
Drei Wochen lang super aktiv auf LinkedIn. Jeden Tag gepostet. Kommentiert. Vernetzt.
Dann passiert was. Ein großes Projekt. Eine persönliche Krise. Urlaub.
Und schwupps – zwei Monate Funkstille.
Kennst du das? Diese Wechsel zwischen „Ich bin voll dabei!“ und „Ich schaff das nicht mehr“?
Wenn LinkedIn für dich ein ernstzunehmendes Akquise-Tool sein soll, dann musst du es auch ernstnehmen.
Das heißt nicht, dass du 24/7 online sein musst. Aber es heißt: Du brauchst eine Routine, die du auch in stressigen Phasen durchziehen kannst.
Und hier ist die gute Nachricht: Eine fokussierte Stunde am Tag reicht.
Wirklich. Eine Stunde. Strukturiert. Mit System.
In diesem Artikel zeige ich dir das 4-Phasen-System, mit dem du in 60 Minuten mehr erreichst als mit drei Stunden planlosem Scrollen.
Schnell mal LinkedIn checken.
Scrollen. Scrollen. Scrollen.
„Oh, interessanter Post.“ Weiter scrollen.
„Wow, die macht das gut.“ Weiter scrollen.
Und am Ende? Du bist beeindruckt von dem, was andere machen. Aber du selbst bist nicht sichtbar.
Das ist das, was ich ständig in Beratungen sehe.
Coaches, die sich vom Content anderer inspirieren lassen. Oder überfordern lassen. Aber die selbst nicht ins Tun kommen.
Oder noch schlimmer: Die in Phasen arbeiten.
Drei Wochen Vollgas. Jeden Tag posten. Dann zwei Monate nichts. Weil ein Projekt dazwischen kam. Oder weil es einfach zu viel wurde.
Und weißt du, was ich in der Zusammenarbeit mit Kund*innen immer wieder sehe?
Die, die LinkedIn ernst nehmen. Die sich an eine Stunde am Tag halten. Die haben Erfolg.
Nicht die mit den perfekten Posts. Nicht die mit den meisten Followern.
Sondern die mit System.
Und das System? Sind 60 Minuten. Aufgeteilt in vier Phasen.
Okay. Jetzt wird's konkret.
Hier ist die Routine, die ich seit über einem Jahr nutze. Und die meine Kund*innen nutzen.
60 Minuten. Vier Phasen. Klare Struktur.
Gezielt Kontaktanfragen rausschicken. An Leute aus deiner Nische. An potenzielle Kund*innen. An Menschen, deren Content du spannend findest.
LinkedIn hat eine wunderbare Suche mit boolschen Operatoren. Da kannst du richtig gezielt arbeiten.
Wichtig bei Kontaktanfragen:
Im Premium-Profil kannst du bei jeder Anfrage eine persönliche Nachricht mitschicken. Im Basis-Profil ist das begrenzt – da geht's nur bei ein paar Anfragen.
Aber – und das ist meine Empfehlung – schick nicht einfach blind Anfragen raus.
Kommentiere vorher bei der Person. Oder bezieh dich auf einen konkreten Beitrag. Damit es nicht gleich so wirkt: „Oh, da kommt ein Coach mit Verkaufspitch.“
Ich selbst mache das eher passiv und baue Verbindungen über Kommentare auf. Aber viele meiner Kund*innen arbeiten gezielt mit der Suche – und das funktioniert super.
Dann in Phase 1: Beantworte wartende Nachrichten. Nimm Anfragen an, wenn sie zu dir passen. Wenn sie Mehrwert bringen.
Warum das wichtig ist? Dein Netzwerk ist deine Reichweite. Jede neue, relevante Verbindung ist ein potenzieller Multiplikator.
Jetzt erstellst du deinen Content.
Wenn du spontan arbeitest:
5 Minuten: Thema aus deiner Ideenbank wählen. Was beschäftigt deine Zielgruppe gerade? Welches Problem kannst du lösen?
10 Minuten: Schreiben. Erster Entwurf. Hook, Hauptteil, Abschluss.
5 Minuten: Visual erstellen oder aus deiner Fotodatenbank wählen.
Aber seien wir ehrlich:
20 Minuten gelten für einen einfachen Text-Post mit einem Foto, das du schon hast.
Wenn du ein aufwändiges Karussell erstellst – auch mit Tools wie Gamma.ai – kann das locker anderthalb Stunden dauern.
Meine Empfehlung: Batching.
Ich selbst bin kein Fan davon, jeden Tag spontan Content zu erstellen. Das kostet zu viel Kraft.
Ich batche lieber: Ich erstelle mehrere Content-Stücke auf einmal. Dann habe ich Vorrat. Und kann terminieren.
Für viele meiner Kund*innen funktioniert tagesaktuelles Erstellen super. Für mich passt es nicht in meinen Workflow.
Teste, was für dich funktioniert.
Das hier empfehlen viele LinkedIn-Expert*innen als Game Changer.
Die Theorie: Bevor du deinen eigenen Post veröffentlichst, kommentierst du bei anderen.
10 bis 15 Posts in deiner Nische. Von Leuten, die deine Zielgruppe auch erreichen.
Keine lahmen „Toller Post!"-Kommentare. Sondern: Echte Gedanken. Mini-Stories. Andere Perspektiven. Beispiele aus deiner Erfahrung. Fragen, die du wirklich so meinst.
LinkedIn signalisiert: Du bist aktiv. Du bist engagiert. Du fügst der Plattform Wert hinzu.
Und dann – wenn du gleich deinen Post veröffentlichst – spielt LinkedIn ihn bevorzugt aus.
Meine ehrliche Meinung:
Du musst schauen, ob das in deinen Workflow passt.
Ich selbst bin eher Fan davon, Posts zu terminieren – immer zur gleichen Zeit. Und dann ein festes Zeitfenster für Interaktion zu haben.
Für mich passt diese strikte „erst kommentieren, dann posten“-Regel nicht.
Aber: Ich sehe bei Kund*innen, dass es super funktioniert. Wenn es zu deinem Tagesablauf passt – mach's so.
Wenn nicht: Dann plane einfach regelmäßige Interaktionsfenster ein. Wichtiger als die exakte Reihenfolge ist die Regelmäßigkeit.
Jetzt postest du. Oder dein terminierter Post geht live.
Und dann: Bleib da.
Die ersten 60 bis 90 Minuten sind die Golden Hour. Jede Interaktion in dieser Zeit zählt besonders.
Beantworte jeden Kommentar. Schnell. Persönlich.
Nicht nur „Danke!“ – sondern echte Antworten. Stelle Rückfragen:
„Interessant, dass du das so siehst! Wie gehst du denn mit ... um?“
Bring die Diskussion ins Rollen.
Warum die Golden Hour so wichtig ist:
LinkedIn testet deinen Post in den ersten 60 bis 90 Minuten. Der Algorithmus schaut: Interagieren Leute? Kommentieren sie? Speichern sie? Reposten sie?
Ein Like zählt weniger als ein Kommentar. Ein Kommentar zählt weniger als ein Save oder Repost.
Und wenn LinkedIn sieht: „Boah, da passiert was!“ – dann ist das ein Signal: „Hey! Der Post ist es wert, weiter ausgespielt zu werden. Auch an Kontakte zweiten und dritten Grades.“
Deshalb: Bleib die erste Stunde nach dem Post aktiv dabei.
Die Expert*innen-Empfehlung ist klar: Erst engagieren, dann posten, dann wieder engagieren.
Die Logik dahinter macht Sinn:
Du bist aktiv → Algorithmus merkt das → Post geht live → Algorithmus spielt ihn bevorzugt aus → Du bleibst aktiv → Diskussion entsteht → Post wird weiter ausgespielt.
Was wirklich zählt:
Dwell Time. Wie lange bleiben Leute bei deinem Post? Lesen sie ihn? Diskutieren sie?
Posts mit echten Diskussionen werden länger ausgespielt. Nicht nur 24 Stunden. Sondern Tage. Manchmal Wochen.
Kommentare sind 2x wertvoller als Likes. Besonders Kommentare mit 15 Wörtern oder mehr.
Der Algorithmus erkennt mittlerweile auch Engagement-Bait. Diese „Tag jemanden, der das braucht“-Posts. Die werden abgestraft.
Authentizität zählt. Echte Gespräche zählen.
Meine Erfahrung:
Du musst nicht dogmatisch sein. Wichtiger als die exakte Reihenfolge ist:
Dass du regelmäßig mit anderen interagierst. Jeden Tag. Nicht nur, wenn du selbst postest.
Dass du in der Golden Hour nach deinem Post verfügbar bist.
Dass du Kommentare beantwortest – und zwar richtig, mit Rückfragen.
Wenn terminierte Posts besser zu deinem Workflow passen – mach das. Und plane dann feste Interaktionsfenster ein.
Konsistenz schlägt Perfektion.
Jetzt kommt der befreiende Teil.
Du brauchst nicht täglich zu posten.
3x pro Woche Content reicht. Wirklich.
Wenn du mehr Content hast – super. Aber nur, wenn das nicht zu Lasten deiner Interaktionsstrategie geht.
Was du aber brauchst:
Tägliches Interagieren. Mindestens 30 Minuten pro Tag.
Kommentare bringen Reichweite. Manchmal sogar mehr Reichweite als eigene Posts.
LinkedIn signalisiert klar: Wir wollen eine echte Social-Media-Plattform. Wo sich Leute austauschen. Nicht nur Content, Content, Content kreieren.
Du brauchst keine perfekten Grafiken. Ein Screenshot tut's auch. Oder eine simple Textgrafik in Canva. Oder ein Foto aus deiner Fotodatenbank.
Du brauchst nicht auf allen Kanälen gleichzeitig zu sein. LinkedIn reicht.
Du brauchst nicht 5 verschiedene Content-Formate. Ein guter Text-Post schlägt alles.
Was wirklich zählt:
Konsistenz. Dass du dabei bleibst. Auch wenn's mal stressig wird.
Authentizität. Deine Gedanken. Nicht kopierte Buzzwords.
Strategie. Routinen, die zu deinem Workflow passen.
Das ist alles.
Okay. Du bist überzeugt. Du willst starten.
Hier ist dein Fahrplan:
Das Wichtigste, bevor du auf LinkedIn aktiv wirst: Dein Profil muss stimmen.
Foto, Header, About-Sektion. Muss nicht perfekt sein. Aber professionell.
Dazu habe ich zwei ausführliche Artikel geschrieben:
„LinkedIn-Profil optimieren“ – wo du die komplette Basis findest.
„ChatGPT für LinkedIn-Profil nutzen“ – wie du KI für dein Profil einsetzt.
Sammle Themen. Was beschäftigt deine Zielgruppe? Welche Fragen tauchen immer wieder auf?
Auch dazu habe ich einen Artikel: „Content-Ideen für LinkedIn sammeln“.
Eine gute Ideenbank nimmt dir den Druck, jeden Tag spontan zu überlegen: „Worüber poste ich heute?“
Guck, was zu dir passt. An Routinen, die du einhalten kannst. Auch wenn's mal stressiger wird.
Für viele meiner Kund*innen funktioniert tagesaktuelles Content-Erstellen super.
Für mich passt es nicht in meinen Workflow. Ich batche. Ich plane vor.
Aber – und das ist wichtig – ich nehme mir die Zeit zum Kommentieren und Interagieren. Darüber baue ich Sichtbarkeit auf.
Teste verschiedene Varianten:
Option 1: Täglich 60 Minuten, inkl. tagesaktuellem Post-Erstellen.
Option 2: Content batchen, Posts terminieren, täglich 30 Minuten für Interaktion.
Option 3: 3x pro Woche 60 Minuten für alles (Connect, Create, Engage).
Wichtig ist: Finde heraus, was du wirklich durchziehen kannst. Nicht was die Expert*innen empfehlen. Sondern was zu deinem Leben passt.
Die 60-Minuten-Routine durchziehen. Konsequent. Alle vier Phasen.
Nicht täglich. 3x pro Woche reicht. Das nimmt den Druck raus.
Du brauchst keine 20 Tools. Aber ein paar Basics helfen.
Für KI-gestützte Content-Erstellung habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: „Mein KI-Quartett für LinkedIn-Content“.
Darin erkläre ich, wie ich ChatGPT, Claude, NotebookLM und Gamma.ai nutze.
Für Visuals: Canva. Kostenlose Version reicht. Einfache Textgrafiken. Screenshots mit Text drüber.
Ich achte auch darauf, regelmäßig Fotos von mir zu machen. In verschiedenen Situationen. Damit ich eine Fotodatenbank habe.
Zunehmend arbeite ich auch mit KI, um aus den Fotos mehr zu generieren.
Für Planung: Ich selbst nutze Publer als Planungstool.
Du kannst auch direkt über LinkedIn planen. Oder einfach direkt veröffentlichen.
Wichtig ist nicht das Tool. Sondern die Regelmäßigkeit.
Früher habe ich mir Lesezeichen in LinkedIn angelegt. Oder Suchanfragen gespeichert zu bestimmten Themen, zu denen ich sichtbar werden wollte.
Dann habe ich geguckt: Veröffentlicht jemand was dazu? Kann ich kommentieren?
Inzwischen kommentiere ich vielfach nur noch über den Feed.
Je qualifizierter dein Netzwerk ist, desto wahrscheinlicher findest du gute Beiträge im Feed. Dann musst du nicht mehr mit Suchen arbeiten.
Teste, was für dich funktioniert.
Die 60-Minuten-Struktur ist ein super Einstieg.
Sie hilft dir, überhaupt anzufangen. Einen Rahmen zu haben. Nicht planlos zu scrollen.
Aber – und das ist wichtig – du entwickelst mit der Zeit deine eigene Routine.
Was bleibt:
3x pro Woche Content reicht. Aber tägliches Interagieren (mindestens 30 Minuten) sollte drin sein.
Die Golden Hour nach deinem Post ist wichtig. Bleib verfügbar. Beantworte Kommentare.
Authentizität schlägt Perfektion. Echte Kommentare bringen mehr als generische Likes.
Konsistenz ist alles. Lieber weniger, aber regelmäßig. Als drei Wochen Vollgas, dann zwei Monate nichts.
10 Minuten CONNECT + 20 Minuten CREATE + 15 Minuten ENGAGE BEFORE + 15 Minuten ENGAGE AFTER
Oder deine eigene Variante: Batching + tägliches Interagieren + Golden Hour nutzen
Wichtig: Nicht die perfekte Routine. Sondern die, die du durchziehen kannst.
Und noch was Wichtiges:
Vielleicht bleibst du bei der tagesaktuellen 60-Minuten-Routine. Wie gesagt, für viele Kund*innen funktioniert das super.
Vielleicht entwickelst du was anderes. Batchst Content. Terminierst Posts. Und nimmst dir täglich 30 Minuten nur fürs Interagieren.
Beides ist okay.
Hauptsache, du bleibst dabei. Regelmäßig. Auch wenn's mal stressig wird.
Wenn du Unterstützung möchtest bei LinkedIn, lass uns gerne reden.
In meinem Content-System zeige ich dir, wie du mit minimalem Zeitaufwand maximale Wirkung erzielst. Welche Routine wirklich zu dir passt. Und wie du planbar Sichtbarkeit aufbaust – ohne täglich posten zu müssen.
Mehr zum Content-SystemUnd jetzt bin ich gespannt:
Wie viel Zeit verbringst du aktuell auf LinkedIn? Verstreut oder fokussiert?
Schreib mir gerne auf LinkedIn!