
Der Februar ist da. Der Januar hat die Richtung gesetzt: klare Ziele, neue Routinen, vielleicht sogar die ersten kleinen Wins. Und jetzt? Jetzt zeigt sich, ob deine neuen Strukturen auch dann halten, wenn die Energie kurzzeitig absackt, die Anfragen noch auf sich warten lassen oder der Umsatz mal einen kleinen Dipp macht.
Der Winter ist noch da, die Tage sind grau, und viele Solo-Selbstständige spüren genau hier die erste Flaute. Kennst du das? Du hast im Januar soo motiviert angefangen – und jetzt, vier Wochen später, fühlst du dich irgendwie... müde. Die Routinen fühlen sich schwerer an, der Schwung ist weg, und alte Zweifel kommen hoch: „Funktioniert das überhaupt?" „Soll ich nicht doch wieder alles umstellen?"
Ich kenne das aus meinen eigenen Jahren und sehe es immer wieder: Februar ist der klassische Monat, in dem die Januar-Energie nachlässt. Aber genau hier entscheidest du, ob dein Jahr wirklich anders wird – oder ob es wieder im gewohnten Auf-und-Ab landet.
Deshalb zeige ich dir heute sieben Dinge, die du im Februar tun kannst, um dranzubleiben, ohne dich zu überfordern.
Los geht's.
Die meisten springen direkt zur nächsten großen Idee, ohne kurz innezuhalten. Dabei ist eine ehrliche Mini-Reflexion genau das, was dich vor dem „Alles-über-Bord-werfen" schützt. Und ich meine keine stundenlange Analyse – sondern einfach nur: Was ist passiert? Was hat funktioniert? Was war totaler Mist?
Nimm dir 30–60 Minuten und schau zurück:
Halte 3 Learnings und 3 konkrete Anpassungen fest. Zum Beispiel: „Weniger Posting-Tage, aber qualitativ hochwertiger" oder „Klarere Angebotskommunikation" oder „Dienstags ist einfach kein guter Content-Tag für mich, weil da immer Kundentermine sind."
Hier passiert oft ein richtiger Aha-Moment: Plötzlich fühlt sich alles machbarer an, weil du nicht mehr gegen dich selbst arbeitest, sondern mit dem, was tatsächlich funktioniert.
Wenn die Energie sinkt, ist die Versuchung groß, neue Plattformen oder komplizierte Strategien auszuprobieren. „Vielleicht funktioniert es ja auf TikTok besser?" „Vielleicht sollte ich doch LinkedIn ausprobieren?" „Vielleicht brauche ich eine neue Content-Strategie?"
Stopp. Weniger ist jetzt mehr.
Wähle ein oder maximal 2 Kernkanäle und 2–3 Content-Formate, die du im Februar zuverlässig bespielst. Nicht mehr. Wenn du merkst, dass drei Posts pro Woche zu viel sind, dann mach zwei. Wenn dein Newsletter alle zwei Wochen realistischer ist als wöchentlich, dann mach das.
Nutze saisonale Hooks – Februar hat einige: Winterthemen, Valentinstag, typischer Jahresanfang-Frust, die ersten Frühlingsgefühle Ende Februar. Verknüpfe sie mit deinen Business-Themen, das macht deine Inhalte relevanter und emotionaler.
Plane nur das, was du wirklich durchziehen kannst. Weniger, aber konsequent, bringt mehr als perfekte Pläne, die scheitern. Das ist keine Kapitulation – das ist Professionalität.
Viele unterschätzen, dass Auftragslöcher oft zeitverzögert kommen. Dezember und Januar waren ruhig, aber die Rechnungen dafür trudeln erst im Februar/März ein. Oder umgekehrt: Im Januar lief es gut, aber die Pipeline für Februar ist dünn. Ein bewusster Blick auf die Zahlen nimmt dir die Panik.
Schau dir den Einnahmenverlauf Dezember–Februar an und plane bewusst Rücklagen oder Ausgabenkürzungen ein, falls nötig. Keine Drama-Aktion, einfach realistisch hinschauen: Wo stehe ich gerade?
Dann schnüre ein kleines, klar umrissenes Angebot für Februar – etwas, das schnell gebucht werden kann und dir Sicherheit gibt. Zum Beispiel:
Wenn die Finanzen stimmen, bleibt der Kopf frei. Und genau das brauchst du jetzt.
Neukundenakquise fühlt sich im Februar oft schwer an – dabei liegt die einfachste und schnellste Umsatzquelle direkt vor dir: deine bestehenden Kontakte.
Kontaktiere bestehende oder frühere Kunden proaktiv. Kein Verkaufspitch, einfach ein kurzer Check-in: „Hey, wo stehst du gerade mit deinem Ziel X?" oder „Wie läuft es seit unserem letzten Projekt?" Oder starte eine Mini-Feedbackrunde – was dabei oft übersehen wird: Solche Gespräche führen häufig zu Folgeaufträgen, ohne dass du aktiv verkaufen musst.
Für deine Newsletter- oder Follower-Community: Starte ein einfaches Februar-Format. Zum Beispiel:
Das kostet wenig Aufwand, bringt aber oft die schönsten Gespräche und überraschende Buchungen.
Der Winterblues im Homeoffice kann richtig zusetzen. Du sitzt allein in deinem Arbeitszimmer, draußen ist es grau, und wenn die Energie weg ist, bleibt einfach alles liegen. Und dann kommt noch das schlechte Gewissen dazu: „Ich sollte doch produktiver sein..."
Lass uns ehrlich draufschauen: Du bist kein Roboter. Bewusster Schutz deiner Ressourcen hilft dir, auch an grauen Tagen voranzukommen.
Plane deine Woche so, dass an energieärmeren Tagen nur 2–3 Minimalaufgaben anstehen, die wirklich zählen. Ein Post, eine Angebots-Mail, ein Kundenkontakt – mehr nicht. An guten Tagen kannst du mehr machen, aber du brauchst diesen Puffer.
Schreib konkrete Winter-Selbstfürsorge in den Kalender:
Wenn die Energie geschützt wird, bleibt der Schwung erhalten. Das ist keine Faulheit – das ist Nachhaltigkeit.
Wenn etwas nervt oder Zeit frisst, summiert sich das im Februar schnell zu richtigem Frust. Du bist eh schon energieärmer – und dann kommt noch dazu, dass dein Buchhaltungstool seit Wochen rumzickt oder du jedes Mal drei Minuten brauchst, um einen Post zu planen.
Checke deine Tools und Prozesse: Was nervt, funktioniert nicht intuitiv oder frisst unnötig Zeit?
Dann ersetze oder automatisiere 1–2 Dinge. Zum Beispiel:
Erstelle eine klare „So-arbeite-ich-dieses-Jahr"-Tool-Liste und entscheide dich für ein Minimum. Weniger Tools, bessere Prozesse – das ist jetzt Gold wert.
Solo-Selbstständigkeit kann im Februar besonders einsam sein. Und ehrlich gesagt: Ohne äußeren Rahmen gehen Ziele schnell unter. Du hast niemanden, der dich fragt: „Hey, wie läuft's eigentlich mit deinem Marketingplan?" oder „Hast du dein Februar-Angebot schon kommuniziert?"
Ein bisschen Gemeinschaft gibt dir Halt und Motivation, wenn der innere Antrieb mal schwächelt.
Such dir bewusst Verbindung:
Oder definiere einen persönlichen Accountability-Rahmen: Buddy, wöchentlicher Check-in in einer Gruppe, monatliches Reflexionsgespräch mit jemandem, dem du vertraust.
Wer nicht allein bleibt, bleibt viel länger dran. Das sehe ich immer wieder.
Du siehst: Das sind alles machbare Dinge, die dir helfen, den Februar entspannt und stabil zu überstehen – ohne Perfektionsdruck.
Nimm dir die ein oder zwei Punkte, die dir gerade am meisten Druck nehmen oder Energie geben. Du musst nicht alles schaffen – nur dranbleiben, auf deine Weise.
Und wenn du Unterstützung brauchst – beim Dranbleiben, bei vereinfachtem Marketing oder bei einem Rahmen, der dich durch die flaue Phase trägt – lass uns gerne reden. Im Newsletter gibt's weiterhin Vorlagen und Impulse.
Ich wünsche dir einen Februar, in dem du spürst: Du bist auf dem richtigen Weg – auch wenn es mal grau ist.