vergleiche sie. Kombiniere das Beste aus mehreren. Frag ChatGPT: „Welche der 3 Headlines würdest du wählen – und warum?"
Jetzt wird es konkret. So sieht ein iterativer Dialog aus, wenn du mit ChatGPT an deiner LinkedIn-Headline arbeitest. Nicht „Prompt rein und fertig", sondern: Diskussion, Feedback, Verfeinerung.
Siehst du den Unterschied? Das ist keine „Einmal-Prompt-Magie". Das ist ein Gespräch. Du gibst Feedback, ChatGPT passt an, du verfeinerst weiter. So entstehen Texte, die nach dir klingen.
Der „Über mich"-Bereich ist deine wichtigste Verkaufsfläche auf LinkedIn. Aber: Er darf nicht verkaufen – er muss überzeugen. ChatGPT kann dir helfen, die richtige Balance zu finden. Durch Iteration.
Das ist der Unterschied zwischen „ChatGPT als Texter" und „ChatGPT als Sparringspartner". Du entwickelst den Text gemeinsam. Du lässt ChatGPT deine Texte hinterfragen. Du verfeinerst, bis es passt.
Die Grundlagen der Profiloptimierung – Struktur, Keywords, Bildsprache – findest du in meinem LinkedIn-Profil-Guide. In diesem Artikel geht's um ChatGPT als Sparringspartner – dort um die Profil-Strategie.
Keywords sind wichtig – aber die falschen Keywords bringen dir nichts. ChatGPT kann dir helfen, die richtigen zu finden. Nicht durch eine Liste mit 50 Begriffen, sondern durch strategische Diskussion.
Dann folgt die Iteration:
Das ist keine Keyword-Liste. Das ist eine Strategie.
LinkedIn lässt dich bis zu 10 Serviceleistungen in deinem Profil hinterlegen. Das ist eine der am meisten unterschätzten Funktionen – dabei kann sie dir richtig viele qualifizierte Anfragen bringen.
So funktioniert es: Du wählst aus einem Verzeichnis 10 vordefinierter Kategorien (z.B. „Unternehmensberatung", „Führungskräfteentwicklung", „Coaching zur beruflichen Entwicklung") aus und fügst dann eine Beschreibung hinzu. Du hast 500 Zeichen Platz – genug, um klar zu machen, was du anbietest, für wen und was dabei rauskommt.
Außerdem kannst du bis zu 8 Mediendateien hochladen (z.B. Fotos von Workshops, PDFs mit Testimonials, Videos) und Kunden direkt um Feedback zu dieser Serviceleistung bitten. Das Feedback erscheint dann öffentlich bei diesem Service – starker Social Proof.
LinkedIn gibt dir eine Liste mit Kategorien vor – du kannst nicht einfach schreiben, was du willst. Manchmal ist genau das, was du anbietest, nicht dabei. Dann musst du kreativ werden: Wähle die nächstbeste Kategorie und nutze die Beschreibung, um klarzumachen, was du wirklich machst.
Beispiel: Du bietest „Karrierecoaching“ an, aber diese Kategorie gibt es nicht. Also wählst du „Coaching zur beruflichen Entwicklung" und schreibst in die Beschreibung: „LinkedIn-Profil-Optimierung für Coaches – ich helfe dir, dein Profil so aufzubauen, dass du monatlich 3 bis 5 Anfragen bekommst."
500 Zeichen klingen nach viel – sind aber verdammt wenig, wenn du alles Wichtige reinpacken willst. ChatGPT kann dir helfen, die perfekte Balance zu finden.
Aber – wie immer – nicht „Prompt rein, fertig". Sondern: Iteration, Feedback, Verfeinerung.
LinkedIn lässt dich bis zu 8 Mediendateien zu jedem Service hochladen. Nutze das! Beispiele:
Und: Bitte deine Kunden aktiv um Feedback zu diesem spezifischen Service. Das Feedback erscheint direkt bei der Serviceleistung – nicht nur allgemein auf deinem Profil. Das ist Gold wert, weil potenzielle Kunden sehen: „Andere haben genau diesen Service gebucht und waren zufrieden."
Wenn du mehrere Services anbietest, nutze ChatGPT, um konsistente, aber unterscheidbare Beschreibungen zu erstellen. Du hast aber dennoch nur 500 Zeichen. Lass dir 3-5 Services auf einmal schreiben – dann kannst du direkt vergleichen und die besten Elemente kombinieren.
Dann gibst du Feedback: „Service 3 ist mir zu lang. Service 1 und 5 klingen zu ähnlich. Service 4 braucht mehr Emotion." ChatGPT passt an. Ihr iteriert, bis alle Services sitzen.
Hier wird es richtig interessant. ChatGPT kann jetzt nicht nur Text, sondern auch Bilder und Videos analysieren. Das bedeutet für dein LinkedIn-Profil:
Lade dein Profilbild hoch und frag ChatGPT: „Analysiere dieses Bild. Wirke ich professionell? Zugänglich? Was könnte ich verbessern?" ChatGPT gibt dir Feedback zu Beleuchtung, Hintergrund, Gesichtsausdruck, Bildausschnitt.
Gleiches Spiel für dein LinkedIn-Banner. Lade es hoch, ChatGPT analysiert: Ist die Message klar? Ist der Text auf mobil lesbar? Lenkt das Design ab oder unterstützt es?
Du kannst jetzt ein Video hochladen, in dem du dich vorstellst (z.B. für LinkedIn-Posts oder Profil-Video). ChatGPT schaut es sich an und gibt dir Feedback: Ist deine Message klar? Sprichst du zu schnell? Wirkst du authentisch? Was würde jemand nach 10 Sekunden über dich denken?
Das Voice-Feature von ChatGPT ist genial fürdie Profiloptimierung. Warum? Weil du endlich so arbeiten kannst, wie du denkst – im Gespräch, nicht im Schreiben.
So nutzt du Voice für LinkedIn-Profil:
„Hey ChatGPT, lass uns über meine LinkedIn-Headline sprechen. Ich bin Business Coach für Solopreneure. Mein Hauptproblem: Ich erreiche zu viele falsche Anfragen. Lass uns ein paar Varianten durchgehen."
ChatGPT antwortet dir live. Du kannst direkt nachfragen, verfeinern, diskutieren – wie in einem echten Gespräch.
„Ich will meinen ‚Über mich'-Text umschreiben. Aktuell ist er zu lang und zu förmlich. Hilf mir, eine neue Struktur zu entwickeln. Was sollte als Erstes kommen? Wie starte ich so, dass jemand weiterliest?"
ChatGPT gibt dir sofort Feedback – du kannst reagieren, Ideen verwerfen, neue ausprobieren. Alles in Echtzeit.
„Welche Keywords sollte ich in meinem Profil verwenden? Ich bin Business Coach, aber ‚Business Coach' ist so generisch. Was wären präzisere Alternativen?"
ChatGPT schlägt vor, du hinterfragst, es passt an – wie ein echtes Strategiegespräch.
ChatGPT ist mächtig. Aber nur, wenn du es richtig nutzt. Hier die häufigsten Fehler, die ich bei Kundinnen sehe – und wie du sie vermeidest.
Das größte Problem. Du gibst ChatGPT einen Prompt, kopierst den Output, pastest ihn ins Profil. Keine Iteration. Kein Feedback. Kein „Ist das wirklich ich?"
Lösung: Nutze ChatGPT als Sparringspartner, nicht als Texter. Mindestens 3-5 Runden pro Text. Feedback geben, verfeinern, nachfragen, verbessern.
„Schreib mir eine LinkedIn-Headline." Das ist zu vage. ChatGPT kann nur so gut sein wie dein Input.
Lösung: Gib immer Kontext: Wer bist du? Was machst du? Für wen? Was ist dein USP? Welche Tonalität willst du? Je mehr Details, desto besser der Output.
Tipp: Klappe alle Bereiche deines LinkedIn-Profils, wo "mehr anzeigen" steht auf und kopiere das nach Chat GPT oder lade dein Profil als PDF runter und lade es auf ChatGPT hoch.
Der erste Entwurf von ChatGPT ist nie der beste. Er ist der Startpunkt. Wenn du ihn 1:1 kopierst, klingt dein Profil wie jeder zweite Coach.
Lösung: Nutze den ersten Entwurf als Grundlage. Dann verfeinere, personalisiere, mach ihn zu deinem Text.
ChatGPT liebt Buzzwords: „Innovativ", „ganzheitlich", „nachhaltig", „transformierend". Wenn du die nicht aktiv verbietest, landen sie in deinem Text.
Lösung: Schreib in jeden Prompt: „Keine Buzzwords. Keine Superlative. Keine Marketing-Floskeln. Konkret und direkt."
ChatGPT erfindet mittlerweile weniger als früher – aber es passiert noch. Vor allem bei Zahlen, Zitaten, Referenzen.
Lösung: Prüfe jeden Output. Vor allem: Zahlen, Erfolge, Zitate, Referenzen. Wenn du nicht sicher bist, lass es weg.
ChatGPT kennt den LinkedIn-Algorithmus 2026 nicht automatisch. Wenn du nicht explizit darauf hinweist, erstellt es Texte, die algorithmisch nicht optimal sind.
Lösung: Baue den Algorithmus in deine Prompts ein: „Berücksichtige den LinkedIn-Algorithmus 2026: Viewer Quality Score (Qualität der Interaktionen), Narrative Depth (erzählende Inhalte)."
ChatGPT ist kein Zauberstab. Du gibst keinen Prompt ein und bekommst ein perfektes LinkedIn-Profil raus. So funktioniert es nicht.
Aber: ChatGPT ist der beste Sparringspartner, den du haben kannst. Jemand, der dir hilft, deine Gedanken zu sortieren. Der dich hinterfragt. Der dir Alternativen vorschlägt. Der dich zwingt, klarer zu werden.
Wenn du ChatGPT so nutzt – als Partner, nicht als Texter – dann wird es richtig mächtig. Dann entstehen Texte, die nach dir klingen. Die authentisch sind. Die verkaufen, ohne aufdringlich zu sein.
Das Wichtigste noch einmal:
Dein LinkedIn-Profil ist dein digitales Aushängeschild. Es entscheidet, ob die richtigen Menschen dich finden – oder ob du unsichtbar bleibst. ChatGPT kann dir helfen, es aufzubauen. Aber nur, wenn du es richtig nutzt.
Viel Erfolg beim Optimieren!
Und wenn du fertig bist: Tag mich gerne auf LinkedIn (@nicolekempe) – ich schaue mir dein Profil gerne an.
In meinem LinkedIn-Coaching zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Profil aufbaust – und wie du ChatGPT als Sparringspartner nutzt, um Texte zu schreiben, die wirklich nach dir klingen.
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