
Das neue Jahr hat angefangen. Der Kalender ist noch ziemlich leer, die Motivation hoch – und gleichzeitig spürst du vielleicht schon dieses leise Ziehen: Wird dieses Jahr wieder so laufen wie die letzten? Viel Hustle, viele Ideen, aber am Ende doch irgendwie dasselbe Muster?
Im Dezember hast du (hoffentlich) vorbereitet: Marketingplan skizziert, Business aufgeräumt, vielleicht sogar eine Weihnachtsmail oder kleine Geschenke verschickt. Und jetzt, im Januar, entscheidest du, ob dein Jahr wieder im alten Trott landet – oder ob du es dieses Mal wirklich anders machst.
Ich sehe das jedes Jahr (auch bei mir): Viele Solo-Selbstständige starten mit riesigen Vorsatzlisten, die sie spätestens im Februar wieder vergessen. Aber eigentlich brauchen wir keine 20 guten Vorsätze, sondern ein paar kluge, umsetzbare Entscheidungen, die den Alltag wirklich verändern – und mehr Umsatz bei weniger Stress bringen.
Deshalb zeige ich dir heute sieben Dinge, die du im Januar tun kannst, um bewusst und strukturiert ins Jahr zu starten.
Die meisten Selbstständigen haben zu viele Ziele. „Mehr Umsatz, neue Angebote, besseres Marketing, mehr Freizeit, Netzwerken, Podcast starten…" – und am Ende passiert nichts richtig. Kennst du das? Du startest mit einer langen Liste und bist schon im Februar überfordert, weil du nicht weißt, wo du anfangen sollst.
Hier liegt der eigentliche Fehler: Nicht die fehlende Motivation ist das Problem, sondern dass du dir zu viel auf einmal vornimmst. Ein vereinfachter Fokus nimmt dir den Entscheidungsstress und gibt dir Klarheit für alle anderen Bereiche.
Mach es dir leicht:
Nimm dir 1–2 Stunden und definiere maximal 1–3 Hauptziele für 2026. Wirklich nur drei. Beispiele: einen bestimmten Umsatz erreichen, deine Arbeitszeit auf 25 Stunden/Woche reduzieren oder ein bestimmtes Angebot zum Hauptumsatzträger machen.
Dann leitest du daraus deinen Quartalsfokus ab: Was ist im Q1 das Wichtigste? (z. B. „Bestandskunden betreuen und Angebot A verkaufen" statt alles gleichzeitig).
Schreib es auf ein Blatt und häng es sichtbar hin. Klingt banal, aber genau das bringt Entlastung – weil du endlich weißt, worauf es wirklich ankommt.
Du hast im Dezember vielleicht schon einen Marketingplan skizziert – super! Jetzt geht es darum, ihn nicht im Ordner verstauben zu lassen, sondern in echte Routinen zu übersetzen. Ohne feste Struktur bleibt Marketing nämlich immer das, was als Letztes drankommt – und schwupps fühlst du dich unsichtbar.
So machst du es alltagstauglich:
Brich den Plan in Wochen- und Tagesroutinen herunter: z. B.
Tipp: Leg 3–5 wiederkehrende Content-Formate fest (z. B. Montag: Story aus dem Alltag, Mittwoch: kurzer How-to-Tipp, Freitag: Angebotssignal). So musst du nicht jeden Tag neu überlegen, was du postest.
Und dann plane die ersten 4–6 Wochen direkt vor – mit Publer* oder was auch immer du nutzt. Das gibt dir sofort Schwung und Sicherheit, weil du nicht ständig denken musst: „Mist, was poste ich heute?"
Viele tragen Angebote mit sich herum, die sie eigentlich nicht mehr mögen oder die kaum Umsatz bringen. Im Januar ist der perfekte Moment, um aufzuräumen und klar zu entscheiden. Klarheit bei Angeboten und Preisen zieht automatisch die richtigen Kunden an – und spart dir Energie.
Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme:
Prüfe jedes Angebot: Bringt es Freude? Wird es nachgefragt? Hat es eine gute Gewinnspanne? Verbraucht es viel Energie?
Dann entscheide: Was bleibt, was wird zum Hauptfokus, was darf weg? Und ja, es ist okay, Angebote rauszuschmeißen, die nicht mehr passen.
Aktualisiere auch deine Preise. Inflation, gestiegene Kosten, deine neue Positionierung – all das rechtfertigt eine Preisanpassung. Kommuniziere die wichtigsten Angebote im Januar aktiv, damit deine Zielgruppe weiß, woran du gerade arbeitest. Lege den Fokus gerne nur auf eins, wenn sie nicht aufeinander aufbauen.
Der Jahreswechsel bringt immer administrative Themen mit – und wenn du die jetzt erledigst, hast du den Rest des Jahres Ruhe. Das ist einer der größten Stressfaktoren, die ich immer wieder höre: offene Rechnungen, unklare Rücklagen, überraschende Steuerzahlungen.
Starte sauber ins Jahr:
Sortiere deine Einnahmen und Ausgaben von 2025. Mach eine einfache Auswertung: Welche Kundnen oder Angebote haben am meisten gebracht? Das zeigt dir, worauf du dich 2026 konzentrieren solltest.
Kalkuliere deine Vorauszahlungen: Wie hoch sind deine Steuer-Vorauszahlungen, wie viel legst du als Rücklage zurück (z. B. 30 % vom Umsatz) und was entnimmst du privat?
Ich habe mein Geschäftskonto bei Kontist* und kann hier meinen Steuersatz in Prozent für das jeweilige Jahr einstellen. Und das Geld wird immer direkt von den eingegangenen Einkommen abgezogen. Dadurch sehe ich einerseits den gesamten Kontostand, die Steuerrücklagen und anderseits, welche Geld mir wirklich zur Verfügung steht.
Und die vorbereitende Buchführung erledige ich mittels Lexware (ehemals Lexoffice) und alle Belege gehen direkt von dort ans Steuerbüro.
Ohne Struktur schleichen sich schnell wieder die alten Muster ein: alles gleichzeitig, keine klaren Grenzen, Überlastung im März. Eine realistische Wochenstruktur schützt dich vor Burnout und lässt dich mehr schaffen – bei weniger Stress.
So baust du sie:
Entwirf deine Idealwoche: z. B. 2–3 Kundentage, 1 Content-Tag, 1 Admin-Tag, Puffer und mindestens 1 freier Tag. Fasse wiederkehrende Aufgaben zusammen (Batching): Content vorplanen, Standard-Mails vorbereiten, Onboarding-Checklisten nutzen.
Fang klein an – teste zwei Woche und passe dann an. Lass uns ehrlich sein: Die perfekte Woche gibt es nicht, aber eine strukturierte Woche ist 100-mal besser als Chaos.
Nach der Weihnachtszeit sind viele offen für Neues – der perfekte Moment, um alte Kontakte wiederzubeleben. Persönliche Reaktivierung bringt oft die schnellsten Umsätze, ohne teure Werbung.
Mach es dir leicht:
Schreib ehemaligen oder ruhenden Kunden eine kurze, ehrliche Nachricht: „Hey, wo stehst du gerade? Was sind deine Pläne für dieses Jahr?" Keine Verkaufspitch, einfach nur echtes Interesse.
Biete Stammkunden ein kleines Januar-Special an (z. B. Strategie-Call, Audit, Quick-Fix), das zu deinem Jahresfokus passt. Das zeigt, dass du an sie denkst – und bringt oft überraschend schnell neue Aufträge.
Januar ist energetisch oft zäh: wenig Licht, kalte Tage, hohe Erwartungen an dich selbst. Wenn du das ignorierst, brichst du im Februar ein. Kleine, feste Routinen helfen dir, den Winter gut zu überstehen und mit Energie durchs Jahr zu kommen.
Drei einfache Dinge:
Definiere 3 minimale Business-Moves pro Tag – kleine Erfolge statt Perfektion. Baue Routinen ein: Mittagsspaziergang, Tageslichtlampe, klare Feierabend-Zeit.
Und sei nett zu dir: Januar ist kein Sprint, sondern der Start in ein ganzes Jahr.
Du siehst: Das sind keine riesigen Projekte, sondern kluge Entscheidungen, die dir sofort Entlastung bringen.
Du musst nicht alle sieben Punkte umsetzen – fang mit dem an, was dir am meisten Druck macht. Vielleicht erst der Fokus, dann die Marketing-Routine und eine kleine Finanzaktion?
Schreib mir gern in die Kommentare: Welchen Punkt setzt du diese Woche als Erstes um?
Wenn du Unterstützung bei der Umsetzung möchtest – beim Marketingplan in den Alltag bringen, bei klaren Angeboten oder bei entspanntem Marketing das ganze Jahr über, lass uns gerne reden
Ich wünsche dir einen starken, entspannten Start ins neue Jahr – du schaffst das!